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24. Oktober 2012

Ein Beben - Elf Perspektiven

1beben11perspektivenStudents of East Asia Marketingmanagement e.V. (StEAM)

Ein Beben - Elf Perspektiven

München: Iudicium, 2012

116 Seiten

ISBN: 978-3-86205-078-9

Vorwort

„Katastrophen verändern Leben. Sie verändern möglicherweise sogar ganze Nationen. Das Erdbeben vom März 2011 in Japan ist so ein Beispiel. Betroffen waren nicht nur normale Menschen, in Deutschland und Japan wurden auch die Prioritäten auf staatlicher Ebene in Frage gestellt. Dieses Buch beinhaltet elf Aufsätze von Menschen, die diese Katastrophe am eigenen Leib erfahren haben. Zu jener Zeit waren sie alle Studenten, die, als Teil ihrer Ausbildung am Ostasieninstitut in Ludwigshafen, ein verpflichtendes Auslandsjahr in Japan absolvierten. Sie berichten von den Vorfällen ohne jede mediale Überzeichnung und Sensationsgier authentisch, persönlich und einzigartig. Einige von ihnen waren direkt vor Ort, beispielsweise in Sendai. Manche waren in der Umgebung von Tokio und Osaka oder andernorts. Man erhält einen Überblick über die damalige Situation in Japan. Zweifellos werden die hier enthaltenen Informationen jene interessieren, die bereits sehr vertraut mit dem Land sind. Jedoch wird es auch Nichtfachleuten leicht zugänglich sein. Sicherlich wird diese Sammlung bei denjenigen auf Interesse stoßen, die auf eine Debatte um Atomenergie bedacht sind und ferner zu einer überfälligen Diskussion über Medienverantwortung und -verlässlichkeit anregen. Die Autoren berichten nicht nur von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, sie laden auch zu einer Reflexion darüber ein, wohin es uns führen wird und wie wir dort hingelangen könnten.“ (Peter Wetzler, Univ. of California, Berkeley)

Vorwort

Mathias Obst: Erinnerungen an das Tohoku-Erdbeben
Claudio Segura Schmitz: Wie mich die deutschen Medien enttäuschten
Zhang Chicheng: Das japanische Erdbeben aus meiner Sicht
Bastian Lidzba: Erdbeben im 27. Stock
Dominik Wörns: Warum ich nicht nach Japan zurückkehrte
Kim Siemund: Nächtliche Odyssee nach dem Erdbeben
Christopher Lee Hütte: Aus dem Kreis einer japanischen Gastfamilie
Son Anh Bui: Mein dramatisches Erlebnis in Miyagi
Ulli Stähle: Schwankende Hochhäuser in Tokio
Carsten Linke: Das Beben und die Folgen von Kansai aus erlebt
Christoph Schwinghammer: Urlaub zum falschen Zeitpunkt

Leseprobe

Matthias Obst: Erinnerungen an das Tohoku-Erdbeben

Rezension

„Das Buch bietet eine sehr spannende und berührende Lektüre. Wie haben elf Austauschstudenten, die urplötzlich von jener Urkatastrophe des 11. März 2011 in ihren Semesterferien überrascht wurden, reagiert und jenen Schock überwunden? Sie hatten in fünf japanischen Universitäten, in Akita in Nordjapan, in Takasaki in der Gunma-Präfektur, an der Aoyama Gakuin in Tokyo, in Nagoya und an der Kansai Gaidai Universität nahe Kyoto, studiert. Teilweise befanden sie sich weitab vom Katastrophenzentrum, teils wurden sie urlaubsbedingt in Matsushima mitten im Tsunami-Gebiet getroffen oder strandeten auf der Durchreise auf dem Bahnhof von Chiba. Interessant und bemerkenswert ist, wie beherrscht und umsichtig alle, der japanischen Sprache oft nicht vollständig mächtig, mit der Katastrophe, den Beben, dem Strom- und Netzwerkausfall, dem vorübergehenden Zusammenbruch des Bahnverkehrs und den Versorgungsengpässen umgegangen sind. Vor allem auf Druck ihrer Eltern und auf Anweisung ihrer Hochschule flogen sie nach der Wasserstoffexplosion in Fukushima kurzfristig aus Japan aus, um dann fast alle zwei bis drei Wochen später – oft gegen den Widerstand der besorgten Angehörigen – zu Semesterbeginn in die oft recht leeren Vorlesungssäle für Austauschstudenten zurückzukehren.

Oft wurden jene Ausreisen mit sehr schlechtem Gewissen angetreten, ließ man doch japanische Freunde, Kommilitonen, Gastfamilien und Freundinnen zurück. Wer ganz schlecht in diesen Berichten wegkommt, sind die deutschen Medien mit ihrer hysterischen Panikmache, die den besorgten Angehörigen in der Heimat den Eindruck vermittelten, ganz Japan sei verstrahlt und unbewohnbar geworden oder jene Politiker, die ihre schmutzige politische Suppe mit der Dreifachkatastrophe kochen wollten – wobei sich, wie richtig beobachtet wurde, das deutsche Mitgefühl mit den Tausenden Tsunami-Opfern durchaus in Grenzen hielt. Zu den Tartarenmeldungen zählt die Information, ganz Sendai sei zerstört worden oder jener amerikanische Sender, der die Diskothek „Nuclear Plant“ im Herzen Tokyos in eine Karte der japanischen AKWs aufnahm. Viel mehr waren die Medien hauptsächlich am apokalyptischen Ausmalen der „Tschernobyl Katastrophe“ interessiert. Auch die deutsche Botschaft in Tokyo, die, nachdem sie am Notfalltelefon zunächst zum Bleiben aufgefordert hatte und einige Tage später nach Osaka evakuiert wurde, bekommt in diesen Berichten für ihre Tipps, die Nachrichten in Rundfunk und Fernsehen zu verfolgen und der undifferenzierten Empfehlung Jodtabletten einzunehmen, keine besonders guten Noten. Auch beim Ausfliegen gab es keine  Hilfe. Im Wesentlichen blieben diese jungen Leute in der Stunde der Not sich selbst überlassen, mussten sich angesichts der verqueren Nachrichtenlage, der Abwiegelung der japanischen Behörden und der Panikmache der deutschen und amerikanischen Medien selbst einen Reim machen und angemessen reagieren. Am spannendsten ist sicher der Bericht eines Pärchens, das in Matsushima an der Sanriku-Küste urlaubte. Man war gerade dabei, sich Schiffstickets am Hafen zu kaufen, als das Erdbeben gefolgt von der Tsunami-Warnung eintritt. ...

Wer in diesen Berichten am besten wegkommt, ist die japanische Bevölkerung. Es ist ganz unglaublich, wie hier unisono das hohe Lied auf die Disziplin, den Stoizismus, das Gemeinschaftserlebnis der zusammengewürfelten Notgemeinschaften und die spontane Hilfsbereitschaft der Japaner angestimmt wird. …
Erfreulich ist auch für den Leser zu erfahren, dass eine Generation, der oft nachgesagt wird, sie sei angesichts der Verführungen des Internets kaum noch des Lesens und Schreibens mächtig, doch eine sehr lesbare und stilistisch meist anspruchsvolle Prosa geliefert hat. Alles in allem: Ein sehr schönes und nachdenklich machendes Buch. “

Dr. Albrecht Rothacher (EU-Diplomat, Osteuropa- und Ostasienspezialist): Buchvorstellung II

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