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14. Mai 2013

vocaloid

Japanisch
ボーカロイド bōkaroido (englisch: vocal)


Hatsune Miku auf einer Verpackung
(Bild: Wikipedia)

„Ein hübsches, junges Mädchen mit langen, blauen Zöpfen steht auf der Bühne, hält das Mikrofon in der Hand, tanzt zu der Musik und beginnt  zu singen. Die Menge tobt und feuert sie an. Leuchtstäbe werden in die Luft gehalten und im Takt bewegt. Jeder Song wird begeistert mitgesungen, denn das Mädchen auf der Bühne ist ein Superstar. Aber sie ist kein realer Mensch.

Ihr Name ist Miku Hatsune [初音ミク Hatsune Miku] und sie wurde von dem Medienunternehmen Crypton Future Media mit der Vocaloid Technologie von Yamaha Corporation [ヤマハ株式会社 Yamaha kabushiki-kaisha] als Teil  einer Reihe von Synthesizer Sprachsoftwares (Vocaloid) ins Leben gerufen. Sie ist eine virtuelle Sängerin mit einer vom Computer synthetisierten Stimme.

Seitdem Mikus Software im August 2007 auf den Markt kam, hat sich eine gigantische Fangemeinde um das blauhaarige virtuelle Mädchen gebildet. Von dem 16jährigen Mädchen, deren Name sich aus Miku ([未来] Zukunft), Hatsu ([初] Erste/r) und Ne ([音] Klang) zusammensetzt, existieren im Internet tonnenweise Artworks, Fanvideos und natürlich auch Songs, die mit der Vocaloid Softwareerstellt wurden. …

Für jeden Songwriter wäre es ein riesiger Vorteil, einen Sänger zur Verfügung zu haben, der 24 Stunden bereit ist, immer 100 % gibt, niemals Pause macht, krank ist oder andere Termine hat.

Aber natürlich müssen die einzelnen Stimm-Fragmente, die in der Software benutzt werden, irgendwo her kommen. Dazu müssen reale Sänger ihre Stimmen zur Verfügung stellen. Endlos viele Zischlaute, Brummen, Summen, ‚Ahs’ und ‚ Ohs’ werden aufgenommen, eben alles, woraus sich menschliche Sprache zusammensetzt. Für einen Sänger, der seine Stimme der Vocaloid-Software stiftet um einen neuen Vocaloid zu erschaffen, ist dies natürlich so, als würde er einen Teil seiner Identität aufgeben. Denn jeder Song, der anschließend mit dem Vocaloid-Programm erstellt wird, in welchem die Stimme des jeweiligen Sängers als Vorlage benutzt wurde, wird der originalen Stimme des Sängers zwangsläufig sehr ähnlich sein. …

Stimmen aus dem Jenseits

Eine andere Überlegung wäre es, Stimmen von bereits verstorbenen Sängern, Schauspielern oder Sprechern zu verwenden. Berühmte Interpreten wie Elvis  [エルヴィス・プレスリー  Eruisu Puresurī] oder Michael Jackson [マイケル・ジャクソン Maikeru Jakuson] haben Unmengen an Stimmmaterial hinterlassen, das dazu benutzt werden könnte, die nötigen Fragmente für das Erstellen einer neuen Vocaloid-Software daraus zu benutzen. Natürlich ist das zu diesem Zeitpunkt alles nur Spekulation, aber so wäre es möglich sie zumindest für die Musikwelt wieder aufleben zu lassen.“
(Kathrin Nüsse im Japan Magazin vom 25. März 2013, s. 28ff: Vocaloid - Stimmen der Zukunft)

 

Das Eintippen des Namens Miku Hatsune bei YouTube führt zu zahlreichen Ergebnissen, wovon die meisten Videos bereits Millionen von Aufrufen haben. So gab Miku Hatsune beispielsweise vier Konzerte in Tokyo, für die innerhalb weniger Stunden 10.000 Karten verkauft wurden. Allein bei Facebook hat sie mehr als 955.000 Fans.

 

2007 berichteten verschiedene Medien, dass Miku Hatsune das Opfer der Zensur von Google und Yahoo! geworden sei, da keine Bilder von ihr in der Bildersuche beider Anbieter auftauchten. Google und Yahoo verneinten eine Zensur  und gaben an, dass ein Fehler in beiden Systemen dazu geführt habe, dass „Hatsune Miku“ (初音ミク) nicht gefunden werden konnten.

Die Rechte an den mit Vocaloid erzeugten Gesängen gehören, laut Softwarelizenz dem Benutzer. So ließen sich keine bekannten Sänger dazu überreden, von ihrer Stimme eine Kopie anfertigen zu lassen. Deshalb werden die Sprachdaten von Synchronsprechern (声優 seiyū) genutzt, was zu für Anime-Figuren typischen Stimmen führte, die der eines Sängeridols aus der Zukunft entsprechen sollen.

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