10 Jahre Ostasieninstitut

Zehn Jahre Marketing Ostasien
Jubiläum am Ostasieninstitut der Fachhochschule Ludwigshafen

Am 10. Dezember 1998 feierte der Studiengang Marketing Ostasien sein zehnjähriges Bestehen.

Aus diesem Anlaß fand in dem im Sommer 1997 bezogenen Institutsgebäude am Ludwigshafener Rheinufer eine Feierstunde statt, an der neben den Mitarbeitern des Instituts und Vertretern der Studierenden Repräsentanten der Fachhochschule, der Stadt Ludwigshafen, der Wirtschaft und der Medien teilnahmen.

Der Präsident der Fachhochschule, Professor Dr. Wolfgang Anders, hob in seiner Begrüßung hervor, daß der Studiengang "Marketing Ostasien", eine typische Fachhochschulinnovation, in den zehn Jahren seines Bestehens starke Resonanz gefunden habe. Zwar seien die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Fachhochschulen keineswegs günstig.

Dank großen persönlichen Engagements gelinge es jedoch immer wieder, bemerkenswerte Erfolge zu erzielen. Lob spendete auch der Vorsitzende der Landesvereinigung Rheinland-Pfälzischer Unternehmerverbände e.V., Dr. Eberhard Schwarz, der als Ehrengast den anschließenden Festvortrag über das Thema "Bildung und Ausbildung gestern, heute und morgen" hielt. Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß zwar das Bildungsideal des vorigen Jahrhunderts nicht wiederbelebt werden könne, daß aber auch in der Welt von heute bloßes Spezialistentum nicht genüge.

Das Ostasieninstitut trage - indem es in Theorie und Praxis die Begegnung mit einer fremden Kultur vermittele - auf seine Weise dazu bei, daß "Ausbildung nicht das Aus für Bildung ist.“ Bildung und Ausbildung wieder miteinander zu verbinden, sei überhaupt, so schloß der promovierte Chemiker und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens der chemischen Industrie, eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft.

Sodann ergriff der Geschäftsführer des Ostasieninstituts, Professor Dr. Siegfried Englert, das Wort. Er sprach seinen Dank für die tatkräftige Unterstützung aus, die der Studiengang von Anfang an fand, vor allem beim Land Rheinland-Pfalz.

Er erwähnte namentlich den amtierenden Wissenschaftsminister, Professor Dr. Jürgen Zöllner, dessen Vorgänger, den seinerzeitigen Kultusminister Dr. Georg Gölter, und Ministerialrat Professor Friedhelm Schwamm als den Leiter des zuständigen Referats, ferner Professor Friedrich-Wilhelm Gennheimer, der während der Gründungsphase als Dekan amtierte. Englert dankte auch der Klaus-Tschira-Stiftung, deren Förderung das Ostasieninstitut in die Lage versetzt, sich auf den neuesten informationswissenschaftlichen Stand zu bringen, und der Firma Siemens, die die erforderliche Hardware stiftete.

Rückblickend stellte Englert fest, daß der Studiengang nicht nur zum richtigen Zeitpunkt ins Leben gerufen wurde - sowohl in China wie in Europa traten 1989 Entwicklungen ein, die je auf ihre Weise den Studienbeginn im Oktober 1988 nachträglich als "perfektes Timing" erscheinen lassen - , sondern daß er auch, alles in allem, seine Bewährungsprobe bestanden habe. Als Innovation ohne unmittelbares Vorbild sei "Marketing Ostasien" unvermeidlicherweise ein großes Wagnis gewesen. Der berufliche Erfolg der ersten Absolventen und derer, die ihnen nach den ersten vier Jahren folgten, habe jedoch bewiesen, daß das Kozept "prinzipiell funktioniert".

Bedauerlich sei freilich, daß von den rund 600 Studierenden, die bisher den Studiengang Marketing Ostasien wählten, nur jeder Vierte einen erfolgreichen Abschluß erreicht hat. Als Ursachen nannte Englert den Umstand, daß eine ordentliche Grundfinanzierung des Studiums in vielen Fällen nicht mehr gewährleistet sei, ferner ein trotz des formal einheitlichen Maßstabs "Abitur" sehr unterschiedliches Bildungsniveau und ein gelegentlich feststellbares "tentatives Verhalten", d.h. ein unzureichendes Engagement, der Studienanfänger.

Ausreichende PC-Kenntnisse seien künftig schon für Studienanfänger unerläßlich, und es sei Aufgabe der Schulen, diese Kenntnisse zu vermitteln. Im übrigen bleibe die Verbesserung der Lehre "immer aktuell": Das Institut habe zu wenige hauptamtliche Lehrkräfte, und die Lehrbeauftragten arbeiteten "für Gottes Lohn".

Dem Rückblick und Ausblick des Institutsleiters folgten drei Präsentationen aus der laufenden Arbeit des Instituts. Frau Maria-Luise Haag M.A. gab einen Einblick in "Versuche mit Teachware", Herr Thomas Seifert, Student des Schwerpunkts China, und seine Brüder, die gemeinsam die technische Realisierung der Website des Instituts übernommen haben, referierten über "Das Ostasieninstitut im Internet", und der Ethnologe und Südostasienspezialist Dr. Stefan Dietrich stellte das Museum des Ostasieninstituts vor, dessen Bestände er zur Zeit katalogisiert und in Datenbanken dokumentiert.

Die Feierstunde endete mit einem launigen Schlußwort des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers des Verbands der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie e.V., Dr. Remmert-Ludwig Koch, der als Vorsitzender des Fördervereins dem Ostasieninstitut in Anspielung an seinen Standort und die Schiffsform seines Gebäudes für die Zukunft beständige achterliche Winde und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschte.