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12. September 2013

Parlament der Milliardäre

6. März 2014

Chinesisch
亿万富翁大会 yìwàn fùwēng dàhuì (hundert Millionen + zehntausend + reich + alter Mann + groß + Versammlung)
 
 
Blick in das Parlament der Milliardäre
(Foto: Wikimedia)
 

„Die Anweisung von Chinas Zensurbehörde kam per Kurznachricht: Die junge Journalistin soll in diesem Jahr nicht über die vielen Milliardäre im Nationalen Volkskongress [全国人民代表大会  Quánguó Rénmín Dàibiǎo Dàhuì] berichten. ‚Im vergangenen Jahr hatte das Thema auf unserer Website extrem viel Interesse geweckt‘, sagt die Reporterin. ‚In diesem Jahr müssen wir dazu schweigen.‘

Was nicht sein darf, darüber darf in China nicht berichtet werden. In Chinas formal kommunistischen System sind die Reichen krass überrepräsentiert. Von 358 chinesischen Milliardären, die dem Reichenforschungsinstitut Hurun bekannt sind, sitzen 31 als Volksvertreter im chinesischen Parlament. …

Offiziell haben die Reichen zwar als Leistungsträger und ‚Vorhut der wirtschaftlichen Entwicklung‘ ihren festen Platz im Nationalen Volkskongress. Doch es bleibt ein unangenehmer Nachgeschmack. Erst Anfang des Jahrhunderts hat der damalige Präsident Jiāng Zémín  [江泽民] überhaupt ‚Geschäftsleute und Kapitalisten‘ in das Scheinparlament aufgenommen. Heute, kaum anderthalb Jahrzehnte später, dominieren sie die Veranstaltung.“
(Finn Mayer-Kuckuk im Handelsblatt vom 5. März 2014: Das Parlament der Milliardäre)

In diesem Jahr müssen sich die Reichen wieder verstecken. Denn Schlagzeilen vom „Parlament der Milliardäre” kommen höchst unpassend. So bekamen die Abgeordneten Anweisungen, den Designer-Anzug zuhause lassen oder keine teure Uhr zu tragen.

Parteimitgliedern und Militärs ist es nicht länger erlaubt, teure Geschenke zu machen oder anzunehmen. Selbst die Ausgaben für Bankette wurden gekürzt.
Jetzt stellt sich heraus, dass neben dem Gastgewerbe und den Herstellern von Luxusgütern auch eine ganz andere Branche leidet: die Bestatter, denn die Funktionäre wagen es nicht mehr, so viel für Begräbnisse auszugeben.

 
白手起家亿万富翁
bái​shǒu​ qǐ​jiā yìwàn fùwēng
(~ vom Tellerwäscher zum Milliardär)
 
„Kein Land der Welt produziert so schnell so viele Dollar-Milliardäre wie Chinas sozialistische Marktwirtschaft. Derzeit gibt es 315 in der Volksrepublik, 64 mehr als 2012. …

Der Brite Rupert Hoogewerf
setzte den Immobilienhändler und Konzernchef der privatwirtschaftlichen Dalian-Wanda-Gruppe [万达] an die Spitze seiner neuen Hurun-Liste der Tausend vermögendsten Chinesen. Wang schaffte den Sprung nach ganz oben, indem er seit 2012 sein Vermögen verdoppelte, genau genommen um 114 Prozent. …

Chinas Milliardäre geben sich selbstbewusst. Weil aber Geld nicht alles ist, hat Hoogewerf nachgezählt, wie viele unter den Tausend Superreichen derzeit zugleich Delegierte im chinesischen Volkskongress NPC
([人大 Rén-Dà] 84) oder in dessen Beraterparlament CPPCC ([政协 Zhèngxié] 69) sind. Zusammen sind es 153.

Gut 15 Prozent der Superreichen dürfen also politisch zumindest mitreden. Einst war das ein absolutes Tabu in der Partei. Sieben konnten als Delegierte des 18. Parteitags im November die neue Führung China mitwählen. Höher durften Chinas besondere Kapitalisten bisher nicht in der Parteihierarchie aufsteigen.

Immerhin, so schätzt Hoogewerf, sind rund ein Viertel der 1000 reichsten Chinesen heute eingeschriebene Mitglieder der Kommunistischen Partei. Das dürfte der KP nebenbei satte Mitgliedsgebühren einbringen. …

Den neuen Zahlen zufolge ist derzeit unter 1300 Chinesen ein Millionär zu finden. Listen über Chinas Arme veröffentlicht Húrùn nicht. Weit mehr als 100 Millionen Chinesen leben heute von weniger als einem Dollar am Tag.“
(Johnny Erling in der Welt vom 11. September 2013: Volksrepublik China wird von Milliardären regiert)

Der gebürtige Luxemburger Rupert Hoogewerf (chinesischer Name: 胡润 Húrùn) veröffentlicht einmal ihm Jahr seine Hurun-Reichen-Liste (胡潤百富榜 Húrùn bǎifùbǎng) der reichsten Chinesen, das chinesische Gegenstück zur Forbes-Liste The World’s Billionaires".
 

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