Asiatischer Aufsteiger im Blick

Hyundai ist ein Unternehmen aus Südkorea. Auch Samsung kommt aus dem Land, das in den vergangenen Jahren wirtschaftlich immer erfolgreicher geworden ist. Das Ostasieninstitut (OAI) bietet nun einen Studienschwerpunkt Korea an.

Schwerpunikt Korea 25 08 2016

Ludwigshafen. Zwölf Studierende werden ab dem 1. September mit dem neuen Schwerpunkt Korea starten. Das sagt Christine Liew, stellvertretende Direktorin des OAI im Gespräch mit der Rheinpfalz. Und sie erklärt auch gleich, warum diese Studierenden später gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben werden. Korea — und damit meint sie die Republik Korea, uns als Südkorea bekannt — sei in den vergangenen Jahren „wirtschaftlich immer erfolgreicher geworden“.

„Denken Sie an Gegenstände, die Sie im Alltag benutzen“, sagt sie noch; zählt das Smartphone von Samsung auf, Autos des Herstellers Hyundai, Kühlschränke oder Waschmaschinen von LG. Das alles sind koreanische Unternehmen. Auch kulturell werde Koreanisches immer bekannter: die Musikrichtung K-Pop etwa. Bei internationalen Filmfestivals sei Korea regelmäßig mit Eigenproduktionen dabei.

Kurz nach dem Koreakrieg, der 1953 endete, sei das Land sehr arm gewesen, erzählt Liew. Ein Problem: Die Rohstoffe liegen in Nordkorea. Südkorea habe stattdessen stark in Bildung investiert. Das Land werde von den Ideen des Konfuzianismus geprägt. Das bedeute, „gebildete Menschen werden sehr geachtet“, erklärt Liew, spricht von einem „sehr ehrgeizigen Volk“. Das sei bis heute so geblieben. Nicht nur im Positiven. Es herrsche eine starke Konkurrenz in der koreanischen Gesellschaft.

Die Studienschwerpunkte am OAI gehören zum Bachelor-Studium International Business Management East Asia der Hochschule Ludwigshafen. Zusätzlich zum eigentlichen BWL-Studium kommt noch die selbst gewählte Spezialisierung auf ein ostasiatisches Land dazu. Schon seit 1988 kann man sich am OAI mit China beschäftigen, später kam Japan dazu, nun Korea. Die Kombination zwischen Wirtschaft und Korea sei als Studiengang einzigartig in Deutschland, sagt Liew. Besonderer Teil des Studiums ist ein einjähriger Aufenthalt in dem jeweiligen Land. In Südkorea habe das OAI bislang zwei Partner-Hochschulen, sagt Liew: eine in der Nähe der Hauptstadt Seoul und eine in der zweitgrößten Stadt Busan. Weitere sollen hinzukommen. Beim Auslandsjahr gehe es darum, eine fremde Kultur „zu erfahren, sich anzupassen“.

„Südkorea ist ein bisschen wie Frankreich“, sagt Liew, sehr zentralisiert und auf die Hauptstadt fixiert. Das OAI wolle aber bewusst auch mit Institutionen in anderen Regionen zusammenarbeiten. Für den neuen Schwerpunkt sei bislang eine zusätzliche Lehrkraft eingestellt worden. Sie ist vor allem für den Sprachunterricht zuständig. Denn auch der ist zentraler Teil des Studiums am OAI. Dabei sei Koreanisch wesentlich einfacher zu lernen als Chinesisch und Japanisch, sagt Liew. Ein Schriftzeichen steht dort für einen Buchstaben — wie im deutschen Alphabet auch.

Wie sich die Nachfrage nach dem neuen Angebot entwickelt, kann Liew natürlich noch nicht absehen. Für das erste Wintersemester habe es über 30 Bewerber gegeben — was gut sei, berücksichtige man, dass das OAI erst zwei Monate vor Bewerbungsschluss im Internet über das Korea-Studium informiert habe. Und wer bewirbt sich für solch ein spezielles Studium? „Vor allem Leute, die mit koreanischer Kultur schon einmal in Berührung gekommen sind“, sagt Liew. Voraussetzung ist das aber nicht. Auch Koreanisch-Kenntnisse muss niemand vorweise. Der Sprachunterricht beginnt auf Anfängerniveau.

Noch Fragen?
Das OAI bietet Studieninteressierten an, bei einem individuellen Schnuppertag an Veranstaltungen im OAI teilzunehmen. Weitere Informationen: www.oai.de

(Rebekka Sambale in der Rheinpfalz vom 25. August 2016)