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Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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04. Dezember 2012

Einkindpolitik

一胎制 yī​tāi​zhì (ein + Fötus + System)
独生子女政策 dú​shēng ​zǐ​nǚ​ zhèng​cè (allein + gebären + Kind + Politik)
计划生育政策 jìhuà shēngyù zhèngcè (planen + gebären + Politik)


Propagandaplakat aus dem Jahr 1979
计划生育好
jìhuà shēngyù hǎo
(Familienplanung ist gut.)

„Während in Deutschland und anderen europäischen Staaten verstärkt Anreize gesetzt werden, um das Geburtenniveau anzuheben, kämpft das bevölkerungsreichste Land der Erde seit Jahrzehnten mit einem rasanten Bevölkerungswachstum. Um dieses einzudämmen, hat die Volksrepublik China im Jahre 1979 die so genannte ‚Ein-Kind-Politik‘ eingeführt.

Nach westlichem, demokratischem Verständnis ist dies ein massiver Eingriff in die Privatsphäre und das Selbstbestimmungsrecht der Menschen. …

Allgemein gesehen unterstreichen und vergrößern diese staatlichen Maßnahmen die schon bestehenden Unterschiede zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung, wie auch zwischen den armen und reichen Chinesen. Denn die hohen Geldbußen für ein zweites, ungenehmigtes Kind werden von der wohlhabenderen Schicht oft in Kauf genommen, wohingegen die Mittelschicht dazu nicht in der Lage ist. …

Allerdings sind die Menschen, die in der Stadt leben, auf die Mithilfe möglichst vieler Kinder bei der täglichen Arbeit nicht angewiesen ... Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für den einen Teil der Bevölkerung, während der, schon privilegierte ,andere Teil noch davon profitiert.

Außerdem ist das Geschlechterverhältnis bei der Geburt, das in der Regel bei rund 106 Jungen auf 100 Mädchen liegt, seit Einführung der Ein-Kind-Politik auf ein unnatürliches und historisch einzigartiges Niveau angestiegen. …

Somit steht die abnehmende Zahl der jungen Frauen einer immer größeren Anzahl von jungen Männern gegenüber. Aufgrund dieses Männerüberschusses und des Brautmangels wird es sicherlich immer stärker zu Schwierigkeiten auf dem Heiratsmarkt kommen. Einige Experten warnen sogar davor, dass das Land durch den immer höher werdenden Männeranteil eine kriegerischere und aggressivere Haltung in der internationalen Politik einnehmen könnte. …

Obwohl diese Anomalie der Sexualproportion überwiegend in den ländlichen Regionen Chinas vorkommt, tritt sie mittlerweile auch schon zunehmend in den Städten auf. Außerdem wird sich das Problem auf dem Land verschärfen, da die dort lebenden Frauen eine höhere Mobilität als die Männer aufweisen und deshalb oft in die Städte abwandern. Berechnungen zufolge werden in den nächsten Jahren 23 Millionen junge Chinesen in ihrem Heimatland keine Frau zum Heiraten finden.  Untersuchungen haben ergeben, dass sie durch diesen Umstand anfälliger sind, Verbrechen zu begehen. …

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, hat die chinesische Regierung eine Kampagne für mehr Mädchen im Land gestartet. ... Mittlerweile ist auch die Geschlechtsbestimmung vor der Geburt durch das neue Gesetz verboten. Folglich ist es auch den Ärzten unter Strafe untersagt, den Eltern das Geschlecht des Kindes mitzuteilen. …

Aufgrund der Ein-Kind-Politik konzentrieren sich die Eltern auch sehr stark auf ihr einziges Kind und setzen all ihre Energie dafür ein, dass dem Sohn oder der Tochter alle Möglichkeiten offen stehen. Deshalb investieren sie viel Geld in Frühfördermaßnahmen und die schulische Aus- und Weiterbildung ihres Nachwuchses. Ausgelöst durch die ehrgeizigen Eltern findet an den Schulen ein regelrechter Konkurrenzkampf statt, der die Kinder enorm unter Leistungsdruck setzt. ... Da die meisten Kinder ohne Geschwister aufwachsen, verhalten sie sich oft egoistisch und selbstsüchtig. Durch das Umsorgen der Eltern sind außerdem viele Kinder und auch Jugendliche verwöhnt und unselbständig. Um solchem Verhalten entgegenzuwirken, gibt es bereits Ferienlager, in denen den Kindern soziale Kompetenzen gelehrt werden und das Miteinander praktiziert wird.“
(Christine Pierk, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte: Die Ein-Kind-Politik der VR China und ihre Auswirkungen)



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