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Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

Bibliothek

_______________________

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16. Mai 2013

Sonnensystem

Chinesisch
太阳系 tàiyángxì (höchstes + Yang + System)

Japanisch
太陽系 taiyōkei  (höchstes + Yang + System)
ソーラー・システム sōrā shisutemu (englisch: solar + englisch: system)
 
(Bilder: NASA-Fotos über Wikimedia)
 
0-sonne 0-merkur 0-venus 0-erde 0-mars 0-jupiter 0-saturn 0-uranus 0-neptun
Sonne Merkur Venus Erde Mars
Jupiter Saturn Uranus Neptun
太阳 / 太陽 水星 金星 地球 火星 木星 土星 天王星 海王星
höchstes Yang Wasserstern Metallstern Erdkugel Feuerstern Holzstern Erdstern Himmelskönigsstern Meereskönigsstern
Tàiyáng Shuǐxīng Jīnxīng Dìqiú Huǒxīng
Mùxīng Tǔxīng Tiānwángxīng Hǎiwángxīng
Taiyō Suisei Kinsei Chikyu Kasei
Mokusei Dosei Tennousei Kaiousei
0sonne 0merkur 0venus 0erde 0mars 0jupiter 0saturn 0uranus 0neptun
إريس ميكميك هاوميا بلوتو نبت أورانوس زحل المشتري سيريس
Shams Otaared Zuhra Ard Quamar Merrikh Zuhal Uraanus Niptuun
सूर्य
बुध
शुक्र पृथ्वी मंगल बृहस्पति शनि इन्द्र वरुण
Surya
Budha
Śukra Pṛthvī Maṅgala Bṛhaspati Śani Indra Varuṇa
Ἥλιος Ἑρμῆς Ἀφροδίτη Γαῖα / Γῆ Ἄρης Δίας Κρόνος Οὐρανός Ποσειδῶν
Hēlios Hermēs Aphroditē Gaia / Gē Arēs Dias Kronos Uranos Poseidōn
Sol Mercurius Venus Tellus Mars Iuppiter Saturnus Uranus Neptunus
Солнце Меркурий Венера Земля Марс Юпитер Сатурн Уран Нептун
Solnce Merkurij Venera Zemlja Mars Yupiter Saturn Uran Neptun
 
Das Sonnensystem ist die Sonne (99,8 %) plus ein winziger Anteil Bauschutt (0,2 %), der bei der Geburt der Sonne vor 45 Milliarden Jahren übrigblieb. Hauptbestandteile des Sonnensystems sind vier felsige oder terrestrische Planeten (Merkur, Venus, Erde und Mars) sowie die vier Gasriesen (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun).
Zwischen den beiden Gruppen bewegt sich ein Schwarm felsigen Schutts, der Asteroidengürtel, jenseits der Gasriesen ein Schwarm Eisschuttklumpen, den man Kuipergürtel nennt. Ganz weit draußen gibt es die Oortsche Wolke, die wahrscheinlich eine Billion Eiskometen beherbergt.

Albedo

japanisch
chinesisch
アルベド arubedo
反射能 hansha nō
太阳能反射率 
tàiyángnéng fǎnshèlǜ
Das Albedo (lateinisch: albus = weiß) ist das Maß für das Reflexionsvermögen eines Planeten.
0-merkur 0-venus 0-erde 0-mars 0-jupiter 0-saturn 0-uranus 0-neptun
Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
0,11 0,65 0,37 0,15 0,52 0,47 0,51 0,41
Werden alle Farben reflektiert, so ist das Objekt weiß. Wird keine Farbe reflektiert, so ist das Objekt schwarz. Absorbiert ein Objekt alle Farben, mit Ausnahme der roten Farbe, so sehen wir das Objekt als rot. Absorbiertes Licht wird in Wärme umgewandelt. Darum sind im Sommer dunkle Objekte wärmer als helle.
 
Zum Vergleich:
albedo-frischer-schnee albedo-alter-schnee albedo-wolken albedo-wueste albedo-acker albedo-rasen albedo-wald albedo-asphalt
frischer Schnee alter Schnee Wolken Wüste Felder Rasen Wald Asphalt
0,80–0,90 0,45–0,90 0,60–0,90 0,30 0,26 0,18–0,23 0,05–0,18 0,15

Aristarchos
japanisch
chinesisch
アリスタルコス
Arisutarukosu
阿里斯塔克斯
Ā​lǐsītǎkèsī
Aristarchos (Ἀρίσταρχος; - 230 v. Chr.) wird gelegentlich auf als der „griechische Kopernikus“ bezeichnet – nicht ganz zu Unrecht. Er erkannte schon 1.800 Jahre vor Kopernikus, dass die Erde um die Sonne kreist. Er prägte  den Begriff der Fixsterne und erkannte, dass die Erde eine Kugel ist. Ihm gelang es auch, den Durchmesser des Mondes annähernd zu berechnen. Allerdings stieß er mit seinen Ansichten auf wenig Gegenliebe.
Aristarchos sah nicht ein, dass die viel größere Sonne sich um die Erde drehen sollte und so setzte er die Sonne ruhend ins Zentrum des Universums. Erde und Planeten umkreisen die Sonne, während der Mond die Erde umkreist und die Fixsternsphäre „unendlich“ weit entfernt ruht.
 
Seine Schrift „Über die Größen und die Abstände der Sonne und des Mondes“ kann als die Geburtsstunde der Trigonometrie aufgefasst werden. Aristarchos überlegte sich, dass bei Halbmond das Dreieck Erde-Mond-Sonne ein rechtwinkliges ist. Sind dann Mond und Sonne gleichzeitig zu sehen, so braucht man nur den Winkel Halbmond-Sonne zu messen, und man erhält das Abstandsverhältnis Erde-Sonne zu Erde-Mond. Diesen Winkel zu messen ist jedoch sehr schwierig, denn wann ist der Mond exakt ein Halbmond, und kleinste Messfehler wirken sich enorm aus. Da Sonne und Mond etwa gleich groß am Himmel erscheinen, folgerte Aristarchos die 18-20 fache Größe der Sonne gegenüber dem Mond. Den Bezug zur Erdgröße verschaffte er sich aus der Beobachtung des Erdschattens bei einer totalen Mondfinsternis. Der Erdschatten hatte doppelten Monddurchmesser, und damit war die Erde dreimal so groß wie der Mond. Wäre er in die Nähe des wahren Wertes für die Sonne gekommen, hätte man ihn wohl für verrückt erklärt.
 
Kopernikus kannte Aristarchs heliozentrischen Ideen, denn er erwähnt sie in einer frühen Version seines Werkes „Über den Umschwung der Himmelskreise“. Später strich er jedoch diesen Vermerk aus ungeklärten Gründen wieder aus dem Manuskript.

Asteroiden
japanisch
chinesisch
小遊星
shōyūsei
小行星
xiǎoxíngxīng
Asteroiden (griechisch: ἀστήρ, astēr = Stern und -eides „ähnlich“) sind Kleinplaneten, von denen die meisten die Sonne zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter umkreisen.
ceres kleopatra ida-dactyl
Ceres ist groß genug, um Kugelform anzunehmen Kleopatra sieht aus wie ein Hundeknochen. Ida und ihr Mond Dactylus
Bei den Asteroiden handelt sich vorwiegend um felsartige Körper mit einem mehr oder weniger großen Anteil an schweren Elementen, darunter hauptsächlich Eisen.
 
Asteroiden unterscheiden sich sehr von den Planeten. Da sie zum größten Teil sehr klein sind, ist ihre Masse zu gering, als dass die Gravitation sie formen könnte: Sie sind unregelmäßig und haben keine Kugelform. Sie besitzen auch keinen geschmolzenen Kern. Diese großen Steine, die seit 4,5 Milliarden Jahren bedrohlich zwischen den Planeten umherirren, gelten als Zeugen der Entstehung des Sonnensystems.
 
Bei der Entstehung des Sonnensystems verhinderte der Planet Jupiter, dass sich diese Materiebrocken zu einem großen Körper zusammenklumpen können. In dessen Gravitationsfeld wurden bereits zu einer gewissen Größe herangereifte Körper wieder zerrissen beziehungsweise so gestört, dass sie zusammenstießen und dabei auseinanderbrachen.
 
vesta-lutetia-mathilde-ida-eros-gaspra-steins-itokawa
Vesta (groß), Lutetia, Mathilde, Ida, Eros, Gaspra, Steins und Itokawa

Asteroidengürtel
japanisch
chinesisch
小惑星帯
shōwakuseitai
(klein + Planet + Gürtel)
小行星带 
xiǎoxíngxīng
(klein + Planet + Gürtel)
Als Asteroidengürtel wird die Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten genannt, die sich zu Hunderttausenden zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter befindet. Diese Zone beginnt etwa 2 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt und reicht hinaus bis zu circa 3,6 Astronomischen Einheiten (1 AE entspricht der Entfernung Erde-Sonne.). Man vermutet, dass sich dort etwa ein bis zwei Millionen Asteroiden größer als ein Kilometer tummeln.
 
Schätzungen haben ergeben, dass alle diese Körper zusammen eine Masse von nur rund 4 Prozent der Masse unseres Mondes haben. Rund 32 Prozent davon beansprucht allein Ceres für sich. Weitere 19 Prozent entfallen auf die größeren Asteroiden Pallas, Vesta und Hygiea.
01ceres 1 Ceres Ceres wurde 1801 als erster Asteroid entdeckt und galt zunächst als der gesuchte achte Planet.
Symbol ist die Sichel der römische Göttin des Ackerbaus und gleichzeitig der umgedrehte Buchstabe C aus dem Namen Ceres.
02pallas 2 Pallas Pallas wurde ebenfalls 1801 entdeckt und galt zunächst als neunter Planet. Sie ist mit einem Durchmesser von 546 km der größte Asteroid.  Symbol ist Speer der griechischen Göttin Pallas Athene (Ἀθηνᾶ).
03juno 3 Juno Juno wurde 1804 entdeckt und ebenfalls zunächst als vollwertiger Planet eingestuft.  Symbol ist ein Stern auf einem Zepter als Symbol der obersten Göttin Juno (griechisch: Hera).
04vesta 4 Vesta Auch die 1807 entdeckte Vesta wurde zunächst als Planet bezeichnet. Sie ist mit zirka 516 km mittlerem Durchmesser der zweitgrößte Asteroid. Symbole sind Altar und Feuer für die römische Göttin Vesta, der Hüterin des heiligen Feuers.
05astraea 5 Astraea Nachdem die ersten vier Asteroiden entdeckt wurden, dauerte es 38 Jahre bis zur Entdeckung des fünften Asteroiden. Es war auch die letzte Entdeckung eines Asteroiden vor der Entdeckung des Planeten Neptun. Damals wurden die Asteroiden noch als vollwertige Planeten gezählt. Astraea galt deshalb für kurze Zeit als 12. Planet. Symbol ist eine Waage (manchmal ein umgedrehter Anker) als Symbol der Gerechtigkeit für die griechische Sagenfigur  Astraia (Ἀστραíα).
06hebe 6 Hebe Mit der Entdeckung von Hebe im Jahr 1847 begann eine Flut von Neuentdeckungen von Asteroiden. Daher wurde die Zahl der  Planeten auf acht begrenzt und der neue Begriff der Asteroiden (auch: Planetoiden) eingeführt. Symbol ist der Becher der Göttin der Jugend, Hebe (Ἥβη = Jugend), der Mundschenkin der Götter.
07iris 7 Iris Iris wurde 1847 als siebter Asteroid entdeckt. Symbol ist der Regenbogen für die griechische Götterbotin Iris (Ἶρις =  Regenbogen) und Stern für den Himmelskörper.
08flora 8 Flora Flora wurde 1847 als achter Asteroid entdeckt. Symbol ist eine Blume (lateinisch: flora) für die römische Göttin der Blüte.
09metis 9 Metis Metis wurde 1848 entdeckt und hat ihren Namen von der griechischen Göttin Metis, die Mutter der Pallas Athene. Symbol ist das Auge der Weisheit für die griechische Gottheit Metis  (Μῆτις = kluger Rat) und ein Stern.
10hygieia 10 Hygiea Mit einem Durchmesser von 409 Kilometer ist Hygiea der drittgrößte bekannte Asteroid im Hauptgürtel. Symbol ist der Äskulapstap mit Natter für die griechische Göttin der Gesundheit Hygieia (Ὑγίεια = Gesundheit), eine der Töchter des Asklepios ( Ἀσκληπιός).
11parthenope 11 Parthenope Parthenope wurde 1850 als elfter Asteroid entdeckt. Symbol ist die Harfe für die Parthenope (griechisch: Παρθενόπης), eine der singenden Sirenen.
12victoria 12 Victoria
Die Namensgebung des 1850 entdeckten Asteroiden Victoria war umstritten, da man glaubte, der Himmelskörper sei zu Ehren der britischen Königin Victoria benannt. Bis dahin war es unüblich, Asteroiden nach lebenden Personen zu benennen. Der Entdecker wies jedoch darauf hin, dass die römische Siegesgöttin die Namensgeberin war. Symbol ist der Lorbeerkranz für die römische Personifikation des Sieges (Victoria = Sieg) und ein Stern.
13egeria 13 Egeria Der Asteroid Egeria wurde 1850 als dreizehnter Asteroid entdeckt und benannt nach Egeria, einer weissagenden Quellnymphe der römischen Mythologie. Symbol ist der Schild der römischen Nymphe Egeria und ein Stern.
14irene 14 Irene Irene wurde 1851 als vierzehnter Asteroid entdeckt wurde. Der Name leitet sich von der Hore Eirene ab, die in der griechischen Mythologie die Verkörperung des Friedens darstellte.
Taube mit Olivenzweig als Symbol des Friedens (griechisch: εἰρήνη Irene = Frieden) und Stern
15eunomia 15 Eunomia Eunomia wurde 1851 entdeckt und nach Eunomia, eine der Horen genannten Töchter des Zeus und der Themis benannt. Symbol ist das Herz als Symbol für die gesetzliche Ordnung (griechisch: Εὐνομία Eunomia = gutes Gesetz) und ein Stern.
16psyche 16 Psyche (16) Psyche wurde 1852 wurde. Benannt wurde sie nach Psyche (ψυχή, psychḗ), der Frau des griechischen Gottes Eros (Ἔρως Érōs). Symbol ist ein Schmetterlingsflügel als Symbol der Seele (griechisch: ψυχή psychḗ) und ein Stern.
17thetis 17 Thetis Thetis wurde 1852 entdeckt und benannt nach Thetis, einer Meeresnymphe aus der griechischen Mythologie. Symbol ist ein Delphin als Symbol der griechischen Meeresnymphe Thetis (Θέτις) und ein Stern.
18melpomene 18 Melpomene Melpomene wurde 1852 entdeckt und ist benannt nach Melpomene, der Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs. Symbol ist der Dolch der Melpomenē (griechisch:  Μελπομένη = die Singende) und ein Stern.
19fortuna 19 Fortuna Fortuna wurde 1852 entdeckt und ist benannt nach Fortuna, der römischen Glücks- und Schicksalsgöttin. Symbol ist das Rad des Schicksals (lateinisch: fortuna = Schicksal, Glück) und ein Stern.
     

