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Berichte über die Guilin University of Electronics

Die technische Universität in der für ihre Landschaft berühmten Stadt Guìlín (桂林) befindet sich in der Autonomen Region Guǎngxī (广西). Die Guilin University of Electronic Technology (englische Abkürzung: GUET)  hat in China für ihrer technischen Fächer einen guten Ruf. Sie ist aber mit etwa 20.000 Studierenden für chinesische Verhältnisse relativ klein. Die Gebäude sind über die Stadt Guilin verteilt. Der für Auslandsstudenten relevante Campus ist nur zehn Minuten von der Innenstadt entfernt.

 

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Website (nur Chinesisch)

Vorbereitung

Die wenigen Informationen die ich über Guilin im Vorfeld hatte, d.h. sehr schöne Landschaft (sogar auf der Rückseite des 20 Yuan Scheines zu sehen), und Touristenstadt wurden bestätigt." (Ronni Reuther)

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Landschaft um Guilin
(Foto: Wikimedia)

 

„Die Stadt Guilin ist Guangxis drittgrößte Stadt. Sie hat nur 500.000 Einwohner. Dank der schönen Landschaft besonders am Li-Fluss entlang Richtung Yangshuo, ist Guilin aber in ganz China bekannt. Alle Chinesen träumen davon hier einmal Urlaub machen zu dürfen. Früher war es ein Geheimtipp für Backpacker. Jetzt liegt es aber bereits auf der Route von vielen internationalen Reisegruppen." (Lydia Schulz)

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Allgemeines über die Hochschule
 
„Der Campus war sehr übersichtlich, und die angebotenen Freizeitaktivitäten und Zusatzkurse vielfältig. Anfängliche Problemen mit der Zusammensetzung und dem Niveau unseres Sprachkurses, d.h. zu viele Studenten (ca.20-25), überwiegend Vietnamesen mit einem deutlich höheren Niveau, wurden nach einem persönlichen Vorsprechen bei den zuständigen Verantwortlichen im Büro für Auslandsstudenten, und letztlich dem Präsident der Universität selbst, gelöst indem uns zusätzliche Kurse eingerichtet wurden." (Ronni Reuther)
 
„Ein großer Vorteil der Uni in Guilin ist, dass hier Chinesen Deutsch lernen. So fand man recht schnell Anschluss zu Chinesen und man konnte mit ihnen lernen. Man konnte sich aber auch zum Tischtennis bzw. Badminton spielen verabreden.“ (Michael Schmidt)
 
„Der Unterricht wurde komplett auf Chinesisch gehalten, keine englischen Erläuterungen; war das hart! Wir besuchten die Vorlesungen für Hör, Sprach und Textverständnis. Die Lehrer sprachen alle sehr schnell. Außerdem wurden Erläuterungen und Anmerkungen auf chinesische Schriftzeichen an die Tafel geschrieben. Durch das enorme Tempo im Unterricht waren wir am Anfang immer gezwungen, nach dem Unterricht die abgehandelten Themen sofort zu Hause zu wiederholen.
Die Lehrer waren alle sehr zuvorkommend und herzlich, zudem hatten wir traumhafte Bedingungen bei der Gruppengröße. Wir 3 Mädchen aus Ludwigshafen und ein pensionierter Australier, das war die Gruppe. Ab und zu kamen noch ein paar Austauschstudenten aus Nigeria dazu, am Ende auch noch einige aus Vietnam.“
(Madeleine Willand)
 

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Campus der GUET

 
„Die Guilin University of Electronic Technology ist neben der Guilin Normal University die zweigrößte Uni in Guilin. Sie besteht aus 2 Campus. Der Hauptcampus und der Campus im 20 km entfernte „Yaoshan". Wir waren im 1. Semester am Hauptgebäude. Der Hauptcampus besteht aus vielen Wohnhäusern, mehreren Mensen, in denen ich wirklich nur selten gegessen habe. Leckerer Restaurants sind direkt außerhalb. Daneben noch eine Sporthalle und Außenplätze zum Tennis, Basketball, Volleyball und Tischtennis spielen.
 

