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Prof. Dr. Frank Rövekamp

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0621-5203-423

Sekretariat
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24. September 2012

Kampf der Kulturen

24. September 2012

Chinesisch
文明冲突论 wénmíng chōngtū lùn (Kultur + Zusammenprall + Theorie)

Japanisch
文明の衝突 bunmei no shōtotsu (Kultur + Genitiv + Zusammenprall)

Arabisch
صراع الحضارات sra'e alhdarat

„Ich will diese Typen nicht mehr sehen.“

„Wieder einmal haben die Anhänger der These vom ‚Kampf der Kulturen‘ ein paar Festtage gefeiert nach den Reaktionen auf das Muhammad-Schmähvideo und französische Karkaturen. Der Kampf wurde gleichsam auf beiden Seiten propagiert, im Orient von den Salafisten, im Okzident von den Rechten. Und immer wieder wurde von Letzteren darauf hingewiesen, dass der Arabische Frühling lediglich zu einer Machtergreifung der Islamisten führe.
Aber statt des Kampfes der Kulturen zwischen Orient und Okzident steht den Ländern des Arabischen Frühlings ein interner Kulturkampf bevor. Die Frontlinie in Ägypten, Libyen und Tunesien verläuft dabei zwischen der Mehrheit der Gesellschaft und den ultrakonservativen Salafisten. …
‚Ich will einfach diese Typen hier nicht mehr sehen, die, wie Afghanen gekleidet, mich anhalten und mir Befehle erteilen.‘“

(Karim El-Gawhary in der Rheinpfalz vom 24. September 2012, S. 3)

kampf-der-kulturen
 
Die Welt ist durch das Wechselspiel von sieben oder acht Hauptkulturkreisen geprägt: die westliche, die konfuzianische, die japanische, die islamische, die hinduistische, die slawisch-orthodoxe, die lateinamerikanische und möglicherweise die afrikanische Kultur. Die wichtigsten Konflikte der Zukunft werden an kulturellen Frontlinien auftreten.
(Grafik: Wikimedia)
 
Der Begriff „Kampf der Kulturen“ geht auf den US-amerikanischen Politikwissenschaftler Samuel Huntington zurück, der dieses Konzept in seinem Buch „Clash of Civilizations and the Remaking of World Order“ 1996 erweiterte. Darin behauptet er, dass ein grundsätzlicher Antagonismus zwischen einzelnen Kulturkreisen bestünde. Ihm wurden deswegen eine selbsterfüllende Prophezeiung vorgeworfen, da sein Werk maßgeblichen Einfluss auf die Weltpolitik hatte. Besonders gefreut hat Huntingtons Theorie islamische Eiferer, da sie dadurch ihre (Vor-)Urteile bestätigt sahen.
 
Huntington nennt sechs Gründe für seine Theorie:
  1. Die Unterschiede zwischen den Kulturen sind nicht nur real, sondern auch fundamental.
  2. Die zunehmenden Kontakte unter den Kulturen verstärken das Bewusstsein der eigenen wie auch der kulturellen Differenzen.
  3. Der Prozess wirtschaftlicher Modernisierung und sozialen Wandels schwächt die identitätsstiftende Kraft der Nation. In einem Großteil der Welt hat die Religion die entstehende Lücke ausgefüllt.
  4. Der mächtige Westen steht Ländern gegenüber, die sich verstärkt nach nichtwestlichen Lebensformen sehnen.
  5. Kulturelle Unterschiede sind weniger beweglich. Heute kann jemand halb Franzose, halb Araber sein. Halb Katholik, halb Moslem zu sein ist viel schwerer.
 
kampf-der-kulturen-clash kampf-der-kulturen-chinesisch kampf-der-kulturen-japanisch
englische Ausgabe chinesische Ausgabe japanische Ausgabe

Chinesisch
《文明的冲突与世界秩序的重建》
Wénmíng de chōngtū yǔ shìjiè zhìxù de chóngjiàn
(Kultur + Genitiv + Zusammenprall + und + Welt + Genitiv + Wiederaufbau)

塞缪尔•亨廷顿 Sāimú'ěr Hēngtíngdùn (Samuel Huntington)

Japanisch
『文明の衝突と世界秩序の再創造』
Bunmei no shōtotsu to sekai chitsujo no sai sōzō
(Kultur + Genitiv + Zusammenprall + und + Welt + + Ordnung + Genitiv + Wiederaufbau)

サミュエル・ハンティントン Samyueru Hantinton (Samuel Huntington)

Chinesische Sichtweise des Kulturkampfs
 
„Deshalb wird jede ausländische Kritik als Angriff auf die chinesische Kultur verurteilt, als Verunglimpfung empfunden. Und Chinesen, die diese Kritik teilen, werden nicht nur als Dissidenten [持异议者 chíyìyìzhě], sondern als Staatsfeinde [公敌 gōngdí] behandelt. Der Begriff ‚Informationsimperialismus‘ [信息帝国主义 xìnxī dìguózhǔyì] soll natürlich Erinnerungen an die Opiumkriege [鸦片战争 yāpiàn zhànzhēng] und andere Demütigungen wecken. Die Bevölkerung soll denken, dass Ausländer, die von Menschenrechten [人权 rénquán] reden, China nur herabsetzen wollen.
Das muss nicht in jedem Fall völlig irrational sein. Wenn der chinesische Chauvinismus [沙文主义 shāwén zhǔyì] defensiv ist, so ist der amerikanische Chauvinismus meist offensiv.
Die Vorstellung, Amerika habe das gottgegebene Recht, Freiheit und Menschenrechte in der Welt zu verbreiten, zuweilen mit militärischen Mitteln, hat in vielen Ländern genau die gleiche Reaktion hervorgerufen wie seinerzeit die Napoleonischen Kriege [拿破仑战争 Nápòlún zhànzhēng] für Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit [自由、博愛、平等 zìyóu, bó'ài, píngděng]. So hehr diese Ideale [理想 lǐxiǎng] auch sein mögen, kein Volk der Welt will sie sich gewaltsam aufzwingen lassen.“
(Ian Buruma in der Weltwoche)

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