• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

Bibliothek

_______________________

» Qualitätssicherung in Deutschland
   und China

» Information in English (pdf)
» Partner Universities (pdf)

26. November 2012

grammatisches Geschlecht

26. November 2012

Japanisch
文法における性 bunpō ni okeru sei (Grammatik + was … betrifft + Geschlecht)
 
Die japanische Schriftstellerin Yōko Tawada (多和田葉子 Tawada Yōko; 1960) lebt in in Deutschland und schreibt in japanischer und deutscher Sprache. Sie kam 1979 kam mit der transsibirischen Eisenbahn (シベリア鉄道 Shiberia tetsudō) nach Deutschland, studierte in Hamburg das Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und promovierte in Zürich. Tawada äußert sich im Interview zu den deutschen Artikeln (der, die, das), die wohl jede/r Deutschlernende als unsinnig empfindet.

Claire Horst: „Sie haben sich oft mit sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache auseinandergesetzt und sie mit der japanischen verglichen. Warum sind diese Unterschiede so interessant, wie beispielsweise die Artikel im Deutschen?“

Yōko Tawada: „Das habe ich zum Beispiel in meinem Text Von der Muttersprache zur Sprachmutter beschrieben. In der japanischen Sprache gibt es keine grammatikalischen Geschlechter, es gibt Gruppen der Gegenstände, Menschen oder Häuser. Für jede Gruppe gibt es eine bestimmte Bezeichnung, die nach der Zahl kommt. Man kann nicht sagen: ‚zwei Häuser‘, sondern ‚zwei hmhm Häuser‘. Von außen gesehen scheint das überflüssig, wie etwa die Artikel im Deutschen. Aber andererseits sind das die Dinge, die gerade etwas vermitteln über die Kultur, dass die Dinge in Kategorien sortiert werden oder dass die Dinge Geschlechter haben. Das hat einen Grund, in der Geschichte, in der Mythologie.

Claire Horst:  „Was ist Ihre Theorie dazu, warum teilen manche Sprachen Gegenstände in Geschlechter ein?“

Yōko Tawada: „Dass die Gruppierung männlich und weiblich so wichtig geworden ist, hängt vermutlich mit dem europäischen Denken zusammen. Aber ich müsste mich noch länger mit der Frage beschäftigen, bis ich etwas dazu sagen kann. Ich erinnere mich an etwas, das ein Bekannter von mir gesagt hat. Es ging um die Ablehnung der Homosexualität. Er sagte, es gebe ja Mann und Frau, das sei etwas Grundsätzliches, so wie es den Tod und das Leben gebe. Und es gebe das Gute und das Böse. So seien die Dinge gemacht, und deshalb ginge es nicht anders…“
(Interview mit Claire Horst: „Fremd sein ist eine Kunst.“)

Bei Tawadas literarischen Werken ist es nicht immer einfach, Original und Übersetzung auseinanderzuhalten. Sie erklärt selbst, wie es dazu kommt:

„Es fällt mir leichter, etwas in Deutsch zu schreiben und es dann ins Japanische zu übersetzen als umgekehrt. Trotzdem gibt es Unterschiede. So habe ich bei ‚Opium für Ovid‘ ohne Rücksicht auf die japanische Sprache geschrieben, wodurch sich die Übersetzung sehr schwierig gestaltete. ‚Das nackte Auge‘ dann habe ich größtenteils parallel geschrieben, und beim Schreiben zwischen den beiden Sprachen hin und her gewechselt. Doch da gab es viele Stellen, die nicht übereinstimmten. Letztlich waren beides Übersetzungen, und das geht nicht. Und bei ‚Schwager in Bordeaux‘ habe ich von Anfang an Deutsch als Originalsprache festgelegt. Während des Schreibens habe ich mich jedoch ständig gefragt, ob dieser oder jener Satz ins Japanische übersetzt werden könnte.“
(Interview mit Daniela Tan in der Neuen Zürcher Zeitung: „Im Meer der Mehrsprachigkeit“)

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...