Astronomische Einheit

japanisch
chinesisch
 
天文単位
tenmon tan'i
(Astronomie + Einheit)
天文单位 
tiānwén dānwèi
(Astronomie + Einheit)
venustransit
Der britische Astronom Edmond Halley (1656–1742) erkannte die Bedeutung der Beobachtungen des Venustransits für die Entfernungsbestimmung im Sonnensystem. Denn die Abstände der Planeten von der Sonne waren noch nicht bekannt, und das dritte keplersche Gesetz lieferte nur die Verhältnisse der Bahnradien der Planeten, aber keine absoluten Werte. Kannte man hingegen etwa die Astronomische Einheit, also die Entfernung zwischen Erde und Sonne, ließen sich auch die mittleren Halbachsen der übrigen Planetenbahnen berechnen.

Halley regte an, den Venustransit von mehreren Standorten über die Erde verteilt zu beobachten, deren Abstände genau bekannt waren. Dann sollte sich die Astronomische Einheit mit Hilfe des dritten keplerschen Gesetzes auf 0,2 Prozent genau bestimmen lassen. Astronomen etwa beobachteten den zweiten der beiden Durchgänge von rund 80 Stationen. Darunter ist wohl die bekannteste Expedition jene von James Cook im Jahr 1769.
 
Die astronomische Einheit ist die Entfernungsangabe im Sonnensystem. 1 AE = mittlere Entfernung Erde-Sonne = 149,6 Millionen Kilometer. Ein Lichtstrahl durcheilt diese Strecke in 8 Minuten und 30 Sekunden.

Für ihre wichtigste Maßeinheit, das Parsec (3,257 Lichtjahre), nehmen die Astronomen die astronomische Einheit als Basis und denken sich darüber ein spitzes Dreieck. Das Parsec gibt dann die Entfernung von der Spitze des Dreiecks bis zur Mitte der Basis an. Ein Parsec ist die Entfernung, in der der Erdbahnradius unter einem Winkel von einer Bogensekunde erscheint.


Atmosphäre
japanisch
chinesisch
 
大気圏
taikiken
(groß + Gas + Kreis)
大气层
dàqìcéng
(groß + Gas + Schicht)
atmosphaere
Die Atmosphäre (griechisch: ἀτμός atmós = Dampf und σφαῖρα sphaira = Kugel) ist die gasförmige Hülle um einen Himmelskörper. Sie besteht meistens aus einem Gemisch verschiedener Gase, die vom Schwerefeld des Himmelskörpers festgehalten werden.
 

Terrestrische oder Gesteinsplaneten

Der Merkur hat keine Atmosphäre im herkömmlichen Sinn, denn sie ist dünner als ein labortechnisch erreichbares Vakuum. Der Druck der Venusatmosphäre kommt dem Druck in 910 Meter Meerestiefe gleich. Die Marsatmosphäre ist ziemlich staubig. Der atmosphärische Druck entspricht dem Luftdruck der Erdatmosphäre in 35 Kilometern Höhe.

0-merkur 0-venus 0-erde 0-mars
Merkur Venus Erde Mars
kaum nachweisbare Atmosphäre 96 % Kohlendioxid
3 % Stickstoff
78 % Stickstoff
21 % Sauerstoff
95 % Kohlendioxid
3 % Stickstoff
Jovianische oder Gasplaneten
 
Jupiter hat keine klar begrenzte Atmosphäre. Fast der ganze Planet besteht aus Gasen, und die Gashülle geht mit zunehmender Tiefe in einen flüssigen Zustand über. 1 Bar Atmosphärendruck wird bei Gasplaneten als „Oberfläche“ definiert. Der Heliumanteil ist beim Saturn wesentlich geringer. Dies hängt mit der niedrigeren Temperatur zusammen, durch die das Helium größtenteils kondensieren konnte. Auch  Uranus wird als flüssiger Planet mit einer gasförmigen Atmosphäre betrachtet, die nicht klar nach unten begrenzt ist. Neptuns blaue Farbe wird wie bei Uranus durch das Methan verursacht, das rotes Licht absorbiert.
0-jupiter 0-saturn 0-uranus 0-neptun
Jupiter Saturn Uranus Neptun
89 % Wasserstoff
10 % Helium
96 % Wasserstoff
3 % Helium
82 % Wasserstoff
15 % Helium
2 % Methan
80 % Wasserstoff
19 % Helium
1 % Methan

Bahnstörung
japanisch
chinesisch
摂動
setsudō
摄动
shèdòng
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Pluto noch nicht entdeckt war, theoretisierten die Astronomen über einen weiteren Planeten außerhalb der Neptunbahn. Sie beriefen sich auf Störungen der Uranus- und der Neptunbahnen, die vermutlich durch ein noch ferneres Objekt verursacht wurden. Man nannte es "Planet X".
 
Nachdem 1930 Pluto entdeckt war, vermuteten einige Astronomen anhand der Bewegung vom Uranus, dass sich jenseits seiner Bahn noch ein weiterer Planet befinden müsse (außer Neptun und Pluto). Als aber Voyager 2 im Jahr 1989 am Neptun vorbeiflog, war klar, dass es keinen Planet X geben konnte. Ansonsten wäre die Sonde durch die Gravitation des mysteriösen Planeten von ihrer Bahn abgelenkt worden.

Barringer-Krater
japanisch
chinesisch
 
バリンジャー・クレーター
Barinjā kurētā
(Barringer + crater)
巴林杰陨石坑
Bā​línjié yǔn​shíkēng
(Barringer + fallen + Stein + Grube)
 
Der bekannte Meteorkrater in Arizona heißt offiziell Barringer-Krater, nach Daniel Barringer, der ihn zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Einschlagkrater identifiziert hat Der Krater befindet sich im Besitz seiner Nachkommen und wird von ihnen als Touristenattraktion vermarktet. Er entstand vor rund 50.000 Jahren, als ein etwa 40 Meter großer Klumpen aus Eisen und Nickel aufprallte.
Noch vor einem Jahrhundert klassifizierten Geologen den Meteorkrater als Ergebnis einer unterirdischen Dampfexplosion. Dabei gibt es in der Umgebung keinerlei sonstige Hinweise auf Vulkanismus.
Barringer ließ sich von der offiziellen Lehrmeinung nicht beirren. Die Form des Kraters, die metallischen Überreste und die herumliegenden Gesteinsbrocken waren für ihn überzeugende Hinweise auf einen kosmischen Einschlag. Er erwarb die Besitzrechte und begann mit seiner Schatzsuche nach dem Eisen.
Hier allerdings irrte Barringer. Er hatte außer Acht gelassen, dass ein kosmisches Geschoss genug Energie mitbringt, um vollständig zu verdampfen.
 
Der Barringer-Krater (auch: Arizona-Krater) ist ein Einschlagskrater im US-Bundesstaat Arizona, der durch das Wüstenklima besonders gut erhalten ist. Er wurde als erster Krater anerkannt, der durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden ist.

Blaue Murmel
japanisch
chinesisch
   
ザ・ブルー・マーブル
Burū māburu
(blu + marble)
蓝色弹珠
Lánsè dànzhū
(blau + Murmel)
blaue murmel Blue Marbel
(Bild: Wikimedia)
1972 gelang es den Astronauten von Apollo 17, die Erde aus einer Entfernung von 45.000 Kilometern als Ganzes zu fotografieren. Es ist eine der wenigen Aufnahmen, auf denen die Erde ganz beleuchtet ist, da die Astronauten die Sonne im Rücken hatten. Das Foto ging als „Blue Marble" (Blaue Murmel) in die Geschichte einging und wurde zu einer Ikone der damals noch jungen Umweltbewegung.

Die Original-Bildbeschreibung lautet:
„Ansicht der Erde, wie sie von der Mannschaft von Apollo 17 auf dem Weg zum Mond gesehen wurde. Dieses Mondflug-Foto erstreckt sich vom Mittelmeer bis zur Eiskappe der Antarktis. Zum ersten Mal ermöglichte es die Apollo-Flugbahn, die antarktische Eiskappe zu fotografieren. Beachten Sie die dichte Wolkendecke über der südlichen Halbkugel. Fast die ganze Küste Afrikas ist klar sichtbar. Die arabische Halbinsel ist am nordöstlichen Rand von Afrika sichtbar. Die große Insel vor der Ostküste Afrikas ist die Republik Madagaskar. Das asiatische Festland befindet sich am nordöstlichen Horizont.“

Ceres
japanisch
chinesisch
 
セレス
Seresu
(Ceres)
谷神星 
Gǔshénxīng
(Getreide + Gottheit + Stern)
ceres
Am 1. Januar 1801 suchte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi den Nachthimmel wieder einmal nach Gestirnen ab, um ihre Positionen neu zu vermessen. Er  hatte schon Jahre damit verbracht, ein Verzeichnis von mehr als 6.000 Sternen auf einen besseren Stand zu bringen.
An diesem Abend nun entdeckte Piazzi im Sternbild Stier einen Lichtpunkt, der nicht im Katalog registriert war. Er blieb außerdem nicht an Ort und Stelle. In der folgenden Nacht war er bereits ein Stückchen weitergewandert. Bis zum 11. Februar verfolgte Piazzi seine Spur. Dann verschlechterte sich das Wetter, und Piazzi erkrankte.

