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Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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22. Oktober 2012

soziale Netzwerke

21. Oktober 2013

Chinesisch
社会性网络 shèhuìxìng wǎngluò (Gesellschaft + Art und Weise + Netz)

Japanisch
ソーシャル・ネットワーキング sōsharu netto wākingu (englisch: social + net + working)

youkurenrenweibo

„Zensur war die Antwort von Chinas Regierung auf die Macht des Internets. Doch nun entdecken die Kommunisten den Nutzen von sozialen Netzwerken – und verstricken sich immer mehr in Widersprüche. …

Auf der einen Seite wird jede öffentliche Meinungsäußerung genau kontrolliert, auf der anderen Seite muss die Partei dringen wissen, was das Volk will. Sonst riskiert sie soziale Unruhen. …

Mittlerweile soll es bereits zwei Millionen ‚Analysten für öffentliche Meinung’ geben, schreibt die staatliche Zeitung ‚Beijing News’. Demnach bekommen die ‚Analysten’ täglich Themen vorgegeben, und durchforsten das Netz mit speziellen Suchprogrammen, die auf tausende Server zugreifen können. …

Ein Grund dafür ist möglicherweise, dass in den Internet-Diensten zumindest ein Hauch an freier Meinungsäußerung möglich ist. ... Demnach löschen Zensor nicht pauschal alle kritischen Einträge gegen die Regierung, ganz im Gegenteil. Teilweise lässt die Regierung die Kritik offenbar bewusst zu und wertet sie aus ...

‚Es ist ein Widerspruch, wenn auf der einen Seite Einträge gelöscht werden und Blogger verfolgt werden, auf der anderen Seite aber die Regierung die wahren Gedanken der Bevölkerung wissen will.’ ... Ein neues Gesetz stellt die Verbreitung von Gerüchten im Internet unter Strafe, wenn eine falsche Behauptung mindestens 500 Mal geteilt oder mindestens 5.000 Mal gelesen wird. Er ist aber nicht klar geregelt, was als Gerücht zählt. Damit schneidet sich die Parteiführung nach Ansicht von Anti [chinesischer Blogger Michael Anti; 趙靜 Zhào Jìng] ins eigene Fleisch: ‚Wenn Bloggern das Reden verboten wird, erfährt die Regierung nichts.’“
(Handelsblatt vom 20. Oktober 2013: Wie China Soziale Netzwerke auswertet)

Michael Anti
趙靜
Zhào Jìng
(Foto: Wikimedia)

Wer in China nicht twittert, hat verloren.

Die chinesischen Pendants von Facebook (脸谱 Liǎnpǔ) und Twitter (推特 Tuītè) haben ihre eigene Gesetze. Viele junge Chinesen verbringen ein Großteil ihres Lebens im Internet (互联网 hùliánwǎng). Schätzungen zufolge gibt es mehr als 600 Millionen Internetnutzer (用户  yònghù) in China. Das ist mehr als Europa Einwohner hat.

Die wichtigsten Anbieter

Tencent QQ
腾讯
Téngxùn
Sina Weibo
新浪微博
Xīnlàng Wēibó
RenRen
人人网
Rénrénwǎng
Youku
优酷
Yōukù

 

Chinesische Besonderheiten

Die chinesischen Netzwerke (网络 wǎngluò) unterscheiden sich in vielen Punkten von ihren westlichen Gegenstücken. Der Ton, die Zielgruppe (目标群 mùbiāoqún), der Inhalt der Botschaften – all das unterscheidet sich von dem, was bei Facebook oder Twitter veröffentlicht wird.

Viele chinesische Netzwerke sind unterhaltsam und weniger ernst. Bei Tencent Weibo (腾讯微博 Téngxùn Wēibó) finden sich eher jüngere Chinesen; bei Sina Weibo (新浪微博 Xīnlàng Wēibó) dagegen, dem angesagtesten Sozialen Netzwerk, sind die Nutzer älter und ernsthafter.

_socialnetworks

Netzwerke als Marketinginstrument

Die Lufthansa (德航 Déháng) hat so genannte Studentenbotschafter (学生代表 xuésheng dài​biǎo) ernannt, die auf RenRen Tipps für die Reise nach Europa geben und nebenbei für Lufthansa werben.

Besonders gut kommen Botschaften an, die Orientierung in der verwirrenden Konsumwelt bieten. Traditionelle Medien werden wegen der Zensur (审查 shěnchá) als nicht vertrauenswürdig angesehen und die Skepsis gegenüber Lebensmittelproduzenten ist nach einer Reihe von Skandalen groß.

Der Kurznachrichtendienst (短信息服务 duǎnxìnxī fúwù) erweist sich dank der Beschränkung auf 140 Zeichen als gutes Mittel zur Mund-zu-Mund-Propaganda (口口相传 kǒukǒu xiāngchuán). Um authentisch rüberzukommen bemühen sich viele Unternehmen darum, ihr Produkt in sozialen Netzwerken von Stars (明星 míngxīng) und Bloggern (博客写手 bókè xiěshǒu) bewerben zu lassen. Was im Alltag in China als Guanxi (关系 guānxi) beschrieben wird, ist auch in Sozialen Netzwerken wichtig, denn man findet in China eher die Person toll, weniger die Firma.

Luó Yǒnghào
罗永浩
(Foto: Wikimedia)

2011 kippte Luó Yǒnghào (罗永浩), ein chinesischer Internet-Promi, drei Kühlschränke vor das Pekinger Büro der Firma Siemens (西门子 Xīménzǐ); aus Wut, weil seine Kommentare unbeantwortet blieben, für Siemens ein großer Imageschaden, denn viele Chinesen verloren das Vertrauen in Siemens-Produkte.


快书包
Kuài Shūbāo

Die Buchhandelskette Kuài Shūbāo (快书包; schnelle Schultasche) verspricht deshalb, auf jede Nachricht innerhalb von 15 Minuten zu antworten. So schnell sind aber nicht alle Unternehmen. Adidas (阿迪达斯 Ādídásī) zum Beispiel antwortet auf wöchentlicher Basis. Angesichts der Halbwertszeit (半衰期 bànshuāiqī) der Nachrichten ist das mehr als eine Ewigkeit.

 

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