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Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

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Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
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Stellenangebot / Job Offer: 

Lecturer for Modern Korean Business & Society

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19. März 2012

cool

19. März 2012

Chinesisch
牛 niú (eigentlich: Rind)
酷 kù (eigentlich: erbarmungslos)

Japanisch
クール kūru (cool)

omg


OMG! 美语 (Měi​yǔ = amerikanische Sprache, American English)

Die US-Blondine Jessica Beinecke (白洁 Bái Jié) ist in China ein Star.

„Während des Unterrichts sitzt sie in ihrem Washingtoner Wohnzimmer, auf dem Tisch zwei Laptops, das Gesicht einer Webkamera [摄像头 shèxiàngtóu] zugewandt. Keine Lektion dauert länger als vier Minuten, fünf sind es jede Woche, und ihre Fangemeinde zwischen Harbin [哈尔滨 Hā'ěrbīn] und Hongkong [香港 Xiānggǎng] wächst und wächst.

Auf dem chinesischen Videoportal Yōukù (优酷) wird Beineckes Show pro Monat rund eine Million Mal angeklickt. Bei Wēibó (微博), der chinesischen Variante von Twitter (推特 Tuītè), folgen ihr mehr als 100.000 Fans. Die Aktivsten lassen sie mit schöner Regelmäßigkeit wissen, für welche Lebenslage sie gerade das passende Wort suchen. Cool soll es klingen, Slang [俚语 lǐyǔ] muss es sein. Für den Rest gibt es ja Lehrbücher.

Der Titel der Sendung ist so amerikanisch wie Baseball [棒球 bàngqiú], Hollywood [好莱坞 Hǎoláiwù] oder Halloween [万圣夜 Wànshèngyè]. ‚Oh My God‘ [我的天啊 wǒ de tiān à], gern auch abgewandelt zu ‚Oh My Gosh‘. Mal bedeutet es Staunen, mal pures Erschrecken, manchmal auch nichts. Man braucht sich nur zehn Minuten neben einen Washingtoner Pausenschulhof zu stellen, schon begreift man, wie gründlich der Spruch den lautmalerischen Alltag amerikanischer Teenager [少男少女 shàonán shàonǚ] prägt. Bái Jié, so Beineckes chinesischer Name, hat die dazugehörige Abkürzung gewählt, um ihrer Serie ein Erkennungszeichen zu geben. OMG.

Dass sie fließend Mandarin [普通话 pǔtōnghuà] spricht, hilft ganz gewiss. Außerdem entspricht sie ziemlich genau dem Klischee, dass man in Asien und wohl überhaupt im Ausland von einer Amerikanerin hat. Bái Jié ist blond, hat blaue Augen und strahlend weiße Zähne und strahlt jene unkomplizierte Fröhlichkeit aus, die ihre Landsleute gern mit dem Wort ‚bubbly‘ [有泡的 yǒu pàode = mit Blasen bzw. 有活动力的 yǒu huódònglìde = mit Lebenskraft] beschreiben. Sprudelnde Lebensfreude."
(http://www.rp-online.de/digitales/internet/us-blondine-erklaert-amerika-1.2757871; Frank Hermann: US-Blondine erklärt Amerika)

Jessica Beinecke beginnt ihren dreiminütigen Englischunterricht immer mit den folgenden Worten:

大家好,欢迎来到OMG美语,我是白洁,星期一到星期五,我都会播出一个节目,一起来学最新的、最地道的美语。

Dàjiā hǎo huānyíng láidào OMGMěiyǔ, wǒ shì Bái Jié, xīngqīyī dào xīngqīwǔ wǒ dūhuì bōchū yígè  jiémù, yiqǐ lai xué zuìxīn de dìdào de Měiyǔ.

„Hallo zusammen. Schön, dass ihr wieder einschaltet bei OMG-Meiyu. Ich bin Bai Jie. Montag bis Freitag mache ich jeden Tag eine Sendung und wir lernen zusammen den neuesten und authentischsten ‚American Slang’.”

Dazu winkt und kichert sie ausgelassen.

 

Der chinesische Youtube-Klon, auf dem man ihre Sendung abrufen konnte, beschloss aber ohne Angabe von Gründen (aber sicher auf Anweisung der Kommunistischen Partei), die lustigen Sprachlernvideos zu löschen. So heißt es jetzt:

我们非常抱歉,优酷网未能找到您所访问的地址。 您可能偶到了以下问题:

Wǒmen fēicháng bàoqiàn, Yōukùwǎng wèinéng zhǎodào nín suǒ fǎngwèn de dìzhǐ. Nín kěnéng ǒudàole yǐxià wèntí:

„Wir bedauern sehr, dass Youku die von Ihnen gesuchte Adresse nicht finden kann. Möglicherweise sind Sie auf das folgende Problem gestoßen:”

Hintergrund ist wohl, dass Jessica Beinecke Mitarbeiterin der Voice of America (美国之音 Měiguó zhī yīn) ist, dem offiziellen auswärtigen Sprachrohr der US-Regierung. OMG Meiyu ist somit Bestandteil der US-amerikanischen Außenpolitik. Es bleibt also der Verdacht, dass die US-Regierung diese Sendung benutzten wollte, um Sympathien bei jungen Chinesen zu gewinnen.

Wir können aber Jessica Beinecke weiterhin bei Youtube aufrufen: OMG! 美语 Gulp Nibble

Zur Person

Jessica Beinecke wurde 1986 geboren und wuchs in Pickerington (Ohio) auf. Sie studierte Journalismus an der Ohio State University und lernte 2007 Chinesisch am Middlebury College in Vermont, in Peking und in Hangzhou.
Die chinesische Redaktion des US-Auslandssenders Voice of America suchte eine Assistentin für Übersetzungen. Bald drehte Beinecke Reisesendungen, in denen sie Las Vegas und New York auf Chinesisch erkundete. Seit 2011 produziert sie OMG! Meiyu im Auftrag der Stimme Amerikas.
Sie trifft genau den koketten Kleine-Mädchen-Ton chinesischer Fernsehmoderatorinnen – und mischt ihn mit dem Enthusiasmus eines amerikanischen Cheerleader-Girls, was überraschend gut ankommt. Es hilft, dass sie so blond und niedlich ist – und dass sie ihre Lektionen auf Chinesisch erläutern kann. Außerdem richtete sie den Inhalt ihrer Sendungen nach den Zuschauerwünschen aus. Sie legt vor laufender Kamera ihr Make-up auf und erklärt, was „lipstick“ (唇彩 chúncǎi) und „eyeliner“( 眼线笔 yǎnxiànbǐ) sind.

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