Der Himmelskörper verschwand hinter der Sonne, und es war fraglich, ob Piazzi ihn jemals wiederfinden würde. Gleichwohl ging das Gerücht um, der Direktor des Observatoriums von Palermo, Giuseppe Piazzi, habe einen neuen Planeten entdeckt. Der junge Mathematiker Carl Friedrich Gauß las davon und erkannte die Gunst des Augenblickes. Seine Ideen zur Bewegung der Himmelskörper konnten nun dazu beitragen, die weitere Bahn des verlorengegangenen Planeten ausfindig zu machen.

Der Planet folgte tatsächlich der vorberechneten Bahn. In der Silvesternacht zum Jahr 1802 fanden Astronomen den Planeten genau an der Stelle, die Gauß zuvor berechnet hatte.

Der Planet bekam den Namen Ceres. Er lief zwischen Mars und Jupiter. Dort klaffte eine Lücke im Planetensystem, in der Astronomen schon lange einen weiteren Planeten vermutet hatten.
 
Der Zwergplanet Ceres ist mit einem Äquatordurchmesser von 975 Kilometern das größte Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel. Er wurde am 1. Januar 1801 entdeckt und galt lange als der gesuchte achte Planet. Benannt ist er nach der römischen Göttin des Ackerbaus.
 
Die Masse der Ceres stellt möglicherweise ein Viertel der Gesamtmasse der Milliarden Asteroiden dar.  Forscher sind der Meinung, dass Ceres bei der Bildung des Sonnensystems die Tendenz hatte, ein Planet von der Größe der Erde zu werden. Doch die Nähe zum größten Planeten des Sonnensystems, zu Jupiter, machte möglicherweise diesen Prozess zunichte. Die enorme Masse des Jupiter könnte die Bahnen der Asteroiden gestört und ihre Zusammenballung zu einem einzigen Körper verhindert haben.

Chicxulub-Krater
japanisch
chinesisch
 
チクシュルーブ・クレーター
Chikushurūpu kurētā
(Chicxulub + crater)
希克苏鲁伯陨石坑
Xīkèsūlǔbó yǔnshíkēng
(Chicxulub + fallen + Stein + Grube)
 
Der Chicxulub-Krater ist ein etwa 180 km großer und 65 Millionen Jahre alter Einschlagkrater im Untergrund der mexikanischen Yucatán-Halbinsel, der mit dem Aussterben der Dinosaurier in Verbindung gebracht wird.
 
Der Einschlag könnte das atmosphärische Gleichgewicht der Erde durcheinander gebracht haben. Der Aufprall schichtete möglicherweise ein Gebirge von 1.000 Metern Höhe auf und schleuderte Unmassen von Staub in die Atmosphäre, wodurch sich der Himmel für mehrere Jahre verdunkelte. Dadurch versank die Erde in eine langen Winternacht. Die mittlere Temperatur an der Oberfläche fiel von +20° Celsius auf –10° Celsius, sodass die Weltmeere vereisten. Die Dinosaurier verschwanden, doch aus unbekannten Gründen überlebten Vögel und Säugetiere und konnten danach den Planeten erobern. Neben ihnen überlebten die unempfindlichen Gliederfüßer und Insekten die Ausrottung.

Deep Impact

japanisch chinesisch
   
ディープ・インパクト
Dīpu inpakuto
(deep + impact)
深度撞击号
Shēndù zhuàngjī hào
(tief + Grad + Stoß + Nr.)
deep-impact deep_impact_poster
Deep Impact (heftiger Einschlag) ist eine NASA-Mission zum Kometen Tempel 1. Hauptmissionsziel war die Erforschung des Inneren des Kometen. Dazu wurde ein 372 Kilogramm schweres Projektil (Impaktor) auf dem Kometen einschlag lassen. Anschließend wurde das herausgeschleuderte Material untersucht. Erstmals bestand so die Möglichkeit, den Blick auf das Innere eines Kometen freizugeben und das sich im Kometen befindliche Urmaterial des Sonnensystems freizusetzen.
 
Ihren Namen teilte die Raumsonde mit dem etwa zur gleichen Zeit erschienenen Film Deep Impact, der von einem Kometen, welcher mit der Erde zu kollidieren droht, handelt. Ein Raumschiff landet auf dem 10 Kilometer großen Kometen. Dem Team bleibt ungefähr sieben Stunden Zeit, vier 100 Meter tiefe Löcher zu bohren und darin vier Nuklearsprengköpfe zu platzieren.

Der kleine Prinz

japanisch chinesisch
   
星の王子さま
Hoshi no ōji sama
(Stern +  Genitiv + König + Kind)
小王子 
Xiǎo wángzǐ
(Stern +  König + Kind)
der kleine prinz  
Ich hatte eine zweite sehr wichtige Sache erfahren: Der Planet seiner Herkunft war kaum größer als ein Haus!
Das erschien mir gar nicht verwunderlich. Ich wußte ja, daß es außer den großen Planeten wie der Erde, dem Jupiter, dem Mars, der Venus, denen man Namen gegeben hat, noch Hunderte von anderen gibt, die manchmal so klein sind, daß man Mühe hat, die im Fernrohr zu sehen. Wenn ein Astronom einen von ihnen entdeckt, gibt er ihn statt des Namens eine Nummer. Er nennt ihn zum Beispiel: Asteroid Nr. 3251.
Ich habe ernsthafte Gründe zu glauben, daß der Planet, von dem der kleine Prinz kam, der Asteroid B 612 ist. Diese Planet ist nur ein einziges Mal im Jahre 1909 von einem türkischen Astronomen im Fernrohr gesehen worden.
Er hatte damals beim internationalen Astronomenkongreß einen großen Vortrag über seine Entdeckung gehalten. Aber niemand hatte ihm geglaubt, und zwar ganz einfach seines Anzuges wegen. Die großen Leute sind so.
Zum Glück für den Ruf des Planeten B 612 befahl ein türkischer Diktator seinem Volk bei Todesstrafe, nur noch europäische Kleider zu tragen. Der Astronom wiederholte seinen Vortrag im Jahre 1920 in einem sehr eleganten Anzug. Und diesmal gaben sie ihm alle recht."
 
(46610) Bésixdouze ist ein Asteroid, dessen Namen auf die Erzählung Der kleine Prinz (Le Petit Prince) von Antoine de Saint-Exupéry anspielt. Die Hauptfigur dieser Erzählung lebt auf einem Asteroiden mit der Bezeichnung B612. Be-sechs-zwölf ist auf französisch Bé-six-douze.
 
Petit-Prince ist der größere, äußere Mond des Hauptgürtelasteroiden (45) Eugenia. Er ist der erste von der Erde aus entdeckte Asteroidenmond.

Dichte
japanisch
chinesisch
密度
mitsudo
密度
mìdù
Dichte ist der  Quotient aus Masse und Volumen eines Körpers: Sie wird gemessen in Gramm pro Kubikzentimeter. Setzt man für Wasser die Dichte 1 an, stellt man fest, dass der Planet Saturn eigentlich schwimmen könnte und dass die anderen Gasplaneten nicht weit davon entfernt sind. Die Erde hingegen ginge unter wie ein Stein.
 
Merkur Venus Erde Mars Jupiter Saturn Uranus Neptun
5,43
5,24
5,51
3,93
1,33
0,69
1,27
1,64

Durchgang
japanisch chinesisch
 
通過
tsūka

líng
venustransit
Unter einem Durchgang oder Transit verstehen die Astronomen die teilweise Bedeckung von Himmelskörpern. Ein Venusdurchgang tritt höchstens zweimal pro Jahrhundert auf und wird sich erst wieder am 11. Dezember 2117 ereignen. Die letzten Venusdurchgänge waren 2004 und 2012.

In der Vergangenheit konnten Wissenschaftler damit die Entfernung der Erde zu Sonne berechnen. Das ist die Astronomische Einheit (rund 149,6 Millionen Kilometer).

Der britische Entdecker James Cook fuhr aus diesem Zweck 1769 mit dem Schiff in den südlichen Pazifik, genauer auf die Insel Tahiti. Der deutsche Physiker Christian Mayer hatte es dagegen einfacher. Er beobachtete den Venusdurchgang von 1761 in Schwetzingen.

Ekliptik
japanisch chinesisch
黄道
ōdō
(gelb + Weg)
黄道 
huángdào
(gelb + Weg)
Alle Planeten haben ihre Umlaufbahn ziemlich genau auf einer einzigen Ebene, der Ekliptik. In der Praxis heißt das, sie bewegen sich innerhalb eines engen Streifens am Nachthimmel, den man Tierkreis nennt.
 
Die Ekliptik (lat. linea ecliptica, „zur Eklipse gehörende Linie/Bahn“, zu gr. ἔκλειψις, ekleipsis = Ausbleiben) ist die Projektion der scheinbaren Bahn der Sonne im Verlauf eines Jahres vor dem Fixsternhintergrund. Würden zwei Sonnenfinsternisse im Abstand von einigen Wochen stattfinden, so wären die unterschiedlichen Standorte der Sonne deutlich zu beobachten. Über diese scheinbare Route wussten bereits die alten Kulturvölker Bescheid. Im Lauf eines Jahres zieht die Sonne durch alle zwölf Tierkreis-Sternbilder. Aber auch die Planeten und der Mond halten sich stets in Ekliptiknähe auf. Was würde passieren, fielen die an den Himmel projizierte Bahn der Erde und die Äquatorebene der Erde zusammen? Dann wären Tage und Nächte immer gleich lang und es gäbe keine Jahreszeiten.
 
zodiak-globus
Während die Planeten und der Mond wirklich durch die Tierkreissternbilder wandern, weil sie mit der Erde um die Sonne laufen, ist die Wanderung der Sonne nur scheinbar. Es ist in Wahrheit die Erde, die die Sonne umläuft, sodass wir sie jeden Monat vor dem Hintergrund eines anderen Sternbildes sehen könnten, wenn es sie nicht mit ihrem Licht überstrahlen würde.
z-aries Widder

Aries
白羊座
Báiyángzuò
(weiß + Ziege)
おひつじ座
Ohitsujiza
牡羊座
19. April – 14. Mai (25 Tage)
(Astrologie: 21. März bis 20. April)
z-taurus Stier

Taurus
金牛座
Jīnniúzuò
(Gold + Horn)
おうし座
Ōshiza
牡牛座
14. Mai – 21. Juni (38 Tage)
(Astrologie: 21. April bis 20. Mai)
z-gemini Zwillinge

Gemini
双子座
Shuāngzǐzuò
(doppelt + Kind)
ふたご座
Futagoza
双子座
21. Juni–20. Juli (29 Tage)
(Astrologie: 21. Mai bis 21. Juni)
z-cancer Krebs

Cancer
巨蟹座
Jùxièzuò
(riesig + Krabbe)
かに座
Kaniza
蟹座
20. Juli – 11. August (22 Tage)
(Astrologie: 22. Juni bis 22. Juli)
z-leo Löwe

Leo
獅子座
Shīzizuò
(Löwe)
しし座
Shishiza
獅子座
11. August–17. September (37 Tage)
(Astrologie: 23. Juli bis 23. August)
z-virgo Jungfrau

Virgo
處女座
Chǔnǚzuò
(Jungfrau)
おとめ座
Otomeza
乙女座
17. September – 31. Oktober (44 Tage)
(Astrologie: 24. August bis 23. September)
z-libra Waage

Libra
天秤座
Tiānchèngzuò
(Himmel + Waage)
てんびん座
Tenbinza
天秤座
31. Oktober – 23. November (23 Tage)
(Astrologie: 24. September bis 23. Oktober)
z-scorpius Skorpion

Scorpius
天蝎座
Tiānxiēzuò
(Himmel + Skorpion)
さそり座
Sasoriza
蠍座
23. November – 30. November (7 Tage)
(Astrologie:
24. Oktober bis 22. November)
  Schlangen-träger
Ὀφιοῦχος
Ophiuchus
蛇夫座
Shéfūzuò
(Schlange + Mann)
へびつかい座
Hebitsukai
蛇遣座
30. November – 18. Dezember (18 Tage)
(Gehört nicht zu den Tierkreiszeichen.)
z-sagittarius Schütze

