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28. Januar 2019

Tohoku Gakuin University

Aller guten Dinge sind zwölf!

Mit der Tōhoku Gakuin University (東北学院大学 Tōhoku Gakuin Daigaku) als neue Partnerhochschule ist das Dutzend in Japan voll, die Studierenden des Studienganges International Business Management (East Asia) haben nun die Qual der Wahl, wenn es um ihr Auslandsjahr in Japan geht.

Mit der Tōhoku Gakuin University weist die Hochschule seit Januar 2019 die dritte Partnerinstitution in der Region Tōhoku (東北) im Nordosten Japans, auf. Vielen wird der Name seit der Dreifachkatastrophe im Jahr 2011 ein Begriff sein. Damals erfasste nach einem starken Erdbeben ein gewaltiger Tsunami die Ostküste Japans und brachte Tausenden von Menschen den Tod, hinterließ zerstörte Ortschaften und löste eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit aus. Und viele Außenstehende wundern sich wohl, warum ausgerechnet in dieser Region die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen ihre Partneraktivitäten ausbaut.

Seit vielen Jahren entsenden wir erfolgreich Studierende nach Akita ganz im Norden der Hauptinsel Honshū (本州) zur Akita International University (秋田国際教養大学 Akita Kokusai Kyōyō Daigaku). Seit 2016 gehen unsere Studierenden an die renommierte Fukushima University (福島大学 Fukushima Daigaku), die in sicherer Entfernung zum zerstörten Kernkraftwerk liegt und auch ihre ausländischen Austauschstudierenden in zahlreiche Projekte und Aktivitäten involviert um den Menschen der Region wieder Mut zu einer besseren Zukunft macht. Hier erfahren unsere jungen „Delegierten“ so viel über die japanische Gesellschaft, ihrem Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt, wie es sich woanders wohl kaum wiederholen lässt. Auch nach ihrer Rückkehr sind sie von dieser Erfahrung geprägt und stolz darauf, nicht nur von ihrer „Heimat auf Zeit“ gelernt zu haben sondern Bestandteil eines wertvollen Prozesses gewesen zu sein.

Die Stadt Sendai (仙台), in der sich unsere neue Partnerhochschule befindet, ist das Zentrum der Region Tōhoku und heute findet man kaum noch Spuren der verheerenden Verwüstung von 2011. Sendai ist berühmt für seine Grünflächen und zahlreichen Festivals, die über das Jahr verteilt viele Besucher anlocken. Die Stadt wurde 1601 vom mächtigen Fürsten Date Masamune (伊達 政宗) gegründet. Er entsandte Japans erste Mission Richtung Westen und war auch dem Christentum nicht abgeneigt. Ende des 17. Jahrhunderts reiste dann Bashō (芭蕉), Japans wohl berühmtester Haiku-Dichter, durch das damalige „Hinterland“ Japans und setzte Tōhoku mit seinen zauberhaften Gedichten ein Denkmal bis in unsere Gegenwart. Die Tōhoku Gakuin University ist ein Kind der Neuzeit. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem ehemaligen Samurai und einem Missionar aus Lancaster gegründet, auch heute steht eine Kirche im Mittelpunkt des Hauptcampus. Rund 12000 Studenten studieren an sechs Fakultäten, besonders interessant für unsere Studierenden ist das Economics & Japanese Program  der Hochschule, hier werden Wirtschaftsveranstaltungen mit einem Sprachprogramm kombiniert.

Sendai ist eine junge Stadt, 38 Hoch- und weiterführende Schulen sind hier vertreten. Als regionales Zentrum mit über einer Millionen Einwohner bietet die Stadt viel an Unterhaltung und Kultur, verfügt über eine gute Infrastruktur mit U-Bahnlinien, eigenem Flughafen und Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahnen, Tōkyō erreicht man in unter zwei Stunden. Und ebenso schnell findet man sich auf dem Land wieder, kann am Mount Zaō (蔵王) Ski fahren, durch die Wälder wandern und kleine Tempel entdecken oder sich die berühmten Buchten von Matsushima (松島) ansehen. Auch Bashō war beim Anblick der vielen Inselchen und Inseln der Bucht von Sendai recht sprachlos: „Ah Matsushima, Matsushima ah!“ Sprachlos zurückkehren werden unsere Studierenden sicherlich nicht, sie werden den jüngeren Kommilitonen so Einiges zu berichten haben. Der Studiengang International Business Management (East Asia) freut sich auf eine gute Zusammenarbeit und bedankt sich bei allen Beteiligten, die dieses Abkommen ermöglicht haben.

 

Miyagi Bib

Die Bibliothek der Tohoku Gakuin University

(Foto: Christine Liew)