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19. November 2014

Abe Shinzo

安倍 晋三 Abe Shinzō (Familienname: Abe)

„Die Begründung für seinen Rücktritt als japanischer Regierungschef 2007 klang reichlich seltsam: Stressbedingte Verdauungsstörungen hätten Shinzo Abe zum Aufgeben gezwungen. Skandale um seine Minister, von denen gleich mehrere zurücktraten und einer sich umbrachte, ließen nach einem Jahr im Amt schwere Zweifel an seinen Führungsqualitäten aufkommen. …

Die Rückkehr des Atombefürworters Abe zeigt, dass in der LDP das rechte Lager dominiert. Die LDP ist jene Partei, die Japan zum Schuldenstaat machte und verantwortlich ist für eine Atompolitik, bei der jahrzehntelang Sicherheitsfragen vernachlässigt wurden. Trotz Fukushima-Katastrophe hält die LDP weiter an der Atomkraft fest.
Kritikern gilt Abe als rechter Populist, der sein Fähnchen in den Wind hängt.
(Lars Nicolaysen und Takehiko Kambayashi im Bonner Generalanzeiger: Shinzo Abe im Portrait: Pragmatiker oder rechter Populist?)

Abe Shinzō stammt aus einer etablierten Politikerdynastie und ist ein sogenannter Erbabgeordneter (世襲議員 seshū giin). Schon sein Großvater war Premierminister und sein Vater Außenminister. Sein jüngerer Bruder ist ebenfalls Abgeordneter.

Nach einem Studium in den USA und einem Job in der Stahlindustrie übernahm Abe mit 29 Jahren gewissermaßen den Familienbetrieb. Als sein Vater starb, übernahm er dessen Wahlkreis und schrieb patriotische Bestseller wie „Für ein schönes Land“ (美しい国へ Utsukushii kuni e).

2002 holte ihn Premier Koizumi Jun’ichirō (小泉 純一郎) in sein Kabinett. 2006 wurde er für ein Jahr dessen Nachfolger. Bei seinem zweiten Anlauf 2012 setzte Abe auf sein Image als außenpolitischer Falke. So besuchte er den umstrittenen Yasukuni-Schrein (靖国神社 Yasukuni-jinja) - eine Provokation gegenüber den Chinesen, die der Ansicht sind, dass die Japaner dort Kriegsverbrecher verherrlichen. Japan und China lieferten sich dann auch noch einen Territorialstreit um die unbewohnten Senkaku-Inseln (尖閣諸島 Senkaku-shotō), denn Abe spekulierte darauf, dass patriotische Bekenntnisse bei seinen Landsleuten gut ankommen.

Unter dem Begriff Abenomics (アベノミクス abenomikusu) wird Abes Versuch zusammengefasst, mit einer enormen Geldschwemme die mehr als zwei Jahrzehnten andauernde Wirtschaftskrise in Japan zu durchbrechen.

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