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11. Januar 2013

Aalbett

11. Januar 2013

Japanisch
鰻の寝床 (Aal + Genitiv + schlafen + Bett)

nikolaus-haus
„Wenn man deutsche Kinder ein Haus zeichnen lässt, kommt in der Regel ein Viereck mit spitzem Dach dabei heraus - eine Wahl, für die vermutlich die Märchenhäuschen der Gebrüder Grimm und die provinzdeutsche Einfamilienhaus-Tristesse zu gleichen Teilen verantwortlich sein dürften. Das typische Spitzdach-Viereck-Haus scheint so tief in der deutschen Psyche verwurzelt, dass selbst Architekten wie Kinder entwerfen und Bauämter die Phantasie an der Regenrinne abriegeln, indem sie Satteldächer vorschreiben. …

Wie innovativ man heute bauen kann, ist dagegen am anderen Ende der Welt zu besichtigen, in Japan. Dort entstehen seit einigen Jahren architektonische Meisterwerke, wie sie hierzulande kaum vorstellbar scheinen: zum Beispiel Häuser, die auf winzigen Grundstücken enorm viel Wohnraum herbeizaubern und die dennoch oft so schmal sind, dass sie ‚Unagi-no-nedoko‘ genannt werden - Aalbetten. ...

Das Bewundernswerte ist nicht einmal die formale Phantasie oder der Wille zur Spielerei, die sich in solchen Bauten ausdrücken, sondern ihre kluge Organisation des Raumes."

(Christian Tröster im Spiegel vom 9. 1. 2013: Wohnhaus-Architektur in Japan. Der Traum vom eigenen Aalbett)
 
 
(Aalbetten; Quelle: 建築家のひとりごと、、、、 Kenchikuka no hitorigoto = Architektenselbstgespräch)
 
Der Erfindungsreichtum der japanischen Baumeister hat allerdings einen einfachen Grund. In der Metropolregion Tōkyō (首都圏 shutoken) leben auf einem Quadratkilometer 14.000 Menschen – in Hamburg sind es nur 2.400. Außerdem sind in Japan die Erbschaftsteuern (遺産税 isanzei) so hoch, dass die Erben sich oft gezwungen sehen, Teile des Grundstücks zu verkaufen, um den Rest halten zu können. Deshalb werden Bauflächen geteilt, bis manchmal nur noch 50 Quadratmeter mit teils seltsamen Zuschnitten übrig bleiben.
 
aalhaus-buch
Buchtitel
内海隆一郎: 鰻の寝床
(ISBN: 978-4-33492282-5)
Darüber hinaus dürfen diese Flächen oft nur zur Hälfte bebaut werden. Welcher deutsche Architekt könnte auf 25 Quadratmetern ein Einfamilienhaus errichten? Die strengsten Bauvorschriften der Welt schreiben auch noch Erdbebensicherheit und einen Seitenabstand von 50 Zentimetern zum Nachbargrundstück vor.

Und die Budgets sind oft überraschend klein. Der Durchschnittpreis beträgt nur 180.000 Euro. Die dabei entstehenden Konstruktionen ermöglichen oft neue Möglichkeiten des gemeinschaftlichen Wohnens. Wenn ein Haus eine Art verdichtetes Gehöft ist, können die Bewohner Gemeinschaft und Individualität ganz anders aushandeln, als in drei Zimmern mit Küche, Bad und Carport.
daiwa-house
Allerdings sind auch in Japan kreativen Schöpfungen eine Ausnahme. Das meistverkaufte Fertighaus heißt xevoE (ジーヴォ・イー Jī). Der Hersteller Daiwa (大和) liefert pro Jahr rund 15.000 Stück davon aus und macht xevoE damit zu einer Art Toyota Corolla (トヨタ・カローラ) unter den Fertighäusern.

 

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