• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

13. Februar 2014

Meiji-Verfassung

12. Februar 2014

Japanisch
明治憲法 Meiji-kempō (Meiji + Verfassung)
大日本帝國憲法 Dai-Nippon teikoku kempō (Verfassung des Kaiserreichs Groß-Japan)


11. Februar 1889 – Verkündung der Meiji-Verfassung in Japan

アルベルト・モッセ
Albert Mosse

„Für Albert Mosse ist Japan seine ‚geistige Werkstatt’. 1886 kommt der junge Richter als Berater der japanischen Regierung nach Tokio. Es ist die ‚deutsche Dekade’ in Japan, und Mosse steigt auf zum mächtigsten Wegweiser der Regierung rund um den jungen Kaiser Mutsuhito. ‚Dann wünscht der innere Minister einen Entwurf über Provinzanleihen’, schreibt er in die Heimat. ‚Am nächsten Tag wünscht der äußere Minister meine Meinung über die Zensur, und demnächst den Entwurf eines Pressegesetzes’.

Vor allem aber brütet Mosse über einem Gutachten zu einer neuen Verfassung für das Land. Sein Rat ist, die preußische Verfassung auf die japanischen Verhältnisse zu übertragen. Der Plan kommt an und gilt der ‚erleuchteten Regierung’ (‚Meiji’) als richtiger Weg zu neuer Größe. …

Im Zuge der Meiji-Reformen suchen kaiserliche Gesandte auf der ganzen Welt nach Vorbildern: zunächst in den USA, dann in Europa. In Essen bestaunen sie im Stahlwerk Krupp moderne Kanonen, in Berlin besuchen sie Vorlesungen über Staats- und Verfassungsrecht an der Universität. ‚Mit seiner Regierungsmaxime scheint Preußen für uns nützlicher zu sein als Großbritannien und Frankreich’, heißt es in ihrem Abschlussbericht.

Höhere Verwaltungsbeamte werden nach Tokyo bestellt, um das in mehrere hundert Lehenstümer zersplitterte Land zu einem modernen Nationalstaat zu formen. Albert Mosse wird der einflussreichste von ihnen. Die vom preußischen Gemeindegesetz übernommene Unterteilung Japans in Präfekturen, Gemeinden und Städte geht auf ihn zurück. …

Nach seinem dreijährigen Aufenthalt in Japan ist Albert Mosse eher ernüchtert Anfang 1890 kehrt er mit seiner Frau und seinen Kindern nach Deutschland zurück. Seine Reformvorschläge sieht er zwar größtenteils umgesetzt, in der Wirklichkeit aber zerrieben. ‚Das Kabinett besteht aus einer Reihe von Parteichefs, die sich wechselseitig bitter hassen und befehden’, lautet sein vernichtendes Urteil. ‚Das Volk ist von Parteiungen zerrissen. Die Jugend wächst auf ohne Moral. Überall Unreife. Ich fürchte, das Land geht schweren Stürmen entgegen.’"
(WDR: 11. Februar 1889 – Verkündung der Meiji-Verfassung in Japan)

Die Meiji-Verfassung wurde am 11. Februar 1889 verkündet und trat am 29. November 1890 in Kraft. Sie wurde durch die Nachkriegs-Verfassung vom 3. Mai 1947 abgeschafft.

Als 1867 Mutsuhito (睦仁) unter dem Thronnamen Meiji (明治) Kaiser wurde, kam es zur Meiji-Restauration, die die Rückkehr zum alt-japanischen Kaisertum zum Ziel hatte.

In der Folge wurden umfassende Reformen eingeleitet. Das Kaiserreich Japan sollte zur konstitutionellen Monarchie werden. Diese Verfassung orientierte sich an zwei Vorbildern: der britischen und der preußischen Verfassung; der Berliner Richter Albert Mosse war beratend tätig.

Zwischen den Anhängern der liberaleren britischen Ordnung und den Anhängern der autoritären Preußens wurde ein erbitterter Machtkampf ausgetragen. Es setzten sich schließlich die Anhänger einer an das preußische Vorbild angelehnten Verfassung durch, die dem japanischen Kaiser eher weitreichende Vollmachten zugestand. Aus dem britischen Einfluss heraus sind vor allem die Einteilung des Parlaments in zwei Kammern (Herren- und Abgeordnetenhaus) entstanden.  Weitere moderne Elemente der Verfassung waren die Unabhängigkeit der Gerichte und Grundrechte für die Staatsbürger.

Aus der Verfassung

Artikel 1: Der japanische Staat wird für ewige Zeiten ununterbrochen von Kaisern regiert und beherrscht.
Artikel 2: Die Krone ist den Bestimmungen des Kaiserlichen Hausgesetzes gemäß in dem Mannesstamme des Kaiserlichen Hauses erblich. (Lex Salica)
Artikel 3: Die Person des Kaisers ist heilig und unverletzlich.
Artikel 4: Der Kaiser ist das Oberhaupt des Staates. Er ist der Inhaber der Staatsgewalt und übt dieselbe nach den Bestimmungen der gegenwärtigen Verfassungsurkunde aus.
Artikel 11: Der Kaiser führt den Oberbefehl über das Heer und die Flotte.
Artikel 13: Der Kaiser hat das Recht, Krieg zu erklären, Frieden zu schließen und Verträge zu errichten.

 

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...