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28. Juli 2014

Weiblicher Robin Hood

Chinesisch
女罗宾汉 Nǚ Luóbīnhàn (weiblich + Robin + Kerl)

„Vielleicht wäre ihr Leben anders verlaufen, hätte sie nicht eines Tages eine ältere Freundin kennengelernt, Lǐ Jie [李某 Lǐ Mǒu]: eine hübsche, schicke Frau, die irgendwie immer Geld zu haben schien. Eines Tages nahm Li Jie sie mit in eine andere Stadt. Sie fuhren zum Rathaus, spazierten hinein, nahmen den Lift zum 9. Stock. Es war Mittagspause, keiner war da. Táng Shuiyan [唐某某 Táng Mǒumǒu] sagt, sie sei nervös gewesen, habe sich aber kaum zu fragen getraut, da nahm ihre Freundin eine kleine Plastikkarte heraus und öffnete die Tür, vor der sie standen.

Im Schrank stapelten sich teure Zigaretten, eine Schublade quoll über vor Gold- und Silbermünzen. ‚Hilf mir‘, rief Li Jie, und so schnell sie konnten, stopften die beiden die Sachen in eine große Tasche. Für 150.000 Yuan, mehr als 18.000 Euro, verkauften sie die Beute, Li gab Tang 6.000 Euro ab. Das war im Jahr 2006. In die Fabrik ging Tang nicht mehr zurück.

Als die ältere Freundin 2008 starb, an einer Überdosis Drogen, da hatte sie Tang nicht nur das Einbrecher-Handwerk beigebracht, sondern vor allem die Regel Nummer eins: ‚Stiehl nur bei hohen Beamten. Die werden nämlich den Diebstahl nie anzeigen und dich nie verraten - weil sie selbst fürchten, als korrupt entlarvt zu werden.‘“
(Kai Strittmatter in der Süddeutschen Zeitung vom 6. September 2014: Die Diebin, die nur die Korrupten bestahl)

Chinas Netizens nennt Tang Shuiyan „Chinas Robin Hood“. Dabei hat sie ihre Beute nicht verteilt, sondern für die eigene Familie behalten. Aber weil sie von unten kommt, folgerten viele Kommentatoren, hier habe sich das Volk wieder geholt, was ihm zuvor entrissen worden sei. Sie wurde bereits 2009 schon einmal gefasst und saß für einige Monate im Gefängnis. Allerdings verschwand der Beamte, denn sie verpfiffen hatte, für viel längere Zeit hinter Gittern. Zuvor wurde Tang schon einmal von einem Bankdirektor beim Abräumen seines Schreibtisches überrascht, doch er ließ sie gehen, da bei einer Anzeige seine angehäuften Bestechungsgeschenke bekannt geworden wären.

 

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