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22. Februar 2013

PowerPoint

Japanisch
パワー・ポイント Pawā pointo
パワポ pawapo (Abk.)

„PowerPoint-Präsentationen sind ein Fixpunkt im modernen Management. Ob man sie mag oder nicht, vermeiden lassen sie sich nicht. Fast scheint es, als ob eine Art internationaler Präsentationsstandard entstanden sei. Und doch sind Geschäftspräsentation – ob mit PowerPoint oder anderen technischen Hilfsmitteln durchgeführt – sehr viel kulturabhängiger als man meinen möchte. …

Schon im angloamerikanischen Raum wird der deutsche Präsentationsstil oft als sehr besserwisserisch und wenig inspirierend empfunden. Der Fokus auf Fakten wird oft als langweilig gesehen. Selbst geschäftliche Vorträge, meint man dort, dürfen ruhig auch mal unterhaltend sein. ...

Doch wie ist das in Japan? Gibt es einen bestimmten japanischen Präsentationsstil? Und wenn ja, wie sieht der aus?

... Wer mehr als eine japanische Präsentation [プレゼンテーション purezentēshon] gesehen hat, fragt sich auch oft, welche Thematik genau erläutert wird und vor allem, wer für das Layout [レイ・アウト reiauto] verantwortlich ist – einheitliche Templates [テンプレート tenpurēto = Vorlagen] gibt es in vielen Firmen nicht.

Auch Präsentationsstile sind viel kulturabhängiger als man denken möchte. Da kann bei einer wissenschaftlichen oder geschäftlichen Präsentation schon mal eine Micky-Maus [ミッキー・マウス Mikkī Mausu] durchs Bild düsen. Der Seriosität des Inhalts tut das keinen Abbruch. In vielen Fällen wird das sogar erwartet. Am Anfang meiner Karriere in Japan wurden meine Präsentationsfolien von Kollegen oft dadurch ‚verbessert’, dass Animationseffekte in Form von hüpfenden Fragezeichen oder ‚süße’ [かわいい kawaii] Tierfotos hinzugefügt wurden. Das gefalle dem Publikum, wurde mir gesagt. …

In westlichen Ländern sollte in einer Diskussion oder einem Vortrag EIN Thema diskutiert werden. Wenn man zu viele Aspekte beleuchtet, gerät man schnell in den Verdacht abzuschweifen, das Thema zu verfehlen oder sich nicht konzentriert mit einer Thematik beschäftigen zu können. In Japan ist das anders. Hier ist es vor allem wichtig, die Thematik von allen Seiten und vor allem von allen Beziehungsebenen zu beleuchten. Alle Stakeholder [ステークホルダー;ステーク・ホルダー sutēku horudā] eines Themas müssen in Betracht gezogen werden. Diese Sichtweise, die klarmachen soll, dass an alle Beteiligten gedacht wird, spiegelt sich auch in japanischen Diskussionen und Vorträgen wider. …

Schlafendes Publikum
Die Aufmerksamkeit der sonst so höflichen Japaner scheint in Vorträgen oft innerhalb von Minuten dahinzuschwinden. Meine erste Präsentation in Japan wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Auf einer wissenschaftlichen Veranstaltung trug ich japanischen Kollegen meine Forschungsergebnisse vor. Die Hälfte der Zuhörer befand sich offensichtlich im Tiefschlaf. Ein etwas irritierendes, aber wie sich später herausstellen sollte, recht häufiges Ereignis.

Denn auch während japanischer Präsentationen dösen viele Teilnehmer mit geschlossenen Augen vor sich hin. Aus westlicher Sicht nicht nur ein sehr unhöfliches, sondern schon fast beleidigendes Verhalten. Doch wer häufig in Japan präsentiert, wird schnell bemerken, dass dieses Verhalten nichts mit der Qualität oder dem Inhalt des Vortrags zu tun hat. Japanische Meetings, Versammlungen oder Präsentationen haben oft nicht das Ziel zu einer Einigung oder einem gemeinsamen Schluss zu kommen – sie sind vor allem Informationsveranstaltungen. Jede vorgebrachte Information wird im Normalfall auch noch auf verschiedenste andere Arten, etwa als Handout [ハンド・アウト hando auto], Flyer [フライヤー furaiyā] oder E-Mail [イー・メール ī mēru] zugänglich gemacht. Entscheidungen werden zudem in der Regel hinter den Kulissen getroffen, der Vortrag ist meist nur eine Zusammenfassung der Information, die ohnehin schon alle Teilnehmer erhalten haben.

So bieten Vorträge und Präsentationen eine gute Gelegenheit, während eines langen Arbeitstags eine kleine Entspannungspause einzulegen. Mit dem Vortragenden hat das nichts zu tun, so irritierend das für ihn auch sein mag.“
(Dr. Parissa Haghirian in Japanmarkt vom Mai 2012: Präsentationen ‚Japanese Style’)

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