Das Waiban 外办 war für uns zuständig bzgl. Einschreibung, Unterricht, HSK, Visaverlängerungen und andere Fragen. Aber der Spruch „sie kümmern sich nicht um deine Probleme, aber schaffen dir auch keine neuen" trifft doch etwas zu, da man doch öfters den Weg zum Waiban suchen musste, wenn man ein Anliegen hatte. Meistens lösten Carl oder Kimberly unsere Probleme dennoch, es dauerte nur manchmal dementsprechend lange. Da wir mit unserer Klassengröße unzufrieden waren (über 20, Vietnamesen mit besseren Chinesischkenntnissen) haben wir beim Chef des Waiban durchgesetzt in einzelnen Fächern, später auch extra HSK Vorbereitungsunterricht zu bekommen. Unser Klassenzimmer 9507 befand sich in einem der vielen Unterrichtsgebäuden. Spartanisch eingerichtet mit Holzbänken und Tischen. Im Sommer war es sehrt heiß und nur ein quietschender Ventilator schaffte etwas Abhilfe und im Winter zog es durch die undichten Fenster." (Michael Schmidt)

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Unterricht
 
„Anfängliche Problemen mit der Zusammensetzung und dem Niveau unseres Sprachkurses, d.h. zu viele Studenten (ca.20-25), überwiegend Vietnamesen mit einem deutlich höheren Niveau, wurden nach einem persönlichen Vorsprechen bei den zuständigen Verantwortlichen im Büro für Auslandsstudenten, und letztlich dem Präsident der Universität selbst, gelöst indem uns zusätzliche Kurse eingerichtet wurden." (Ronni Reuther)
 
„Das Chinesisch-Level das wir in Deutschland gelernt hatten war eine gewisse Grundlage für den Alltag, aber bei weitem nicht ausreichend um sich mit Chinesen zu unterhalten. Eine Eigenschaft von Chinesen ist das egal wie schlecht und wie wenig man Chinesisch sprechen konnte gelobt wurde. Aber mit der Zeit konnte man sich über mehr und mehr Themen unterhalten." (Hans Huynh)
 
„Der Unterricht fand immer montags bis freitags von 8:30 – 12 Uhr statt. Er war aufgeteilt in 4 Fächer: allgemeiner Sprachunterricht mit Grammatik, Leseverständnis, Hörverständnis und Umgangssprache. In jedem Fach hatten wir einen anderen Lehrer. Das war ganz gut, weil die Lehrmethode so jeweils unterschiedlich war. Zu Beginn des Auslandsjahres waren ziemlich viele Studenten in unserer Klasse. Doch schon recht bald waren wir höchstens 3-7 Studenten. Einige davon waren selbst als Englisch-, Französisch- oder Italienischlehrer an GUET und besuchten nur in ihrer Freizeit aus Interesse unseren Unterricht. Dies führte dazu, dass der Unterricht nur langsam voran ging. Oft wiederholten wir, da nicht alle in der letzten Stunde anwesend waren. Dies kam auch unserem über 70jährigen Kommilitonen zu Gute, der oft etwas länger brauchte um neue Grammatik und Vokabeln zu lernen. Ich finde unsere Unterrichtsmaterialien sehr gut, doch leider war der Unterricht nicht anspruchsvoll genug. So konnte man vieles auch im Selbststudium mit Hilfe der CDs lernen, die in jedem Buch dabei waren." (Lydia Schulz)
 
„Unsere Klasse, welche eine Sprachklasse war, um Ausländern Chinesisch beizubringen, bestand aus sehr vielen Asiaten.
Wir vier Kommilitonen aus Deutschland und zwei Australier waren schon sehr „speziell“. Der komplette Rest der über 50-köpfigen Klasse bestand aus Kirgisen, Thailändern und Vietnamesen. Der Unterricht an sich bestand aus Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben. Ein Problem mit dem Unterrichtstempo oder Niveau hatte ich persönlich nicht.“ (Sebastian Bach)
 
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Fazit

Als ein Ort zum Chinesischlernen und zum Verstehen der chinesischen Kultur ist Guilin sehr zu empfehlen. Wenn es bei Chinesischunterrichten mehr um die Wahl der Universität, Qualitäten einzelner Lehrer und die Person selbst geht, dann ist die Atmosphäre der Stadt, ihrer Landschaft und der Charakter ihrer Bewohner das, was man nicht beeinflussen kann." (Timur Amirov)

