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01. November 2009

Zitate aus Marco Polos Berichten

16.11.2009

Heute: Marco Polo (1254-1324) - 马可•波罗 Măkě • Bōluo

鲁 Zur Frankfurter Buchmesse 2009, die die VR China zum „Gastland" hatte, ließ der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine Liste mit den deutschsprachigen Neuerscheinungen zum Thema „China" zusammenstellen. Sie umfaßt 41 Seiten! (Interesse? Dann hier klicken) Nähme man die neuen englischen Titel hinzu, sollte sich der Umfang leicht verdoppeln, wahrscheinlich aber eher verdrei- oder vierfachen lassen. Und listete man die Themen aller bislang in europäischen Sprachen erschienenen „China-Bücher" auf, so könnte das Ergebnis nur die Erkenntnis sein, daß in Buchstabenschrift über diese Gesellschaft mittlerweile alles gesagt sein dürfte. Neue Titel sind also nur noch in Ausnahmefällen nötig. Wir sammeln in dieser Rubrik Behauptungen über China, die uns so unterkommen - zutreffende und halluzinatorische, aber in jedem Fall solche, die Wahrnehmungen geprägt und bisweilen Aktionen ausgelöst haben.

 

Marco Polo (1254-1324) - 马可·波罗 Măkě • Bōluo

Erste China-Reise zusammen mit Vater Niccolò und Onkel Maffeo, vermutlich hatten sie 1266 den Hof im heutigen Peking erreicht. Zweite Reise unternahm er wiederum mit Vater und Onkel zwischen 1271 und 1295. Zwischen 1274 und 1295 will sich Marco Polo (wieder in Begleitung von Vater und Onkel) in „China" aufgehalten und in den Diensten des mongolischen Khans, der Land und Chinesen beherrschte, dessen Reich bereist haben. Nach Venedig zurückgekehrt geriet er in die politischen Wirren der norditalienischen Mächte, kam ins Gefängnis und diktierte dort seine fabelhaften Erkenntnisse über Land und Leute in Catai. [Folgende Zitate nach: Marco Polo, Il Milione Die Wunder der Welt, Übersetzt von Elise Guignard, Zürich 2008]