Sagittarius
人马座
Rénmǎzuò
(Mensch + Pferd)
いて座
Iteza
射手座
18. Dezember – 20. Januar (33 Tage)
(Astrologie: 23. November bis 21. Dezember)
z-capricornus Steinbock

Capricornus
摩羯座
Mójiézuò
(reiben + Widder)
やぎ座
Yagiza
山羊座
20. Januar – 16. Februar (27 Tage)
(Astrologie: 22. Dezember bis 20. Januar)
z-aquarius Wassermann

Aquarius
宝瓶座
Bǎopíngzuò
(Schatz + Vase)
みずがめ座
Mizugameza
水瓶座
16. Februar – 12. März (24 Tage)
(Astrologie: 21. Januar bis 19. Februar)
z-pisces Fische

Pisces
双鱼座
Shuāngyúzuò
(doppelt + Fisch)
うお座
Uoza
魚座
12. März – 19. April (38 Tage)
(Astrologie: 20. Februar bis 20. März)

Element
japanisch chinesisch
元素
genso
(Ursprung + Element)
元素
yuánsù
(Ursprung + Element)
Irgendwann geht bei jedem Stern der Wasserstoff im Zentrum zu Ende. Dann setzt sich das Wasserstoffbrennen nur noch in einer Schale um den nun ganz aus Helium bestehenden Kern fort. Da im Kern nun keine Fusionsenergie mehr freigesetzt wird, schrumpft er unter seiner eigenen Schwerkraft, wobei die äußeren Schichten den Druck erhöhen. Mit wachsendem Druck steigt auch die Temperatur und kurbelt das Schalenbrennen gewaltig an. In dieser Phase bläht sich der Stern zu einem Roten Riesen auf. Schließlich steigt auch die Temperatur im Kern an, da er weiter schrumpft. Ist schließlich eine Temperatur von 100 Millionen Grad erreicht, setzen dort erneut Fusionsprozesse ein, wobei je drei Heliumkerne zu Kohlenstoff verschmelzen. Damit sind wir bei dem Prozess angelangt, dem der Kosmos den Kohlenstoff verdankt. Massereiche Sterne lassen auf das Heliumbrennen noch das Kohlenstoffbrennen, das Neonbrennen, das Sauerstoffbrennen und schließlich das Siliziumbrennen folgen. Mit dem Siliziumbrennen, bei dem Eisen fusioniert wird, bricht die Fusionskette ab. Eine Verschmelzung zu noch schwereren Elementen würde keine Energie mehr freisetzen, sondern Energie verlangen. Elemente schwerer als Eisen (z.B. Blei oder Gold) entstehen nicht mehr über Kernfusionsprozesse, sondern durch den Einfang von Neutronen. (vgl.: Lesch / Müller: Sternstunden des Universums)

Der Chemiker Robert Boyle definierte 1661 ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann. Auf der Erde existieren 92 natürliche Elemente; alle Substanzen werden aus diesen 92 fundamentalen Elementen aufgebaut.
 
Jedem Planeten wurde von den mittelalterlichen Alchemisten ein Element zugeordnet. Diese Tradition wurde in der Neuzeit fortgeführt, indem den neu entdeckten Planeten neu entdeckte chemische Elemente zugeordnet wurden.
 
Merkur Venus Erde Mars Jupiter Saturn Uranus Neptun
Quecksilber Kupfer  - Eisen Zinn Blei Uran Neptunium

Ellipse
japanisch chinesisch
   
楕円
chōenkei
椭圆
tuǒyuán
keplerbahn

stark übertriebene Darstellung einer elliptischen Bahn

Animation: Wikimedia

Dass sich die Planeten Sonnensystem auf elliptischen Bahnen um die Sonne bewegen, erkannte zuerst Kepler, der vom dänischen Astronomen Brahe die Daten der Marsbahn übernommen hatte. Zunächst mühte er sich, die Daten an eine Kreisbahn anzupassen. Doch es gelang nicht, weil die Marsbahn deutlich von einer Kreisbahn abweicht. Das führte schließlich zum ersten keplerschen Gesetz, das lautet: „Die Planeten bewegen sich auf Ellipsen, in deren einen Brennpunkt die Sonne steht."

Mit Hilfe des Gravitationsgesetzes lässt sich Keplers erstes Gesetz allgemeiner fassen: Bei der Bewegung eines Körpers im Gravitationsfeld einer Zentralmasse verläuft die Bahn des Körpers auf einem Kreis, einer Ellipse, einer Parabel oder einer Hyperbel (zusammengefasst auch als Kegelschnitte bezeichnet). Dabei ist der Kreis nur ein Spezialfall einer Ellipse mit Exzentrizität 0.
 
Kepler erkannt zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Ellipsennatur der Planetenbahnen. Eine Ellipse (griechisch: ἔλλειψις élleipsis = Mangel) ist eine spezielle geschlossene ovale Kurve. Eine Ellipse kann man sich als zusammengedrückten Kreis vorstellen. In der Natur treten Ellipsen in Form von ungestörten keplerschen Planetenbahnen um die Sonne auf.
 
Verursacht denn nicht die unterschiedliche Entfernung zwischen Erde und Sonne die Jahreszeiten? Diese Theorie ist sogar unter Astronomiestudenten verbreitet, doch hier liegen sie ganz schön daneben. Träfe diese Annahme zu, dann wäre es bei uns im Januar heiß, weil die Erde um den 2. Januar herum, auf ihrer leicht ovalen Bahn mit etwa 147 Millionen Kilometern den geringsten Abstand zur Sonne erreicht. Und obwohl die Erde Anfang Juli rund 152 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, brauchen wir auf der Nordhalbkugel keinen Wintermantel. Außerdem ist der Unterschied von fünf Millionen Kilometern minimal und beeinflusst die Temperaturen auf der Erde nicht.

Erde
japanisch chinesisch  
地球
chikyu
(Erde + Kugel)
地球
dìqiú
(Erde + Kugel)
erde
Der dritte Planet von der Sonne aus hat mehrere Eigenschaften, die ihn von den anderen unterscheiden. Am auffälligsten ist das flüssige Wasser auf einem Großteil der Oberfläche. Auch die Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre st einzigartig
 
Die Erde ist der dichteste Planet unseres Sonnensystems. Sie ist genau in der Mitte der Zone platziert, wo es nicht zu heiß und nicht zu kalt ist. Auch ihre Masse und Zusammensetzung ist hier von Bedeutung - und ihr großer Mond, der das Klima stabilisiert.
 
Das Vorkommen von Wasser auf der Erde scheint Risiken zu bergen. Wiederholt stürzte der Planet in Eiszeiten, teilweise ausgelöst von Schwankungen der Erdumlaufbahn und der Achsenneigung. Da ein gefrorener Planet Sonnenwärme wie ein Spiegel reflektiert, ist es fraglich, wodurch die Erde sich immer wieder aufwärmte, insbesondere nach einer Phase vor 650 Millionen Jahren, als der ganze Planet von Eis bedeckt war. Vermutlich trugen Treibhausgase aus Vulkanen zur Erwärmung bei.
 
Das meiste Leben gibt es in den irdischen Meeren. Sie dienen als Temperaturregler, indem sie Wärme im Sommer speichern und im Winter wieder abgeben. So schwankt die Temperatur nur mäßig. Die Meere nehmen auch Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und verringern so den Treibhauseffekt.

Erdmond
japanisch chinesisch
 

tsuki
(Mond)
月球
yuèqiú
(Mond + Kugel)
mond
Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Seit den Entdeckungen von Trabanten bei anderen Planeten des Sonnensystems wird er auch Erdmond genannt. Die Gezeiten sind ein eindrucksvolles Beispiel für den Einfluss des Mondes auf die Erde. Er verhindert, dass die Erde in eine Torkelbewegung verfällt. Erst dadurch konnten sich stabile Klimazonen entwickeln. Er soll aber auch Einflüsse auf den Menschen haben.
 
In einer wolkenlosen Nacht erscheint der Vollmond sehr hell, doch als Astronauten auf dem Mond landeten, sah die Oberfläche dunkel aus. Das Mondgestein absorbiert rund 93 Prozent des Sonnenlichts. Doch verglichen mit der Schwärze des Weltraums erscheint der Mond hell. Könnten wir ein weißes Tuch hinter den Mond hängen, so würden wir sehen, wie dunkel er wirklich ist.

Erdscheibe
japanisch
chinesisch  
地球平  chikyū taira 地平  dì​píng uno-flagge
Der englische Physiker Stephen Hawking beginnt seinen Bestseller Eine kurze Geschichte der Zeit mit folgender Anekdote:
Ein namhafter Wissenschaftler (man sagt, es sei Bertrand Russell gewesen) hielt einmal einen öffentlichen Vortrag über Astronomie. Er schilderte, wie die Erde um die Sonne und die Sonne ihrerseits um den Mittelpunkt einer riesigen Ansammlung von Sternen kreist, die wir unsere Galaxis nennen. Als der Vortrag beendet war, stand hinten im Saal eine kleine alte Dame auf und erklärte: ‚Was Sie uns da erzählt haben, stimmt alles nicht. In Wirklichkeit ist die Welt eine flache Scheibe, die von einer Riesenschildkröte auf dem Rücken getragen wird.'
Mit einem überlegenen Lächeln hielt der Wissenschaftler ihr entgegen: ‚Und worauf steht die Schildkröte?' –
‚Sehr schlau, junger Mann', parierte die alte Dame. ‚Ich werd's Ihnen sagen: Da stehen lauter Schildkröten aufeinander.'"


Die Vorstellung einer Erdscheibe wurde bereits von Autoren der Antike kritisiert. Die Annahme, dass die mittelalterliche Christenheit an eine Erdscheibe geglaubt habe, gilt als weitest verbreiteter historischer Irrtum. Neuere Untersuchungen zeigten, dass außer sehr wenigen Ausnahmen seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. keine gebildete Person glaubte, die Erde sei flach.
 
Die Vorstellung von einer flachen Erde wird von religiösen Spinnern der Flat Earth Society propagiert, die von der Überzeugung geleitet ist, bestimmte Teile der Bibel sagten aus, die Erde sei flach. Nach ihrer Ansicht sei die Erde eine flache Scheibe mit dem Nordpol im Zentrum, die im Süden von einem Eiswall umgeben ist. Die Gestirne bewegten sich einige hundert Kilometer darüber.

Interessanterweise bildet die UNO-Flagge fast genau dieses Weltbild ab, ob absichtlich oder unabsichtlich, das sei dahingestellt.
 
flat-eart-society

Flammarions Holzschnitt
japanisch chinesisch  
フラマリオン
Furamarion
(Flammarion + )
弗拉马里翁版画
Fúlāmǎlǐwēng bǎnhuà
(Flammarion + Holzschnitt)
 
Flammarions Holzstich erschien 1888 als Illustration in einem populärwissenschaftlichen Buch des französischen Astronomen Camille Flammarion. Er zeigt einen Menschen, der am Rand der Welt in der Himmelssphäre steckt und dahinter eine neue Welt entdeckt. Das Bild wurde häufig für eine Darstellung aus dem Mittelalter gehalten und oft abgedruckt.
 
Die Vorstellung einer Flacherde im mittelalterlichen Weltbild entstand erst aus dem Bedürfnis der Neuzeit sich von der vorangegangenen Zeit abzugrenzen. Gemäß dem mittelalterlichen Weltbild lag hinter den Himmelssphären, außerhalb des Fixsternhimmels, noch ein Kristallhimmel und darüber der Feuerhimmel.
 
Der Untertext zum Bild lautet im Original:
«Un missionnaire du moyen âge raconte qu'il avait trouvé le point où le ciel et la Terre se touchent … »
„Ein Missionar des Mittelalters erzählt, dass er den Punkt gefunden hat, wo der Himmel und die Erde sich berühren …“
 
flammarion-bunt
Eine bunte Version des Holzstichs ergänzt um die lateinischen Worte urbi et orbi (der Stadt und dem Erdkreis)
Der richtige Name des Bildes ist Wanderer am Weltenrand (französisch: au pèlerin = auf Pilgerschaft).

