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11. Dezember 2013

18 Passanten

十八路人 shíbā lùrén (zehn + acht + Weg, Straße + Mensch/en)

Eine Frau ist in der ostchinesischen Stadt Sūzhōu (苏州) viermal überfahren worden, während Passanten teilnahmslos vorbeigingen. Auf einem Überwachungsvideo der Polizei läuft die ältere Frau bei Grün über einen Zebrastreifen, als sie von einem dreirädrigen Motorrad erfasst wird. Anschließend wird sie von drei weiteren Fahrzeugen überrollt. Die Frau starb noch an der Unfallstelle. Die Aufnahmen zeigen mehrere Passanten. Einige bleiben stehen. Eine Person deutet sogar in Richtung der Frau auf der Straße.

Der Unfall ereignete sich bereits Ende November. Aber die Polizei veröffentlicht erst jetzt die Bilder der Überwachungskamera. Das Schicksal der Frau ist kein Einzelfall, denn viele Chinesen glauben, dass es besser sei, einen Menschen totzufahren, als ihn schwer zu verletzen. Denn für einen Toten muss nur einmal Entschädigung gezahlt werden, während für einen Schwerverletzten über Jahre hohe Behandlungskosten anfallen können. Es gibt für absichtlich herbeigeführte Unfälle, bei denen sich Personen vor teure Autos werfen, den Ausdruck „Porzellan zerbrechen“ (碰瓷 pèngcí).

 

Im Oktober 2011  hatte ein ähnlicher Fall im südchinesischen Fóshān (佛山) für Aufsehen gesorgt. Damals die zweijährige Yuèyuè (悦悦; 王悦 Wáng Yuè) zweimal überrollt worden. Nachdem sie von einem ersten Fahrzeug überrollt worden war, überfuhr sie eine Minute später ein Kleinlaster. Auf einem Polizeivideo, das seinen Weg ins Internet fand, waren 18 Passanten zu sehen, die an dem blutend auf der Straße liegenden Mädchen vorbeigingen, ohne zu helfen. Erst die 19. Passantin, eine ältere Müllsammlerin, hatte Yuèyuè  an den Straßenrand getragen und sich dann auf die Suche nach ihrer Mutter gemacht.

Die „18 Passanten“ wurde zum Synonym für einen kaltherzigen Egoismus und ganz China debattierte über Moralverlust und Herzlosigkeit.
Die kontrollierten Medien Chinas waren bemüht, die Debatte zu steuern und betonten den persönlichen Einsatz der Müllsammlerin, die das Mädchen an den Straßenrand getragen hatte. Andere Kommentare der Parteipresse betonten, es dürfe nicht vergessen werden, dass in den vergangenen Jahren Millionen von Wanderarbeitern aus der Armut befreit worden seien.

Hier das Video.
(Vorsicht, schockierend!!!)

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