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15. März 2012

Origami

15. März 2012

Japanisch
折り紙 origami (falten + Papier)

Chinesisch
折纸 zhézhǐ (falten, biegen + Papier)

Der japanische Origami-Meister Yoshizawa Akira (吉澤章) wäre gestern 101 Jahre alt geworden. Yoshizawa wurde 1911 im japanischen Kaminokawa (上三), Präfektur Tochigi (栃木県 Tochigi-ken) in einer Bauernfamilie geboren. Er wurde Schmied und technischer Zeichner. Als technischer Zeichner unterrichtete er seine Lehrlinge mittels Papierfaltung und machte diese Kunst später zum Mittelpunkt seines Lebens. Offenbar packte ihn die Lust am Falten, denn im Alter von 26 Jahren kündigte er, um sich voll auf seine Origami-Leidenschaft zu konzentrieren. Die nächsten 20 Jahre verbrachte er in Armut und versuchte sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten.

Im Zweiten Weltkrieg war Yoshizawa als Sanitäter in Hongkong stationiert. Im Lazarett faltete er kleine Origamifiguren, um damit die verletzten Soldaten aufzumuntern. 1951 erschienen in einem Magazin einige seiner Faltanleitungen. Damit kam der Stein ins Rollen. 50.000 Faltmodelle und ein System für Faltanleitungen stammen von ihm. Yoshizawa ist es du verdanken, dass es jedem möglich ist, Vögel, Schmetterlinge und andere Gegenstände zu falten. Er entwickelte ein eigenes System für gedruckte Faltanleitungen. Dabei werden die einzelnen Faltschritte mit Hilfe von Pfeilen und Linien dargestellt. Einzelne der Falttechniken Yoshizawas (z.B. das Nassfalten) sind einer der Hauptgründe, warum Origami sich als Kunstform etablieren konnte.

1983 erhielt er vom Tenno Hirohito (裕仁) einen Orden und noch mit 87 Jahren richtete er eine Origami-Ausstellung im Pariser Louvre (ルーヴル Rūvuru) aus. Verkaufen wollte er seine Werke jedoch nie, lediglich ein paar davon verschenkte er an Freunde.

origami

Yoshizawa starb 2005, an seinem 94. Geburtstag. Sieben Jahre später widmete ihm die Suchmaschine Google (グーグル Gūguru ) auf ihrer Startseite ein Doodle (englisch: Gekritzel), ein thematisch verändertes Logo (ロゴタイプ rogotaipu). Das Yoshizawa-Doodle zeigt die Google-Buchstaben so, als seien sie aus Papier gefaltet. Google hat damit den Origami-Künstler Robert Lang beauftragt, einer von denen, die praktisch alles aus Papier herausformen können.

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