Galilei
japanisch chinesisch  
ガリレオ・ガリレイ
Garireo Garirei
Galileo Galilei
伽利略•伽利莱
Jiālìlüè Jiālìlái
Galileo Galilei
galilei
Galileo Galilei war ein italienischer Physiker und Astronom, der bahnbrechende Entdeckungen auf mehreren Gebieten machte. 1609 erfuhr Galilei von dem im Jahr zuvor in Holland erfundenen Fernrohr. Er lernte selbst Linsen zu schleifen und erreichte bis zu 33-fache Vergrößerung. Als einer der ersten Menschen nutzte Galilei ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Er stellte fest, dass die Oberfläche des Mondes uneben ist.
 
Galilei entdeckte die vier größten Monde des Jupiter, die heute als die Galileischen Monde bezeichnet werden. Diese Entdeckungen machten Galilei auf einen Schlag berühmt.
 
Die Entdeckung der Sonnenflecken verwickelte ihn in eine Auseinandersetzung mit dem Jesuiten Christoph Scheiner: Um die Vollkommenheit der Sonne zu retten, nahm Scheiner an, dass die Flecken Monde seien, wogegen Galilei die Beobachtung anführte, dass Sonnenflecken entstehen und vergehen.

Galileische Monde
japanisch chinesisch
 

ガリレオ衛星
Garireo eisei
(Galilei + Trabanten)

伽利略卫星
Jiālìlüè wèixīng
(Galilei + Trabanten)

galileische-monde
Als Galilei 1610 sein Fernrohr auf den Jupiter richtete, wurde er Zeuge von himmlischen Vorgängen, die der Vorstellung einer einfachen, geordneten Welt am Firmament ein Ende bereiten sollten. Vier Lichtpunkte erschienen mal links, mal rechts des Jupiters. Zeitweise waren nur drei von ihnen zu sehen, wenige Nächte später wieder das gesamte Quartett. Für Galileo gab es nur eine Erklärung: Die vier Punkte waren Monde, die den Jupiter umkreisten wie die Planeten die Sonne. Für die Kirche aber war Galilei ein Ketzer sein, der seinen eigenen Sinnen mehr glaubte als dem Glauben.
 
Bis zur Erfindung des Teleskops war nur der Erdmond bekannt. 1610 entdeckte Galilei mit seinem neuen Fernrohr die vier größten Jupitertrabanten, die heute Galileische Monde heißen.
io_moon europa-moon ganymede_ kallisto
Io Europa Ganymed Kallisto
Ἰώ Εὐρώπη Γανυμήδης Κάλλιστη
Eurṓpē Ganymēdēs Kállistē
- (die mit der weiten Sicht) (der Glanzfrohe) (die Schönste)
(Geliebte des Zeus) (Geliebte des Zeus) (Geliebter des Zeus) (Geliebte des Zeus)
イオ
Io
エウロパ
Europa
ガニメデ
Ganimede
カリスト
Karisuto
木卫一
Mùwèiyī
木卫二
Mùwèièr
木卫三
Mùwèisān
木卫四
Mùwèisì
Io ist der innerste der vier großen Monde des Planeten Jupiter Seine Besonderheit ist ein extremer Vulkanismus, der von keinem anderen Himmelskörper im Sonnensystem überboten wird. Europa ist der kleinste der vier großen Monde des Jupiter. Obwohl die Temperatur auf der Oberfläche von Europa maximal −150 °C erreicht, vermutet man, dass sich unter einer Kruste aus Wassereis ein bis zu 100 Kilometer tiefer Ozean aus Wasser befinden könnte. Ganymed ist mit einem Durchmesser von 5.262 km der größte der vier großen Monde des Planeten Jupiter. Er ist der größte Mond des Sonnensystems und größer als der Planet Merkur. Kallisto ist der zweitgrößte der vier großen Monde des Jupiter und der drittgrößte Mond des Sonnensystems.

Gaspra
japanisch chinesisch    
ガスプラ
Gasupura
(Gaspra)
小行星951
Xiǎo xíngxīng 951
(klein + Planet + 951)
gaspra_mosaic (Bild: Wikimedia / NASA)
Der Asteroid (951) Gaspra wäre ein namenloser Stein geblieben, hätte er nicht als erster Asteroid den Besuch einer Raumsonde erhalten. 1991 passierte die Sonde Galileo diesen Himmelskörper auf dem Weg zum Jupiter in einer Entfernung von etwa 1.600 Kilometern. Während des Vorbeiflugs präsentierte das Teleskop von Galileo eine neue Welt; bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Asteroiden nämlich nie genau beobachtet werden, da sie zu klein und zu weit entfernt sind. Für die Astronomen waren sie lediglich kleine helle Punkte.

Gaspra ist ein ungleichmäßig geformter Felsbrocken, der 19 mal 12 mal 11 Kilometer misst. Seine Größe liegt zwischen der Größe der Marsmonde Phobos und Deimos. Wie diese ist er von einer dicken Schicht aus Regolith bedeckt, die ihrerseits von Einschlagskratern durchlöchert ist.
 
(951) Gaspra wurde 1916 von einem ukrainischen Astronomen entdeckt wurde. Benannt wurde er nach dem Urlaubsort Haspra (ukrainisch: Гаспра, russisch: Гаспра) auf der Krim, in dem der Schriftsteller Leo Tolstoi längere Zeit lebte.

Gasriese
japanisch chinesisch
木星型惑星
mokusei kata wakusei
(Holzstern + Form + Planet)
气态巨行星
qìtài jùxíngxīng
(Gas + Einstellung + riesig + Planet)
Gasplaneten oder Gasriesen nennt man die großen Planeten, die überwiegend aus leichten Elementen wie Wasserstoff und Helium bestehen. Gasplaneten haben keine feste Oberfläche; ihre Atmosphäre wird mit zunehmender Tiefe dichter. Das Fehlen einer festen Oberfläche macht es zunächst schwierig, ihren Durchmesser anzugeben. Man kann aber die Höhe berechnen, in der ein Luftdruck wie an der Erdoberfläche herrscht und berechnet danach den Durchmesser.
 
Die Farbe eines Planeten hängt davon ab, wovon das Licht reflektiert wird. Bei einem Planeten mit dünner Atmosphäre wie bei der Erde – ist das die Oberfläche des Planeten. lm Fall eines Planeten mit einer undurchdringlich dicken Atmosphäre übernehmen die Gase diese Rolle.
  • Ursache von Jupiters orangefarbenen Streifen ist Ammoniumsulfit, während seine weißen Streifen auf Ammoniak zurückzuführen sind.
  • Die gelben Streifen des Saturns stammen von den Ammoniak-Eiskristallen in seiner Atmosphäre.
  • Neptun ist blau, weil sich in seiner Atmosphäre Methan befindet, das den Rotlichtanteil des Sonnenlichts absorbiert, blaues Licht jedoch zurück ins Weltall reflektiert.
  • In der Uranus-Atmosphäre ist weniger Methan enthalten. Daher erscheint der Planer eher blaugrün als blau.
jupiter 0-saturn uranus neptun
Jupiter Saturn Uranus Neptun

geozentrisches Weltbild
japanisch chinesisch
天動説
tendō setsu
(Himmel + Bewegen + Theorie)
地心说
dì​xīn​shuō
(Erde + Mitte + Theorie)
Pythagoras, der ein halbes Jahrtausend vor Christus lebte, war der erste griechische Naturphilosoph, der eine Kugelgestalt der Erde vermutete. Und mit ihm begann das geozentrische Weltbild. Er glaubte, dass die Erde den Mittelpunkt des Universums bilde und dass alle Himmelsobjekte sie in unsichtbaren Kristallsphären umkreisten. So wies er der Sonne, dem Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn je eine eigene Sphäre zu. Die Begriffe Sphärenmusik oder siebter Himmel stammen aus dieser Zeit. Der höchste Himmel war der siebente.
 
Ein großes Rätsel blieb über die Jahrhunderte allerdings die Beobachtung, dass sich Planeten rückläufig bewegten. Diese Bewegung der Planeten war ein schier unlösbares Problem. Man half sich daher mit der fälschlichen Annahme, dass die Planeten von Zeit zu Zeit ihre Bahnen verlassen und zu kreisen beginnen. Kopernikus war der erste Gelehrte, der es wagte, zu behaupten, dass sich die Erde und alle Planeten um die Sonne drehen und dass die Kreisbewegung der Planeten nur eine optische Täuschung sei. Da die Planeten die Sonne in unterschiedlichen Bahnen umlaufen, überholt die Erde jedes Jahr einmal einen ferneren Planeten. Man kann sich das mit Laufspuren in einem Stadion vorstellen. Wird ein Planet auf einer Außenspur von der schnelleren Erde überholt, scheint er, nachdem er überholt wurde, rückwärts zu laufen.
 
Im geozentrischen Weltbild (griechisch: γεοκεντρικό geokentrikó = erdzentriert) steht die Erde im Zentrum des Universums. Mond, Sonne und Planeten umkreisen die Erde. Da sich die geozentrische Weltsicht mit der Bibel vertrug, galt sie als unumstößliche Wahrheit. Im Buch Josua (10,12)  heißt es: "... sprach in Gegenwart Israels: Sonne, steh still!"

Gezeiten
japanisch chinesisch  
潮汐
chōseki
潮汐
cháoxī
gezeiten
Zweimal am Tag steigt der Meeresspiegel und senkt sich wieder. Newton erklärte dies mithilfe der Gravitation. Der Mond zieht am stärksten das Meerwasser der ihm zugewandten Erdseite an und am schwächsten auf die von ihm abgewandte Seite. Die Gezeiten entstehen demnach nicht durch die Gravitation, sondern durch die Unterschiede in der Gravitation.

Die Sonne hat ein Drittel der Kraft des Mondes. Wenn Sonne und Mond gemeinsam ziehen, entstehen die höchsten Fluten.
 
Umgekehrt bewirkt die Erde auch Fluten auf dem Mond, deren Kraft 81-mal so stark ist, da die Erde 81-mal mehr Masse hat. Dies führt zu Mondheben und dazu dass im Lauf der Jahrmillionen die Gezeitenkräfte die Rotation des Mondes so sehr gebremst haben, dass er nur eine Seite der Erde zuwendet.

Giotto
japanisch chinesisch      
ジョット
Jotto
(Giotto)
乔托
Qiáotuō
(Giotto)
giotto-komet giotto-sonde

Giotto di Bondones Fresko
Anbetung der Könige

Briefmarke der Giotto-Sonde

Der italienische Maler Giotto di Bondone stellte als einer der ersten, nachdem er 1301 den Halleyschen Kometen beobachtet hatte, den Stern von Betlehem als Kometen dar.
 
Giotto ist deshalb der Name einer unbemannten europäischen Raumsonde, welche 1985 zur Erforschung des Kometen Halley ins All gesandt wurde. Ursprünglich sollte eine US-amerikanische Partnersonde Giotto auf der Reise begleiten, doch fiel diese Budgetkürzungen zum Opfer. So kam eine Kooperation mit der Sowjetunion und Japan zustande, die mit Vega 1 und 2 (Вега) bzw. Sakigake (さきがけ) und Suisei (すいせい) ebenfalls Sonden entsandten.
 
Die Analysen ergaben, dass der Komet vor 4,5 Milliarden Jahren aus Eis entstanden ist, das an Staubpartikeln kondensierte. Seitdem hat sich seine Gestalt nicht mehr geändert. Das vom Kometen ausgestoßene Material besteht aus 80 % Wasser, 10 % Kohlenstoffmonoxid und 2,5 % Methan und Ammoniak. Mit einer Albedo von nur 0,04 ist der Kometenkern dunkler als Kohle.

Gravitation
japanisch chinesisch
重力
inryoku
引力
yǐnlì
Gravitation (lateinisch: gravitas = Schwere) ist eine der vier Grundkräfte der Physik. Sie bewirkt die gegenseitige Anziehung von Massen. Die Gravitation besitzt unbegrenzte Reichweite und lässt sich nicht abschirmen.
 
