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27. November 2012

Verbeugung

27. November 2012

Japanisch
お辞儀 ojigi

 

US-Präsident Obama verbeugt sich vor Tennō (天皇) Akihito (明仁) und Kaiserin Michiko (美智子)
(Foto: Wikipedia, Lizenz: fair use)

Es gehört heute zur Allgemeinbildung, dass es in Japan üblich ist, sich zur Begrüßung zu verbeugen. Diese Verbeugung an jedem Ort und zu jeder Zeit ist oft eine Quelle der Belustigung für ausländische Beobachter, denn es soll Japaner geben, die sich sogar am Telefon verbeugen.

„Wird ihm ein Japaner vorgestellt, so kann es zu einer Szene kommen, die für den Zuschauer amüsant, für die Beteiligten aber momentan recht peinlich ist. Der Westländer weiß inzwischen, daß die Japaner sich zur Begrüßung voreinander verbeugen und sich nicht die Hände reichen: Infolgedessen versucht er gutwillig eine höfliche Verneigung. Der Japaner seinerseits, bestrebt, dem westlichen Gast durch Befolgung westlicher Sitten entgegenzukommen, streckt ihm seine Hand entgegen, die hilflos allein in der Luft stecken bleibt. Daraufhin sind beide bestürzt – der Japaner, weil er in seinem ureigensten Bereich unhöflich war und sich nicht verbeugt hat, der Westländer, weil er die ausgestreckte Hand des Japaners unbeachtet ließ. Unverzüglich korrigieren beide ihren Fehler, nun natürlich mit dem gleichen Ergebnis, nur in umgekehrter Richtung. In glücklichen Fällen endet die Konfusion damit, daß sie sich beide voreinander verbeugen und sich dabei gegenseitig herzlich die Hände schütteln.“
(Ingeborg Wendt: Die „unheimlichen“ Japaner. 1970)

Und wie soll man sich richtig verhalten?

„Halten Sie niemandem die Hand zum Gruß hin, außer Ihr Gegenüber meint, weil Sie Ausländer sind, müsse er Ihnen die Hand geben. Geben Sie kein Trinkgeld. Und bitte, bitte verbeugen Sie sich nicht, wenn der Kellner oder die Hotelangestellte sich verbeugt. Und schon gar nicht so tief wie diese. Sie sind damit nicht freundlich, im Gegenteil. Wenn Sie sich verbeugen, zwingen Sie Ihr Gegenüber, es noch einmal tun. Und zwar tiefer als Sie.“
(Christoph Neidhart in der Süddeutschen Zeitung vom 19. September 2012: Auf keinen Fall verbeugen)

 

Weshalb Visitenkarten so wichtig sind.

Die Verbeugung fällt je nach der Position des Gegenübers verschieden tief aus. Darum sind die Visitenkarten so wichtig. In der Praxis sieht eine Begrüßung dann folgendermaßen aus:

„Es ist lustig zu sehen, wie sich zwei Japaner begrüßen, die sich gegenseitig nicht kennen. Zuerst wird die Visitenkarte ausgetauscht. Sodann folgt ein unauffälliger, blitzschneller Blick auf die Visitenkarte mit der Position des Gegenübers. Jetzt erst ist der Japaner beruhigt, denn nun weiß er, wie tief er sich verbeugen muß und mit welchem Maß an Höflichkeit er den anderen anzureden hat. Liest er darauf etwa ‚Abteilungsleiter bei Toyota‘, dann wird man sehen, wie Bückling sich an Bückling reiht, während der andere nur gönnerhaft mit dem Kopf nickt.“
(Karl Neumann: In Japan ist alles anders. Freiburg im Breisgau: Herder, 1996. ISBN: 978-3-451087387)

Der Neigungswinkel

Den Neigungswinkel beim Verbeugen in vollendeter Form bekommen nur Japaner hin.



seicht
会釈
eshaku
formal

Mit 15 Grad verbeugt man sich nur vor Familienangehörigen oder guten Freunden.

Der Blick geht 3 Meter nach vorne auf den Boden.


gyō
normal
普通礼
futsū rei
normal höflich

Eine 30-Grad-Verbeugung ist angebracht bei der Begrüßung von Bekannten.

Der Blick geht 1,5 Meter nach vorne auf den Boden.


shin
tief
最敬礼
sai keirei
sehr höflich

In den meisten Fällen ist eine Verbeugung von 45 Grad die richtige Wahl.

Der Blick geht 1 Meter nach vorne auf den Boden.

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