  • In Canbaluc [大都城 Dàdū chéng = Peking] hat es unvorstellbar viele Menschen und Häuser, es ist unmöglich, sie zu zählen; denn auch die Vorstädte sind dicht besiedelt ...In den Vororten steigen die Kaufleute ab und Reisende, die in der Stadt etwas zu besorgen haben oder die beim Kaiser vorsprechen möchten. In den Herbergen ist ständig ein lebhafter Betrieb, da die Stadt ein Forum ist sowohl für den Handel als für andere Geschäfte. ... [Die sündigen Weiber] wohnen in den Vororten, und zwar unglaublich viele. Es sind sicher zwanzigtausend Freudenmädchen , und alle finden ihre Kunden, denn täglich kommen und gehen unzählige Händler und Fremde. ...Nirgends auf dere Welt werden dermaßen viele seltene, erlesene Waren gehandelt wie in Canbaluc. Ich werde euch einige nennen: Aus Indien stammen die teuersten Dinge, Edelsteine, Perlen ... Das Wertvollste, das es in Catai [China] und in den übrigen Provinzen gibt, wird nach Canbaluc gebracht. Stellt euch bloß vor: jeden Tag kommen mehr als tausend Wagen an, voll beladen mit Seide. In diesen Gegenden werden Stoffe aus Gold und Seide gewoben. [Seite 152f]
  • Der Großkhan läßt Papiergeld herstellen. In Canbaluc befindet sich die kaiserliche Münzstätte. Wenn man sieht, wie sie eingerichtet ist, könnte man sagen, der Kaiser kenne die letzten Geheimnisse der Alchemie. ... [Die Papiergeldscheine] gelten überall: die Leute erstehen damit ihre Waren, Perlen, Edelsteine und Gold und Silber. Alles und jedes können sie kaufen, die Scheine haben ihren Wert. [Seite 154f]
  • Nun versteht ihr, warum in keinem Schatzhaus der Welt solch ein Reichtum anwachsen kann wie im Tartarenreich. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, alle Mächtigen unseres Jahrhunderts besitzen nicht soviel wie der Khan allein. [Seite 1556]
  • Vernehmt, was für eine Sorte Wein die meisten Leute in Catai trinken. Sie bereiten ein Getränk zu aus Reis, fügen auserlesene Gewürze bei und behandeln es derart, daß es köstlicher schmeckt als jeder Wein. Das Getränk ist schön klar, man trinkt es warm, man wird deshalb eher berauscht als von üblichem Wein. [Seite 163]
  • Die Einwohner der Provinz Catai überragen an Bildung und guten Sitten andere Völker. Sie wenden viel Zeit auf zur Pflege der Wissenschaften. Sie verabscheuen ein sittenloses Leben. Sie sprechen eine schöne, klare Sprache; sie grüßen ehrerbietig, mit heiter frohem Blick; sie betragen sich edel und anständig; bei Tisch und in allem sind sie sehr manierlich.
  • [Im Südwesten, heute 四川 Sìchuān] Und nun vernehmt, nach welcher Sitte die Frauen behandelt werden. Ein Ehemann und Vater fühlt sich keineswegs in seiner Ehre verletzt, wenn ein Fremdling oder sonst ein Mann mit seiner Frau, seiner Tochter, mit seiner Schwester oder irgendeinem Weibe seines Haushalts zusammen schläft, sondern er schätzt es sogar. [Seite 187]
  • [In der Stadt 议政 Yízhēng heutige Provinz 江苏 Jiāngsū] Auf dem Quian [Jangtse] werden viel mehr und auch kostbarere und wertvollere Güter auf Frachtern befördert als auf allen christlichen Flüssen und Meeren zusammen ... Ich sage euch, ich habe in Singiu [议政 Yízhēng] gegen fünftausend Schiffe auf einmal gesehen, alle flott im Wasser. [Seite 238]
  • [In der Stadt Qinsai - 杭州 Hángzhōu] Um einen Begriff von der Größe der Stadt zu geben, füge ich folgendes ein: der tägliche Verbrauch an Pfefferkörnern ist dreiundvierzig Saum, jeder Saum zu zweihundertdreiundzwanzig Pfund. ... daß es zwölf Zünfte gibt, für jedes Handwerk eine. Jede Zunft besitzt zwölftausend Häuser, das heißt zwölftausend Werkstätten. In jeder Werkstatt arbeiten mindestens zehn, in einigen fünfzehn oder zwanzig und in anderen dreißig oder vierzig Menschen. ... In Qinsai werden viele Güter hergestellt und in die Provinzstädte verschickt. Unmöglich ist es zu beschreiben, wie reich die Kaufmannschaft hier ist und mit welch unglaublichen Mengen an Waren hier gehandelt wird. ...Die Frauen sind zarte, engelgleiche Wesen. [Seite 246]
  • [In der Stadt Qinsai - 杭州 Hángzhōu] Diese Menschen essen jede Sorte Fleisch, solches von Hunden und von manchem Tier, wovon kein Christ um nichts in der Welt einen Bissen nähme. ... Und auch dies entspricht der Wahrheit: alle Straßen von Qinsai sind mit Steinen und Backsteien gepflastert. Die Überlandstraßen und die Dammwege in ganz Mangi [südlich der heutigen Prvinz 山东 Shāndōng] sind gleicherweise gepflastert. Es ist also möglich, trockenen Fußes, ich meine, ohne sich zu beschmutzen, durch die Provinz zu reiten oder zu wandern. [Seite 248f]
  • Und ich, Marco Polo, habe oft den Steuerberechnungen zugehört, und ich kann euch versichern, daß - ohne Salz - in einem Jahr gewöhnlich zweihundertzehn Goldtoman abgeliefert werden, das heißt vierzehn Millionen siebenhunderttausend Goldsaggi. Das ist ein unvorstellbarer Steuerertrag; noch nie hat ein Mensch von so etwas berichten können. Und dieses viele, viele Geld sind nur die Einkünfte [des Khans in Peking] aus einem einzigen der neun Teilreiche. [Seite 257] // 完

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