100 Kilogramm wiegen auf:
Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
38 kg
91 kg
100 kg
38 kg
253 kg
107 kg
90 kg
110 kg

Großer Roter Fleck
japanisch chinesisch    
大赤斑
dai aka madara
(groß + rot + Flecken)
大红斑
dàhóngbān
(groß + rot + Flecken)
great_red_spot_from_voyager_1

Der Große Rote Fleck

(Foto: Wikimedia / NASA)

Außer den hellen und dunklen Wolkenbändern fällt auf dem Jupiter vor allem der Große Rote Fleck auf, ein Wirbelsturm, der zwei Erddurchmesser groß ist. Dieser Große Roter Fleck wird seit mindestens 150 Jahren beobachtet. Damals war er aber mindestens zweimal so groß wie heute.
 
Trotz der langen Lücke im Beobachtungsprotokoll sind Astronomen der Ansicht, dass der Große Rote Fleck seit mehr als 340 Jahren existiert. Er ist damit der langlebigste Wirbelsturm im Sonnensystem. Er sit aber nicht nur äußerst langlebig, sondern auch riesig und höchst turbulent. Annähernd drei Erdkugeln würden in dieses mächtige Sturmsystem passen. Er ragt acht Kilometer über die umliegenden Wolkenberge hinaus. Die Windstärke erreicht Geschwindigkeiten bis zu 700 Stundenkilometer. Der Hurrikan Katrina verwüstete 2005 den Golf von Mexiko mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern. Während Katrina nur acht Tage lang anhielt, wühlt der Große Rote Fleck die Jupiteratmosphäre seit Jahrhunderten auf.

Hale-Bopp
japanisch chinesisch  
ヘールボップ彗星
Hēru-Boppu suisei
(Hale-Bopp + Besen + Stern)
海尔-博普彗星
Hǎi​'ěr-Bópǔ huì​xīng
(Hale-Bopp + Besen + Stern)
hale-bopp
Mit dem Vordringen der Menschen in den Weltraum blüht der Ufoglaube. Als mit der Annäherung des Kometen Hale-Bopp dessen Schweif immer heller aufleuchtete, hielt es die Ufo-Sekte Heaven’s Gate (Himmelstor) für ein Zeichen, das ersehnte Raumschiff sei auf dem Weg zu ihrer Erlösung. Den leuchtenden Fleck identifizierten sie als Raumschiff, das ihre Seelen aufnehmen und vor dem Weltuntergang retten sollte. So brachten sich fast 39 Mitglieder der Sekte, kurz bevor der Komet die Erde passieren sollte, kollektiv um. Nur ein Sektenmitglied blieb am Leben, um die Botschaft der Gemeinde weiterverbreiten zu können.
 
Der Komet Hale-Bopp wurde 1995 durch Alan Hale und Thomas Bopp entdeckt. Als Großer Komet von 1997 war er wahrscheinlich der am meisten beobachtete Komet des 20. Jahrhunderts.

Halleyscher Komet
japanisch chinesisch      
ハレー彗星
Harē suisei
(Halley + Besen + Stern)
哈雷彗星
Hāléi huìxīng
(Halley + Besen + Stern)
halley_comet halley-bayeux halley_bayeux
Auf dem Teppich von Bayeux, der die Eroberung Englands durch die Normannen im Jahr 1066 darstellt, ist der Halleysche Komet abgebildet, der kurz vor der Invasion auftauchte. Während das Volk voll Ehrfurcht zum Himmel blickt (die lateinische Inschrift lautet: „Sie bestaunen den Stern"), erfährt König Harold von England von dem bösen Omen. Für ihn kündete der Schweifstern tatsächlich das Verderben an: Harold wurde wenig später in der Schlacht von Hastings getötet.
 
Trotz der großen Erwartungen, die an die Wiederkehr des Halleyschen Kometen im Jahr 1986 geknüpft wurden, war das Ereignis für viele eine herbe Enttäuschung. In zahlreichen Berichten hatten die Medien an die spektakuläre Erscheinung des Kometen im Jahr 1910 erinnert, und so rechnete die Öffentlichkeit auch dieses Mal wieder mit einem eindrucksvollen Himmelsschauspiel. Doch als der Komet schließlich mit dem bloßen Auge zu erkennen war, blieb er lediglich ein verwaschener Lichtfleck.
 
Der Halleysche Komet zählt zu den bekanntesten Kometen. Er kehrt im Mittel alle 76 Jahre wieder. Er wurde nach dem Physiker Edmond Halley benannt. Während das Auftauchen von Kometen bis zu dieser Zeit noch als unvorhersagbar galt, entdeckte Halley im Jahr 1705, dass der 1682 beobachtete Himmelskörper mit früheren Kometensichtungen in den Jahren 1531 und 1607 identisch sein müsse, und sagte seine Wiederkehr für 1759 voraus.

heliozentrisches Weltbild
japanisch chinesisch  
太陽中心説
taiyō chūshin setsu
(Sonne + Zentrum + Theorie)
日心说
rìxīnshuō
(Sonne + Zentrum + Theorie)
heliocentric
Das heliozentrische Weltbild, auch kopernikanisches Weltbild genannt, basiert auf der Annahme, dass sich die Planeten um die Sonne bewegen. Indische Naturphilosophen nahmen schon lange vor Christi Geburt an, dass die Erde eine Kugel sei, sich um die eigene Achse drehe, wodurch Tag und Nacht entstünden „Die Sonne geht weder unter, noch geht sie auf. Wenn Leute denken die Sonne geht auf, ist es nicht so; sie irren sich.“
 
Aufgrund von Widersprüchen der Planetenbewegungen entwickelte der dänische Astronom Tycho Brahe einen Kompromiss zwischen dem ptolemäisch-geozentrischen und dem kopernikanisch-heliozentrischen Planetensystem, das geo-heliozentrische Weltbild. In diesem Modell kreisen Mond und Sonne um die Erde, die anderen Planeten jedoch um die sich bewegende Sonne. Er vermeidet damit den kühnen Schritt, der Erde wie Galilei eine Bewegung zuzuweisen. Dennoch sind die Planetenschleifen schlüssig erklärbar.
 
geo-heliozentrisch
Tycho Brahes Kompromiss-Weltbild mit der Erde im Zentrum und der Sonne umrundet von den anderen Planeten
(Grafik: Wikimedia)

Helium
japanisch chinesisch  
ヘリウム気
heriumu ki
氦 
hài
helium
Helium – der Name stammt vom altgriechischen Wort ἥλιος (hélios) = Sonne – ist das zweitleichteste chemische Element und wurde erstmals 1868 aufgrund seiner Spektrallinien im Licht der Sonne nachgewiesen.
Helium ist ein sehr leichtes Gas. Da es nicht brennbar ist benutzt man es z.B. für Ballons. Wenn man Helium einatmet, bekommt man eine Micky-Maus-Stimme. Helium gehört zu den Edelgasen, d.h. es geht keine atomare Verbindung mit anderen Stoffen ein.
 
Schon bald nach der Entwicklung der Spektralanalyse begannen die Astronomen, das Licht der Sonne zu durchsuchen. Neben bekannten Elementen wie Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und sogar Gold stießen sie auch auf ein damals noch unbekanntes Element, dessen auffällig gelbe Spektrallinie sie keinem irdischen Stoff zuordnen konnten. Es erhielt deshalb den Namen Helium. Nach dem Wasserstoff, der rund 73 Prozent der Sonnenmaterie stellt, steht Helium mit fast 25 Prozent an zweiter Stelle, ehe Sauerstoff und Kohlenstoff mit zusammen gut einem Prozent folgen. Auf der Erde wurde Helium erst 1895 nachgewiesen.

Horoskop
japanisch chinesisch    
占星
sensei
(wahrsagen + Stern)
占星
zhānxīng
(wahrsagen + Stern)
horoskop-kepler-wall Horoskop von Johannes Kepler
Es ist amüsant, sich sein Tages-Horoskop in zwei oder drei verschiedenen Zeitungen anzusehen. Meistens unterscheiden sich alle, und das beweist eindeutig, was für ein Unfug das Ganze ist. Auch wenn selbst Johannes Kepler noch Horoskope berechnet hat, behelligen wir Astronomen besser nicht damit.
 
Das Horoskop (griechisch: ὥρα, hora = Stunde, σκοπεῖν skopéin = beobachten) ist das wichtigste Hilfsmittel der Astrologie. Es stellt Planetenpositionen der größten Himmelskörper (Sonne, Erdmond, Planeten) des Sonnensystems zu einem bestimmten Zeitpunkt dar und versucht daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

IAU
japanisch chinesisch  
国際天文学連合
Kokusai tenmon gaku rengō
(international + Astronomie + Lehre + Vereinigung)
国际天文联合会
Guójì tiānwén liánhéhuì
(international + Astronomie + Bund)
iau
„Ein Stern, der deinen Namen trägt“

Ja, so hättet ihr das gern, aber so einfach geht das auch wieder nicht, einfach einen Stern nach der Freundin zu benennen. Da gibt es schließlich die IAU (Internationale Astronomische Union), die seit 1919 das Recht und die Pflicht hat, sicherzustellen, dass alles am Himmel kategorisiert oder mit einem Namen versehen wird. Davor wurden die Himmelsobjekte von den Astronomen nach ihrem jeweiligen System kategorisiert. Der rötliche Stern im Sternbild Orion ist nicht nur unter dem arabischen Namen Beteigeuze (Betelgeuse; ‏منكب الجوزاء) bekannt, was „Achsel der Riesin" bedeutet, sondern im Japanischen als Stern des Heike-Clans (平家星  Heike boshi)  oder auch ganz unprosaisch als 2MASS J05551028 + 0724255.

Bei Bennennungen innherhalb des Sonnensystems fordert die IAU Geschichte und Poesie, wenn es um die Namensgebung geht.
  • Jupitermonde müssen nach den (freiwilligen oder unfreiwilligen) Gefährtinnen des Zeus benannt werden: Europa (die, mit dem Stier), Leda (die mit dem Schwan), Ganymed (der mit dem Adler).
  • Saturnmonde werden nach Titanen (wie Saturn selbst) benannt: Prometheus (der mit dem Feuer), Pandora (die mit der Büchse) bzw. nach Personen, die mit Saturn (griechisch: Kronos) zu tun hatten.
  • Uranusmonde werden nach Personen aus der englischen Literatur benannt: Prospero (Hauptfigur in Shakespeares Drama Der Sturm), Caliban (Sklave des Zauberers Prospero), Ophelia (weibliche Figur aus der Tragödie Hamlet), Ariel und Umbriel (Luftgeister aus Popes Versepos Der Lockenraub).
  • Neptunmonde werden nach Wassergottheiten der griechischen Mythologie benannt: Triton (ein griechischer Gott des Meeres), Thalassa (Verkörperung des Meeres) oder Nereid (50 Nereiden, Meeresnymphen der griechischen Mythologie).
  • Objekte im Kuipergürtel werden nach Schöpfergottheiten in weltweiten Mythologien benannt (Sedna, eine Meeresgöttin der Inuit oder Makemake, die Schöpfergottheit der Osterinsel). Weil aber ihre Zahl rasch anwuchs, wurde die Regel gelockert. So konnte ein Objekt im Kuipergürtel Borasisi genannt werden, nach einem Gott der Science-Fiction-Story „Katzenwiege" von Kurt Vonnegut.
Die IAU ist eine Vereinigung von Astronomen, deren Sitzungen meist wenig Aufsehen erregen. Auf der Generalversammlung der Jahres 2006 erregte aber die Neudefinition der Planeten des Sonnensystems große Aufmerksamkeit. Sie führte dazu, dass Pluto der Planetenstatus aberkannt wurde.

Ikeya-Seki
japanisch chinesisch  
池谷-関彗星
Ikeya-Seki-suisei
(Ikeya + Seki + Besen + Stern)
池谷-关彗星
Chíyù-Guān huìxīng
(Ikeya + Seki + Besen + Stern)
ikeya-seki
1965 entdeckten die japanischen Amateurastronomen, Ikeya Kaoru (池谷薫) und Seki Tsutomu (関勉), einen sehr hellen Kometen neben der Sonne. Wegen seiner besonderen Helligkeit erhielt er den Beinamen Großer Komet von 1965. Für eine Weile war er neben Sonne und Mond das dritthellste Himmelsobjekt.

