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03. November 2011

Kan Naoto

Japanisch
菅 直人 Kan Naoto (Familienname: Kan)

„Der Tag macht mir bis heute Angst“

Herr Kan, mit welchen Gefühlen denken Sie an den 11. März des vergangenen Jahres [2011] zurück?

Mit Angst. Ich lebe in einem Vorort von Tokio. Meine Mutter lebt in Mitaka, ein kleines Stück weiter. Wenn das atomare Desaster sich von Fukushima aus weiter ausgebreitet hätte, wäre diese Gegend jetzt unbewohnbar. Der Gedanke macht mir bis heute Angst.

Wie begann die Katastrophe für Sie?

Mit dem enormen Erdbeben. Sofort haben wir uns im Krisenzentrum zusammengefunden und die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Unmittelbar danach erhielten wir die Information, dass ein Tsunami die japanische Küste treffen werde.

Von einer Gefahr für das Kernkraftwerk in Fukushima war zu diesem Zeitpunkt also noch keine Rede?

Sofort nachdem der Tsunami das Land erreicht hatte, erfuhr ich, dass in der Atomanlage die gesamte Stromversorgung zusammengebrochen war. Mir war bewusst, dass wir nun ein ernsthaftes Problem bekommen würden.“

(Der Stern vom 10. März 2012: „Der Tag macht mir bis heute Angst“)

Zur Person

Kan Naoto war Premierminister Japans während der Dreifachkatastrophe des Jahres 2011. Kan wurde 1946 in der Präfektur Yamaguchi geboren. Er studierte Physik an der Tōkyō Kōgyō Daigaku (Tokyo Institute of Technology) und arbeitete als Patentanwalt. 1974 eröffnete er sein eigenes Patentbüro.

1977 trat er dem „Sozialistischen Bürgerbund“ bei, zwei Jahre später beteiligte er sich an der Gründung des Sozialdemokratischen Bundes. 1980 wurde er erstmals ins Parlament gewählt. 1996 wurde Kan Gesundheits- und Sozialminister. In seine Amtszeit fiel die Aufdeckung eines Skandals um HIV-infizierte Blutkonserven. Er sorgte für die Veröffentlichung von Dokumenten, die bewiesen, dass das Ministerium es wissentlich versäumt hatte, die Blutkonserven aus dem Verkehr zu ziehen. Dadurch wurde er zu einem der beliebtesten Politiker Japans.

Im selben Jahr war er Mitbegründer der Demokratischen Partei (民主党 Minshutō, DPJ), die zur stärksten Oppositionspartei aufstieg. Nach deren Wahlsieg 2009 wurde Kan stellvertretenden Premierminister und Staatsminister für Wirtschafts- und Finanzpolitik, Wissenschaft und Technologie, später Finanzminister. Nach dem Rücktritt von Premierminister Hatoyama Yukio (鳩山 由紀夫) wurde Kan am 4. Juni 2010  Premierminister.

Als Premier kündigte er an, dass die Umsatzsteuer zur Deckung gestiegener Sozialausgaben von fünf auf zehn Prozent erhöht werden müsse. Im Wahlkampf hatte die Demokratische Partei aalerdings eine Mehrwertsteuererhöhung noch ausgeschlossen.

Ab dem  11. März 2011 bestimmten die Folgen des Tōhoku-Erdbebens (東北地方太平洋沖地震 Tōhoku-chihō taiheiyō-oki jishin) einschließlich der Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima I seine Amtszeit. Für die Opferhilfe und den Wiederaufbau war das Kabinett auf die Zusammenarbeit mit der Opposition angewiesen, die eine große Koalition aber mehrfach ablehnte und Kans Krisenmanagement heftig kritisierte.

Am 26. August 2011 trat Kan zurück.

Am 15. Oktober 2015 besucht Kan Naoto das Ostasieninstitut.

Siehe auch

Als Premierminister während der Fukushima-Krise

Frank Rövekamp: Der Premierminister und der Atomunfall

Christoph Neidhart in der Süddeutschen Zeitung vom 16. September 2015: Vor Schlimmerem bewahrt

Special lecture (DIJ / OAG Joint Event): Vortrag von Kan Naoto (Former Prime Minister of Japan):  福島原発事故の真実 [The truth about the Fukushima nuclear disaster]

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