„Man kann wohl nicht sagen, welche Partneruni oder Stadt die beste ist, jeder denkt da wohl unterschiedlich. Im Nachhinein war es doch ganz gut, dass wir uns im Semester nicht einigen konnten und so gelost hatten. Der Untericht usw ist in etwa an jeder Uni gleich, aber es kommt mehr darauf an, was man selbst daraus macht! Also vielleicht sich nicht allzu sehr von dem ein oder anderen Bericht etc verleiten lassen. Mehr auf sein Bauchgefühl hören. Schraubt die Erwartungen nicht zu hoch, es kommt sowieso anders als gedacht!, lasst euch überraschen und seid neugierig, aber vor allem Genießt es! Da Jahr geht so schnell rum…“ (Michael Schmidt)

„Ich konnte in diesem Jahr unglaubliche und unvergessliche Erfahrungen sammeln. Ich bin in den Genuss neuer Gerüche und Geschmäcker gekommen, habe neue unbekannte Tiere und Pflanzen entdeckt. Ich konnte die Dimensionen eines riesigen Landes entdecken, landschaftliche Schönheiten und industriell verschmutzte Großstädte aufsuchen, sowie überfüllte Straßen und ohrenbetäubender Lärm erleben. Ich konnte wahre Freundschaften schließen oder kam an die Grenzen kulturbedingten Denkens. Ich habe gelacht und geweint. Fernweh und Heimweh packte mich zugleich. Das gesunde Essen verhalf mir zum Abnehmen oder brachte mich auch einmal in eines der heruntergekommensten Krankenhäuser. Ich bewunderte den chinesischen Gemeinschaftsgeist und verfluchte zu gleich die chinesische Intoleranz. Ich saß mit den Ärmsten und mit den Reichsten an einem Tisch und kam zu der Feststellung, dass Geld nicht alles im Leben ist und auch nicht diese Menschen glücklicher macht. Ich blamierte mich und wurde bewundert. Ich wurde verwöhnt und zugleich gefördert. Ich verfluchte und liebte das Land. Und genau das ist es doch, was Lebenserfahrungen sind. Es gibt nicht nur eine Seite. Man macht gute, aber auch schlechte Erfahrungen. Aber vor allem prägen sie einen für das ganze Leben.“ (Madeleine Willand)

„Der chinesische Verkehr lässt einen manchmal um sein Leben bangen, die Straßen sind voller Menschen, Gerüche, gute und sehr schlechte, es ist sehr dreckig usw. Als wir dann endlich an der Wohnung in unserer Wohnanlage ankamen traf mich direkt der nächste Schock. Obwohl unsere Wohnanlage und Wohnung schon eher zum höheren chinesischen Standard zählte war die Wohnung in einem ekelhaften Zustand. Hinzu kam dass ich davon ausgegangen bin mit meinem Chinesisch auf einem Stand zu sein um wenigstens grundlegende Dinge des Lebens bewältigen zu können. Jedoch war das wie sich herausstellte nicht der Fall. Ich verstand so gut wie kein einziges Wort und mich verstand auch niemand. Das lag teilweise an dem örtlichen Akzent aber natürlich haperte auch mein Chinesisch noch gewaltig. Die ersten Eindrücke und Erlebnisse waren somit alle sehr befremdend und zermürbend, sodass ich mich schon zu Anfang fragte wie ich dieses Jahr überstehen soll. Dies sollte aber nicht abschreckend klingen, denn am Ende war dieses Jahr so ziemlich das beste und aufregendste Jahr meines Lebens.“ (Sebastian Bach)


(Foto: Wikimedia)

 „Ein großes Glück war es, die Bekanntschaft mit der wohl wunderbarsten Chinesin dieser Welt zu machen. Feng Su-Juan, deren Spitzname aufgrund ihrer Körpergröße und der Stimmlage „Baby“ ist, hat uns in jeder Lebenslage geholfen und getröstet. […] Auch Behördengänge und Vertragsabschlüsse wurden mit ihrer Hilfe zu einer meist schnell lösbaren Aufgabe.
Drumherum (…)ist Guilin eine phantastische und vielseitige Landschaft, mit den imposantesten Bergen, die ich jemals gesehen habe und die ich auch nach Monaten immer noch bei gutem Wetter fotografieren wollte!“ (Sabrina Albersmann)

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Berichte aus den Partnerhochschulen des Ostasieninstituts

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