Bevor er seine Reise fortsetzte, zerfiel der Komet in drei Fragmente, die auf gleichen Bahnen weiterzogen. Im Frühjahr 1966 verschwand er im äußeren Sonnensystem. Alle Fragmente mussten zu einem größeren Kometen gehören. Dieser war einige Jahrhunderte zuvor beim Vorbeiflug an der Sonne auseinander gebrochen. Ikeya-Seki war also ebenfalls nur Teil eines größeren Schweifsterns.

Jahr
japanisch chinesisch

nen
(Jahr)

nián
(Jahr)
Ein Jahr ist die Zeitspanne, die die Erde für einen Umlauf um die Sonne braucht. Im Alltag sind das 365 Tage, im Falle eines Schaltjahres sind es 366 Tage. Ein Jahr hat 31.536.000 Sekunden, ein Schaltjahr 31.622.400 Sekunden - außer es wird eine Schaltsekunde eingeschoben. Dies war zuletzt 2008 nötig, wobei die Ursache in der Verringerung der Erdrotation zu suchen ist.

Es wurden auch ganze Schalttage eingefügt, um den Kalender wieder mit dem astronomischen Jahresablauf zu synchronisieren. Ein gregorianisches Kalenderjahr dauert, wenn kein Schaltjahr vorliegt, 365 Tage, 5 Stunden, 49 Minuten und 12 Sekunden. Ein Kalendersystem kann aber nur mit ganzen Tagen operieren, denn wer will schon einen Kalender, bei dem ein Tag nur ein paar Stunden lang ist?
 
325 nach Christus war auf dem Ersten Konzil von Nicäa der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt worden. 1582 betrug die Differenz zum tropischen Jahr bereits zehn Tage. Die von Papst Gregor durchgeführte Kalenderreform brachte den Kalender dann wieder mit der Astronomie ins Gleichgewicht, indem er auf den 4. Oktober den 15. Oktober folgen ließ, die Wochentagsabfolge blieb allerdings unverändert und auf den Donnerstag folgte der Freitag.
 
Die Dauer eines Jahres bzw. Umlaufs um die Sonne steigt bei den anderen Planeten des Sonnensystems nach außen hin an:
Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
88 Tage 225 Tage 365 Tage 687 Tage 11,9 Jahre 29,5 Jahre 84,0 Jahre 165 Jahre

jovianischer Planet
japanisch chinesisch
木星の遊星
Mokusei no yūsei
(Holzstern + Genitiv + Planet)
类木行星
lèimù xíngxīng
( + Planet)
Die Gasriesen werden auch als jupiterähnliche (lateinischer Genitiv: Iovis) Planeten bezeichnet, die die Gruppe der äußeren Planeten bilden. Die vier bezeichnet man auch als Gasplaneten oder Gasriesen.
 
Die äußeren Planeten waren im frühen Sonnensystem viel näher zur Sonne platziert. Nach rund 600 Millionen Jahren kam es jedoch aufgrund einer Resonanz zwischen Jupiter und Saturn zu heftigen Turbulenzen. In dieser Phase drifteten die Planeten in ihre heutigen Positionen, während die Kleinkörper ins Innere beziehungsweise an den Rand des Sonnensystems katapultiert wurden. Ein Teil der nach innen geschleuderten Körper blieb zwischen Mars und Jupiter, die nach außen geworfenen Körper umkreisen heute als Trans-Neptun-Objekte im Kuiper-Gürtel die Sonne.
jupiter saturn uranus neptun
Jupiter Saturn Uranus Neptun

Jupiter
japanisch chinesisch  
木星
Mokusei
(Holz + Stern)
木星
Mùxīng
(Holz + Stern)
jupiter
Wann immer es um die Planeten geht – auf dem Jupiter ist alles größer:
  • Stürme? Fast drei Erden passen in den Großen Roten Fleck, einen Wirbelsturm, der schon Jahrhunderte dauert.
  • Monde? Um Jupiter kreisen nicht nur vier der sechs größten Monde des Sonnensystems, sondern mit 63 Trabanten auch die meisten. Das Jupitersystem ist wie ein Sonnensystem im Miniaturformat.
  • Magnetismus? Jupiters Magnetosphäre ist – abgesehen von derjenigen der Sonne – das größte Einzelphänomen des Sonnensystems und erstreckt sich bis über die Umlaufbahn des Saturn hinaus.
  • Masse? Jupiter enthält mehr als doppelt so viel Masse wie all die anderen Himmelskörper, die die Sonne umkreisen, zusammen.
Jupiter hat einen wichtigen Einfluss auf die Erde. Er spielt eine Doppelrolle als Kometenschutzschild und Asteroidenschleuder. Kometen aus dem äußeren Sonnensystem werden von seiner Schwerkraft stark beeinflusst. Viele von ihnen schaffen es nicht, an ihm vorbei ins innere Sonnensystem zu gelangen. Auf der Erde konnte sich Leben entwickeln, weil es nur selten zu Kometeneinschlägen kam. Auf der anderen Seite kann Jupiters Anziehungskraft aber auch dazu führen, dass Asteroiden in Richtung Sonne rasen. Wenn ein solcher Asteroid die Umlaufbahn der Erde kreuzt, können die Folgen verheerend sein.
 
Durch die immense Gravitation wird der Wasserstoff im Inneren des Jupiter zu einer blaue Flüssigkeit und im Kern sogar zu einem Metall. Wer von Chemie einen Schimmer habt, müsste total ausflippen. Denn auf der Erde muss fester Wasserstoff kälter als minus 259° Celsius sein – also 14° C über dem absoluten Nullpunkt. Aber auf dem Jupiter muss es gar nicht so kalt sein, der Wasserstoff wird durch den ungeheuren Druck fest

Jupitermonde
japanisch chinesisch  
木星の衛星
Mokusei no eisei
(Holzstern + Genitiv + Trabant)
木星卫星
Mùxīng wèi​xīng
(Holzstern + Trabant)
jupitermonde-1jupitermonde-2
Jupiter besitzt eine große Anzahl von Satelliten, von denen die vier größten ungefähr die Dimensionen des Erdmondes haben. Mehr als 60 Jupitermonde sind heute bekannt, die eine Mischung aus Fels und Eis darstellen. Das Satellitensystem Jupiters ist so umfangreich, dass man es fast als ein kleines Sonnensystem betrachten kann.
io_moon europa-moon ganymede_ kallisto amalthea_mond
Io Europa Ganymed Kallisto Amalthea






Keplersche Gesetze
japanisch chinesisch  
ケプラーの法則
Kepurā no hōsoku
(Kepler + Genitiv + Naturgesetz)
开普勒定律
Kāi​pǔ​lè ​dìng​lǜ
(Kepler + Naturgesetz)
 
keplersche_gesetze
Johannes Kepler entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung, die nach ihm Keplersche Gesetze genannt werden. Die drei wichtigen, von Kepler formulierten Gesetze lauten:
  1. Die Planeten bewegen sich in elliptischen Umlaufbahnen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
  2. Der Radiusvektor, überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen.
  3. Die Quadrate der Umlaufzeiten der Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen ihrer mittleren Entfernungen von der Sonne.

Kernfusion
japanisch chinesisch
原子核融合
genshikaku yūgō
(Atom + Kern + schmelzen)
核聚变
héjùbiàn
(Kern + versammeln + ändern)
Sterne sind gigantische Fusionskraftwerke. Im Zentrum dieser riesigen Gasbälle aus Wasserstoff und Helium herrschen Temperaturen von mehreren Millionen Grad. Bei derart hohen Temperaturen verschmelzen die Protonen des Wasserstoffs zum nächstschwereren Element Helium. Die Energie, die die Sterne aus diesen Fusionsprozessen gewinnen, strahlen sie in Form von Licht ab. Wie lange dieses Wasserstoffbrennen andauert, hängt von der Masse des Sterns ab. Unsere Sonne zehrt bereits rund 4,5 Milliarden Jahre von ihrem Wasserstoffvorrat, und voraussichtlich wird das nochmals 4,5 Milliarden Jahre so weitergehen.
 
Wasserstoff kann die extremen Verhältnisse im Inneren eines Sterns nicht aushalten: Er wird in seine atomaren Bestandteile, Atomkerne und Elektronen, zerlegt. Dann suchen sich die Atomkerne neue Partner, sie „fusionieren“. Das heißt: Die Kerne tun sich zu einem schwereren Atom zusammen. Jeweils vier Wasserstoffatome bilden dann gemeinsam ein Heliumatom. Durch Kernfusion entstehen in einem massereichen Stern bei steigenden Temperaturen immer schwerere Elemente. Die Reaktionskette beginnt mit der Fusion von Wasserstoff zu Helium und endet mit dem Siliziumbrennen, wobei die Elemente Eisen und Nickel „erbrütet“ werden.

Kohlenstoff
japanisch chinesisch
炭素
tanso

tàn
Unter den 81 chemischen Elementen ist eines besonders interessant: Kohlenstoff. Es ist das aktivste von allen Elementen und geht rasch die längsten und kompliziertesten Verbindungen mit anderen Elementen ein. Jede Zelle in jedem Organismus auf der Erde besteht aus Kohlenstoffverbindungen. Die meisten Biologen gehen davon aus, dass auch außerirdische Lebewesen ohne Kohlenstoff nicht auskommen würden. Freilich macht Kohlenstoff allein noch keine einzige Bakterie. Auch auf der Venus und dem Mars finden sich Kohlenstoffverbindungen, dabei sind diese Planeten klinisch tot.
 
Im Kosmos ist Kohlenstoff, nach Wasserstoff, Helium und Sauerstoff, das vierthäufigste Element. Auch unser Körper besteht zu knapp 20 Prozent aus diesem Element. Aus Kohlenstoff besteht allerlei. Je nachdem, wie die Kohlenstoffatome zusammengewachsen oder wie stark sie zusammengedrückt sind, gibt es Graphit, Kohle oder sogar Diamanten.
 
Die alltäglichen Prozesse des Lebens erfordern die Verknüpfung von Aminosäuren - komplexen Molekülen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff - zur Herstellung von Eiweißen (Proteinen).
Wenn die Kerntemperatur in der Sonne 100 Millionen Kelvin erreicht, beginnt Helium zu Kohlenstoff zu verschmelzen.

Komet
japanisch japanisch chinesisch    
彗星
suisei
コメット
kometto
彗星
huìxīng
hale-bopp halley_comet
Die älteste Überlieferung einer Kometenbeobachtung stammt von einem chinesischen Hofastrologen im Jahr 1059 v. u. Z. Die Chinesen bezeichneten Kometen als „Besensterne", zum einen wegen ihres Erscheinungsbilds, zum anderen aber auch, weil sie glaubten, Kometen würden das Hinwegfegen eines Zeitalters ankündigen. Während der Jahrtausende zeichneten die Chinesen die Bewegung eines jeden Kometen auf, und so hatten die Hofastrologen um das Jahr 1100 eine ansehnliche Sammlung von Kometensichtungen zusammengetragen. Allen gemeinsam ist, dass die Kometenschweife stets von der Sonne weggerichtet waren.
 
Was sich der Mensch nicht erklären kann, ersetzt er schnell durch Fantasie, und im Falle der Kometen war das nicht anders. Ihre Schweife wurden früher als Schwerter oder „Zuchtruten Gottes" gesehen. Nun galt es nur noch, beim Auftauchen eines Kometen auf schreckliche Ereignisse zu achten, um sie dann damit in Verbindung zu bringen. Solche „Zusammenhänge" galten als Beweis für die Rolle der Kometen als Unglücksboten. Beispielsweise wurde der Komet des Jahres 44 v. Chr. als Vorbote der Ermordung Cäsars angesehen.
 
Kometen sind kleine Himmelskörper, die die Sonne meist in stark exzentrischer Bahn umlaufen. Sie bestehen aus kleinen Teilchen (hauptsachlich Eis) und dünnen Gasen. Der Kometenschweif zeigt aufgrund des Sonnenwindes von der Sonne weg und kann Millionen von Kilometern lang sein. Die Gesamtzahl der Kometen allein wird auf zehn Billionen geschätzt, ihre Gesamtmasse auf immerhin sieben Erdmassen.
 
