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24. Oktober 2012

China - Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

rudolph_2010_2Jörg-M. Rudolph und Thomas Heberer

China - Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zwei alternative Sichten

297 Seiten

Wiesbaden: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, 2010

ISBN: 978-3-927-127-87-3

Kurzbeschreibung

„Einerseits ist China das große unbekannte Land voller Widersprüche. Andererseits glaubt fast jeder, das Wichtigste über das Land zu wissen. Mit den beiden Autoren haben sich zwei Kenner des Landes zusammengetan, um ihre unterschiedlichen Sichten auf das riesige chinesische Reich darzustellen. Beide haben lange dort gelebt und geforscht, beide sind der Sprache mächtig. Dass die Autoren nicht immer einer Meinung sind, stört nicht, sondern ist ein ausgesprochener Gewinn. Der Leser ist gefordert, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Der Blick auf Chinas Politik in Vergangenheit und Gegenwart, auf die aufstrebende Wirtschaft und eine Gesellschaft im Umbruch ist ebenso ungewöhnlich wie erhellend."
(Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung)

 

Aus dem Vorwort

China polarisiert.

Es ist das Verdienst der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung zu versuchen, über das Riesenreich aufzuklären. Zwei namhafte Autoren, die das Land hervorragend kennen, seine Sprache sprechen, dort lange gelebt und gearbeitet haben, es immer wieder bereisen, kommen in diesem Buch zu Wort.
Die Grundidee ist ungewöhnlich. Jörg-M. Rudolph, ehemaliger Präsident der Deutschen Handelskammer in China und nun Dozent am Ostasieninstitut der Fachhochschule Ludwigshafen und Thomas Heberer, Professor für Politik Ostasiens an der Universität Duisburg-Essen, liefern einen eindrucksvollen Einblick in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Das tun sie aus verschiedenen Blickwinkeln, und das macht dieses Buch spannend. Heberer ist der optimistischere Beobachter, Rudolph der kritischere. Die Leser müssen ihre eigenen Schlüsse ziehen.
Heberer ist davon überzeugt, dass sich die Volksrepublik in den letzten drei Jahrzehnten grundsätzlich geändert hat: China sei ein „lernender Entwicklungsstaat", der peu à peu seine Fehler korrigiert, schreibt er und lobt die „erstaunlichen Wandlungsprozesse" in China von einem „totalitärem zu einem autoritären Staatswesen". Die Kommunistische Partei sei von einer „Klassenpartei" zu einer „Volkspartei" geworden.
Dabei gibt er zu bedenken, dass ein Land so groß und so schwierig wie China, eines mit „derart zentrifugalen und disparaten Tendenzen … nur sehr schwer zu regieren, zu kkontrolliereen und zu führen“ sei.
Beispiele dafür sind die Unruhen in den autonomen Regionen Tibet (2008) und Xinjiang (2009), die China erschütterten. Heberer schildert ausführlich die Geschichte und oh im- die Hintergründe des Geschehens auf dem Dach der Welt. Er beleuchtet zudem Pekings Außenpolitik, etwa sein starkes Engagement in Afrika. Rudolph ist provokanter, schärfer: Er sieht in der KP, die in China alle Zügel in der Hand hält, einen mafiösen „Geheimbund", dessen Funktionäre nur ihre „Beute" im Sinn haben.
Auch er blickt zurück in die Vergangenheit Chinas. Flott spricht er dabei von einer „Mustopf-Kultur": China sei so lange rückständig gewesen, weil es sich konsequent philosophischen und technischen Neuerungen verwehrt habe.
Eigentlich, behauptet Rudolph, sei Chinas Gesellschaft immer noch „vormodern", konfuzianisch, gar „autistisch" - ein Land, dessen „heutige Elite wie ihre Vorgänger aufgeklärtes Denken und Handeln als Gefährdung ihrer absolutistischen Macht ablehnt" und dessen Bürger „Untertanen und als solche Freiwild für die Schikanen der Mächtigen" sind.
„Wie lange kann das in China noch gut gehen, wann explodiert es?" Diese Frage stellen sich Geschäftsleute, Politiker, Journalisten und Wissenschaftler immer wieder.“
(Andreas Lorenz, Korrespondent für den Spiegel seit 1999 in Peking)

Andreas Lorenz
Vorwort

Thomas Heberer
Die Modernisierung Chinas: Analyse eines komplexen Prozesses
China - Wandel und Vielfalt
I. Innere Entwicklung
Partei + Staat = Entwicklungsstaat?
Staat und Gesellschaft - getrennte Welten?
Umwelt und Umweltpolitik: Gibt es einen Ausweg aus der Katastrophe?
Welche Rechte haben Chinesen?
Soziale Konflikte und gesellschaftliche Protestformen
Nationalitätenprobleme in China
Rein wirtschaftlicher oder auch politischer Wandel?
II. China und die Welt
China in der internationalen Politik
Die chinesische Wirtschaft und ihre Rolle in der Welt
III. Zusammenfassung und Ausblick
Stabile Demokratie erfordert Voraussetzungen

Jörg-M. Rudolph
Charakteristika der chinesischen Autokratie
1. Partei und Staat: China - Beute eines Geheimbundes
2. Staat und Gesellschaft: Chinesische 酱缸文化 Mustopfkultur gegen europäische Aufklärung
3. Welche Rechte haben Chinesen? Der Weg aus der chinesischen Autokratie ist noch lang - sehr lang
4. Soziale Konflikte: Die Systemfrage ist schnell gestellt, das macht sie heikel
5. Die chinesische Wirtschaft und ihre Rolle in der Welt: Kapitalismus mit chinesischen Charakteristika
6. Umwelt und Umweltpolitik: Im gegebenen System ist weder die chinesische noch die globale Umwelt zu retten
7. Ethnien in China: Das Kolonialreich der 君子 Edlen
8. Gibt es politischen Wandel? Modernisierung ohne Aufklärung
9. China in der internationalen Politik: Nichts bleibt, wie es war und noch immer ist
10. Abschließende Betrachtung Es braut sich einiges zusammen für die europäische Welt

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