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23. Januar 2014

Offshore-Leaks

23. Januar 2014

Chinesisch
离岸解密 lí'àn jiěmì (verlassen + Küste + erklären + Geheimnis)

 

„Klar und unmissverständlich hatte er sich ausgedrückt, der chinesische Staatschef Xí Jìnpíng [习近平]. Er werde die Korruption und die Gier nach Luxus ausmerzen, sowohl bei den bestechlichen unteren Rängen, den ‚Fliegen‘ [蝇 yíng], als auch weit oben im System, wo die Einflussreichen die Hand aufhalten, die ‚Tiger‘ [虎 hǔ]. Und Xí Jìnpíng ließ Taten folgen: Auf Parteibanketten waren fortan teure Schnäpse verboten, außerdem gab es ein Werbeverbot für Luxusuhren. Vor allem aber traf die Kampagne in den vergangenen Monaten mehr als 100.000 Beamte, die entlassen wurden.

Doch was Xí Jìnpíng nicht auf den Weg brachte, ist die längst auch in China verbreitete Idee der Transparenz - die Vorstellung, dass die wirklich Mächtigen offenlegen, welche Besitztümer sie und ihre nahen Verwandten angehäuft haben. Dann wäre bekannt geworden, dass ausgerechnet Xí Jìnpíngs Schwager Mitbesitzer einer Firma ist, die auf den Britischen Jungferninseln [British Virgin Islands, 英属维尔京群岛 Yīngshǔ Wéi'ěrjīng Qúndǎo] angemeldet ist - einem Land, das vor allem als Steueroase [避税港 bìshuìgǎng] bekannt ist. …

Außer dem Schwager von Staatschef Xí Jìnpíng sind in den Dokumenten auch der Sohn und der Schwiegersohn des langjährigen Premierministers Wēn Jiābǎo [温家宝] zu finden, zudem die Tochter des früheren Premierministers Lĭ Péng [李鹏], ein Neffe zweiten Grades von Ex-Staatschef Hú Jǐntāo [胡锦涛], ein Schwiegersohn des Reformers Dèng Xiǎopíng [邓小平] und weitere Prinzlinge [太子党 tàizǐdǎng] - so nennt man die engen Verwandten der chinesischen Machtelite.“
(Süddeutsche Zeitung vom 22. Januar 2014: Offshore-Leaks China - Die Tricks der roten Prinzlinge)

2012 wurden von Firmen auf den Jungferninseln etwa 320 Milliarden Dollar nach China überwiesen. Das meiste davon ist chinesisches Geld  das gewaschen zurückkehrt.
Die chinesische Führung befürchtet nun, dass die Enthüllungen das Volk aufwiegeln könnten, denn in China ist die Kluft zwischen Arm und Reich riesig. Da kommen Berichte über den versteckten Reichtum der Führungsspitze ungelegen.

Im internationalen Rechercheteam waren außer Journalisten der Hongkonger Zeitung Ming Pao [明報 Míng Bào] auch der NDR und die Süddeutschen Zeitung beteiligt sowie anonyme chinesische Journalisten, die damit ihre Freiheit aufs Spiel setzten.

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