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25. Januar 2013

Flop

Japanisch
失敗作 shippaisaku (Fehler + Niederlage + Werk)

 
スナック 3
sunakku san
Snack 3
(Quelle: Video)
トースト ホットミルク目玉焼きが一度にできる
tōsuto hotto miruku medamayaki ga ichido ni dekiru
Toast, heiße Milch und Spiegelei auf einmal zubereiten

„Japan hat der Welt den Walkman [ウォークマン wōkuman] beschert, den tragbaren Computer und beheizbare Toiletten: Geniale Ideen, denen jedoch eine enorme Zahl echter Flop-Erfindungen gegenübersteht.

Ein leidenschaftlicher Sammler hat die kuriosesten Geräte der 50er und 60er Jahre in Tokio der Öffentlichkeit präsentiert. In der bizarren Sammlung von Kenichi Masuda findet sich unter anderem der berühmt gewordene ‚Snack 3‘
[スナック 3 sunakku san] des Tōshiba-Konzerns [東芝]: eine Art Frühstücksautomat, der gleichzeitig Milch wärmt, ein Spiegelei brät und Brot toastet. Und auch mit dem laufenden Toaster scheiterte Toshiba beim Kunden - bei diesem Gerät wurde die Brotscheibe an einem Ende hineingesteckt, um zum anderen Ende zu wandern, dort gebräunt herauszukommen und auf einen bereitstehenden Teller zu plumpsen.

‚Die japanischen Küchen waren zu klein für diese Geräte, die doppelt so groß waren wie die herkömmlichen Apparate‘, meint der 49-jährige Masuda: ‚Die Leute hier haben einst vom westlichen Frühstück geträumt - aber das haben sie dann schnell bleiben lassen.‘

Masudas sechswöchige Ausstellung hat rund 10.000 Besucher angelockt, obwohl fast keine Werbung gemacht wurde. Viele Besucher schwelgen beim Anblick der Apparate in Erinnerungen: ‚Ich hatte Tränen in den Augen, als ich all diese Geräte wiedersah‘, sagt der 62-jährige Yasuyuki Iida gerührt. …

Nach dem Zweiten Weltkrieg standen drei Geräte ganz oben auf der Wunschliste der Japaner: Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine, die fortan als die ‚drei heiligen Schätze‘ galten. Für viele Menschen jedoch blieben diese Träume zunächst unerfüllbar - so kostete Mitte der 50er Jahre ein Fernseher etwa acht Monatslöhne eines Berufsanfängers.

Die Konsumgüterindustrie des Landes verstand dieses Wunschdenken sogleich zu nutzen: So brachte Panasonic
[パナソニック Panasonikku] einen Gaskocher in Fernseher-Form auf den Markt. Sharp [シャープ Shāpu] verpackte derweil ein simples Radio in einem Fernsehgehäuse. Doch selbst der Pseudo-Fernseher war noch teuer genug: Das Gerät kostete seinerzeit ein durchschnittliches Monatseinkommen. ‚Ob das Sinn machte? Ganz sicher nicht, aber es beweist, wie weit die Leute gingen, um einen Fernseher zu besitzen‘, meint Masuda.

War in den Jahren nach dem Krieg schon ein Schwarzweiß-Fernseher ein Luxusgut, so war ein Farbfernseher geradezu unerschwinglich. Ein findiges Unternehmen brachte deshalb bunte Plastikfolie auf den Markt, die vor dem Fernsehbildschirm befestigt werden konnte und das Schwarzweißbild einfärbte - auch diese Folie gehört zu Masudas Exponaten.“

(N24: Kuriose Flop-Erfindungen aus Japan)

(Video: Japans vergessene High-Tech-Perlen)
 

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