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22. Mai 2013

Shoganai

23. März 2011

しょうがない。 Shō ga nai. (Da kann man nichts machen.)

Variante
仕方がない。 (Shikata ga nai.)

shoganai

„Das erste Mal hörte ich shōganai in meiner Zeit als Kellner im Restaurant. Ich brachte einem Gast eine Flasche Rotwein, geöffnet.

Ich hatte ihn aber falsch verstanden, er wollte lieber Weißwein. Da die importierte Flasche fiir umgerechnet 160 Euro nun schon offen war, nahm und leerte er sie trotzdem. Viele leere Gläser später sollte ich ihm noch den Wein bringen, den er ursprünglich bestellt hatte.

Zwei Weinflaschen waren leer und der Gast in guter Stimmung. Er machte Witzchen über meinen Fehler, rief mich ständig an seinen Tisch, ohne etwas zu bestellen und gab mir Spitznamen. Nach Feierabend berichtete ich davon genervt meinem Chef. Der meinte nur: ‚Sh
ōganai.’

Die Wendung bedeutet soviel wie ‚da kann man nichts machen’ oder ‚es ist halt so’. Fehler wie der meine passieren eben, und Gäste betrinken sich. Seitdem hörte ich die Wendung immer öfter. Sie ist so allgegenwärtig wie ‚Danke’ oder ‚Herzlich willkommen’. Sh
ōganai ist eine Philosophie, eine kollektive Lebenseinstellung. Sie beschreibt die Ohnmacht vor Ereignissen, auf die man keinen Einfluss hat. Das Erdbeben hat mein Haus zerstört? Shōganai. Die Arbeit ist nicht mehr zu ertragen? Shōganai. Die Politik verbessert nichts? Shōganai. …

„Es dauerte nicht lange, und ich benutzte shoganai selbst. Ein Auftrag ist geplatzt? Sh
ōganai. Das Spiegelei ist beim Wenden aus der Pfanne gefallen? Shōganai. Ich konnte shōganai hier nicht ausreichend erklären? Shōganai.“
(Fritz Schumann: Japan 151. Conbook, 2013. ISBN: 978-3-943176-27-8)

Außerhalb Japans wird der Ausruf Shōganai vor allem als Resignation verstanden. Nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 (東北地方太平洋沖地震 Tōhoku-chihō taiheiyō-oki jishin) wurde die Redewendung als beispielhaft für den japanischen Fatalismus gesehen.

Frank U. Möser: Ihre Antwort ist Shoganai: Ruhe bewahren in Krisenzeiten
ISBN: 978-3842368583

Möser fasst seine Eindrücke während des Erdbebens in Japan sowie die internationale Berichterstattung zusammen. Er zeigt den Gegensatz - konstruktiver Ruhe und Gelassenheit der Betroffenen mit Hysterie und Wutbürgertum in Deutschland. Er erklärt die gelassene Art der Japaner zunächst die Gegebenheiten zu akzeptieren, sie in Ruhe zu analysieren und daraus Schlüsse für ein optimistisches Weitergehen durch die Shōganai-Grundhaltung der Japaner.

Seiner Meinung nach ist shōganai ist die positive Einstellung, die einen ein Problem durchstehen lässt. Es bedeutet demnach: „Es ist wie es ist, lass uns nicht ewig drüber reden und jetzt weitermachen!“

Shōganai - Wir können es nicht ändern.

Es hat schon viele Versuche gegeben, diesen japanischen Shōganai-Geist der Gelassenheit gegenüber der meisten Unbill des Lebens kulturphilosophisch zu erklären. Die meisten kreisen um die Tatsache, dass die Japaner ein Inselvolk sind, dessen Menschen eng aufeinanderleben, was ohne anerzogene Rücksicht auf den Nächsten schwer erträglich wäre. Andere sprechen von Taifunen und Tsunamis, die seit Jahrtausenden zur Lebenswirklichkeit der Asiaten gehören. Wirklich überzeugend ist allerdings keine dieser Theorien."
(Henrik Bork im Tagesanzeiger vom 14 März 2011: Lieber weg von hier)

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