Kometen – so die Schlussfolgerung aus Newtons Erkenntnissen – können auf drei verschiedenen Bahnen durch unser Sonnensystem wandern: auf einer Hyperbel-, Parabel- oder Ellipsenbahn. Nur die Ellipsenbahn garantiert eine Wiederkehr, Hyperbel- und Parabelbalmen katapultieren den Kometenkern aus dem Sonnensystem heraus.

kopernikanische Wende
japanisch chinesisch  
コペルニクス的転回
Koperunikusu tekitenkai
(Kopernikus
+ -mäßig + Wendung)
哥白尼革命
Gē​bái​ní gé​mìng
(Kopernikus + Revolution)
kopernikus
Als kopernikanische Wende gilt der Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild. Ob der Wandel durch Kopernikus wirklich so bemerkbar war, ist fragwürdig, denn Wissenschaftler akzeptierten das neue Modell. So nutzen jesuitische Missionare die genaueren Berechnungen im 17. Jahrhundert, um Einfluss am Hof des chinesischen Kaisers zu gewinnen.
 
Nikolaus Kopernikus 1473 - 1543) war ein Domherr, der seine freie Zeit der Astronomie widmete. Er beschrieb das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems, gemäß dem sich die Erde um die eigene Achse dreht und wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. Seine Person wird bis heute von deutscher und polnischer Seite jeweils für die eigene Nation beansprucht: „der große Pole Mikołaj Kopernik“.

Krater
japanisch chinesisch
クレーター
kurētā
(crater)
撞击坑
zhuàngjīkēng
(einschlagen + Grube)
Für Einschlagkrater (auch Impaktkrater) auf der Erde hat der US-Geophysiker Dietz 1960 die Bezeichnung Astroblem (= Sternwunde) vorgeschlagen.
 
Die Krater sind das Hauptmerkmal der Mondoberfläche. Auf einer Mondkarte springen sofort die vielen Gelehrtennamen bei den Kratern ins Auge. Deshalb wird der Mond scherzhaft auch als größter Gelehrtenfriedhof bezeichnet.
 
Wenn ein Meteorit aus dem Weltall herabstürzt, ist er zwischen 10 bis 70 Kilometer pro Sekunde schnell, d. h. 30- bis 200-mal schneller als die irdische Schallgeschwindkeit. Beim Aufprall dringt er in Tausendstel Sekunden bis zu 100 Meter ins Gestein ein. Dabei wird seine ganze Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt und er explodiert. Durch die Schockwelle wird das umliegende Material kegelförmig weggesprengt; am Rand des entstehenden Lochs bildet ein Teil davon einen Wall. Der Krater ist dadurch, dass er teilweise verdampft und explodiert, 10- bis 20-mal größer als der Meteorit.
 
Irdischer Meteoritenkrater sind der Barringer-Krater in Arizona oder das Nördlinger Ries in Bayern.

Kuipergürtel
japanisch chinesisch
カイパーベルト
Kaipā beruto
(Kuper + belt)
柯伊伯带
Kēyībódài
(Kuper + Gürtel)
Ähnlich der Anzahl der Asteroiden im Asteroidengürtel vermutet man auch im Kuipergürtel viele Millionen  Objekte. Größenmäßig ist alles vertreten. In ihrer Zusammensetzung unterscheiden sie sich von den Kleinkörpern im Asteroidengürtel. Sie gleichen „Geröllhalden“ aus lockerem Gestein, vermengt mit viel Eis. Nach der gängigen Theorie gehören die Kuipergürtelobjekte zu den ersten Objekten, die vor 4,5 Milliarden Jahren aus der Gas- und Staubscheibe um die neu entstandene Sonne kondensiert sind. Kollisionen haben dann zum Aufbau der Planeten geführt. Deswegen kann man die Kuipergürtelobjekte (KBOs, Kuiper Belt Objects) als ursprüngliches Baumaterial der Planeten betrachten.
 
Bekannt geworden sind unter anderen Eris und Quaoar, wobei Quaoar sogar 100 Kilometer größer ist als Pluto. Diese Entdeckungen waren mit ein Grund, Pluto den Planetenstatus abzuerkennen. Ansonsten wäre die Zahl der Planeten rasch angewachsen. 2006 wurde deshalb für Pluto die Kategorie Zwergplanet erfunden.
 
Der Kuipergürtel ist eine ringförmige Scheibe aus Schutt und Eis, die außerhalb des Planeten Neptun unsere Sonne umkreist. Seinen Namen hat er vom Astronomen Gerard Kuiper, der einen Gürtel von Kleinplaneten jenseits der Neptunbahn postulierte.
 

Lagrange-Punkte
japanisch chinesisch
ラグランジュ点  
Raguranjuten
(Lagrange + Punkt)
拉格朗日点 
Lāgélǎngrìdiǎn
(Lagrange + Punkt)
Diese einzigartigen Punkte wurden kurz nach 1700 vom italienisch-französischen Mathematiker Joseph-Louis Lagrange beschrieben. In ihnen befinden sich die Anziehungskräfte zwischen zwei Himmelskörpern, die in gravitativer Wechselwirkung zueinander stehen, im Gleichgewicht.
 
lagrange
(Grafik: Wikimedia)
 
Im System Erde-Mond haben die Lagrange-Punkte folgende Positionen:
  • L1 liegt auf einer Linie zwischen Erde und Mond; L2 befindet sich auf derselben Linie, aber auf der anderen Seite des Monds.
  • L3 liegt auf derselben Linie, aber vom Mond aus gesehen auf der anderen Seite der Erde und etwas außerhalb der Mondumlaufbahn.
  • L4 und L5 liegen auf gegenüberliegenden Seiten der Linie Erde-Mond und auf der Mondbahn an Stellen, die gleich weit von Erde und Mond entfernt sind.
An diesen Punkten im Weltraum heben die Gravitationskräfte zweier benachbarter Himmelskörper und die Zentrifugalkraft der Bewegung einander auf. Da die Gravitation des Monds geringer ist, befinden sich die Punkte näher am Mond.

Magnetosphäre
japanisch chinesisch
磁界
jikai
磁层
cí​céng
Die Magnetosphäre eines Planeten wird durch das vom Sonnenwind getragene Magnetfeld geformt. Der Sonnenwind staucht die Magnetosphäre auf der Sonnenseite zusammen und zieht sie auf der Nachtseite zu einem Magnetschweif auseinander, der regelrecht im Sonnenwind flattert.
 
Im Sonnensystem besitzt Jupiter die größte Magnetosphäre. Selbst in 150.000 Kilometern Entfernung hat die Strahlung das 500fache der tödlichen Dosis.
 
Auch andere Planeten haben eine Magnetosphäre. Bei Mond und Venus ist jedoch kein Magnetfeld nachgewiesen worden.
 
magnetosphaere strahlungsguertel
Die Magnetosphäre der Erde
(Animation: Wikimedia)
Strahlungsgürtel der Erde
(DDR-Briefmarke)

Mare
japanisch chinesisch
月面の海
getsumen no umi
(Mond + Oberfläche + Genitiv + Meer)
月海
yuèhǎi
(Mond + Meer)
Als Galilei 1609 ein Fernrohr auf den Mond richtete, erkannte er, dass die dunklen Flecken wie große Meere aussahen. Wegen dieser Ähnlichkeit bezeichnete er sie als „Mare" nach dem lateinischen Wort für „Meer". Als Mare werden die dunklen Tiefebenen des Mondes bezeichnet.
mare_crisium mare_fecunditatis mare_imbrium mare_nubium mare_tranquillitatis oceanus_procellarum
Mare Crisium Mare Fecunditatis Mare Imbrium Mare Nubium Mare Tranquillitatis Oceanus Procellarum
危難の海
Kinan no umi
豊かの海
Yutaka no umi
雨の海
Ame no umi
雲の海
Kumo no umi
静かの海
Shizuka no umi
嵐の大洋
Arashi no taiyō
危海
Wēihǎi
丰富海
Fēngfùhǎi
雨海
Yǔhǎi
雲海
Yúnhǎi
静海
Jìnghǎi
风暴洋
Fēngbàoyáng
Meer der Gefahren Meer der Fruchtbarkeit Regenmeer Wolkenmeer Meer der Stille Ozean der Stürme
  • Das Meer der Gefahren ist Ort der Handlung in der Kurzgeschichte The Sentinel von Arthur C. Clarke, eine der Vorlagen für Clarkes Roman 2001: Odyssee im Weltraum.
  • Im Meer der Fruchtbarkeit landete die sowjetische Mondsonde Luna 16, sowie der chinesische Orbiter Chang'e-1.
  • Das kreisrunde Becken des Regenmeeres ist durch den vorletzten der großen, Einschläge von Asteroiden entstanden. 1971 fuhr das „Mond-Mobil“ 10,5 Kilometer durch die Ebene.Das Strahlensystem des Kraters Tycho überzieht das Wolkenmeer mit einigen hellen Streifen.
  • Im Meer der Stille setzte die bemannte Mondlandefähre von Apollo 11 auf. Diese Landestelle der ersten bemannten Mondlandung erhielt die Bezeichnung „Tranquility Base“.
  • Der Ozean der Stürme hat seinen Namen von der früheren Annahme, dass seine Erscheinung mit dem abnehmenden Halbmond schlechtes Wetter bringe. Er ist mit 2.500 Kilometer Ausdehnung das größte der „Mondmeere“.

Mars
japanisch chinesisch  
火星
Kasei
(Feuer + Stern)
火星
Huǒxīng
(Feuer + Stern)
mars
Der rote Planet Mars wurde wegen seiner Farbe nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Seine Färbung geht auf Rost zurück, der sich auf der Oberfläche verteilt hat.
 
Die ersten Farbbilder von Viking, die auf der Erde empfangen und wieder zusammengesetzt wurden, waren „überraschend und beunruhigend“. In der offiziellen NASA-Schrift über die Viking-Kamera heißt es: „Die gesamte Szenerie, Boden als auch Atmosphäre, war in ein rötliches Leuchten getaucht. Nicht gewillt, uns mit dieser provozierenden Darbietung öffentlich eine Blöße zu geben, veränderten wir die Parameter im Kalibrierungsprogramm so lange, bis der Himmel in einem neutralen Grau erschien.“
Als dieses Bild freigegeben wurde, hatte der Himmel versehentlich einen blauen Schimmer erhalten. Reporter griffen dieses Blau auf und stellten fest, der Marshimmel sei erdähnlich. Einige Stunden später bemerkte einer der Wissenschaftler beim Betrachten der veröffentlichten Fotos, dass die Farbe eines Drahtes, der aus der Landefähre herausragte, nicht ganz stimmte. Als man die Bildfarbe anpasste, nahm die Szenerie wieder ihr ursprüngliches Aussehen an, mit einem lachsfarbenen Himmel – eine Farbe, die durch die Streuung des Lichtes an den Staubteilchen in der Marsatmosphäre zustande kommt.
 
Bei der Beobachtung über längere Zeit fällt die seltsame Schleifenbewegung des Mars auf - ein Effekt, der entsteht, weil die Erde schneller um die Sonne kreist als der Mars-, und im Fernrohr lassen sich sogar Jahreszeiten beobachten.

Schon in einem kleinen Fernrohr zeigt Mars sehr viele Oberflächendetails und präsentiert sich als erdähnlichster Planet im Sonnensystem. Als 1971 eine US-Raumsonde den Mars erreichte, sah sie erst einmal gar nichts: Auf dem Roten Planeten tobte ein gigantischer Staubsturm, der die Oberfläche derart dicht einhüllte, dass nur noch wenige Punkte aus der aufgewühlten Atmosphäre herausragten. Sie entpuppten sich ein Jahr später als gewaltige Schildvulkane - darunter der höchste Berg des Sonnensystems: der 24 Kilometer hohe Olympus Mons. Dieser Berg konnte nur deshalb so groß werden, weil auf dem Mars die Anziehungskraft geringer ist als auf der Erde. Auf der Erde würde ein Berg dieser Größe unter seinem eigenen Gewicht zusammensacken.

Marsmonde
japanisch chinesisch  
火星の衛星
Kasei no eisei
(Feuer + Stern + Genitiv + Satellit)
火星卫星
Huǒxīng wèi​xīng
(Feuer + Stern + Satellit)
phobos_deimos
Die beiden Marsmonde sind kleine, unregelmäßige Körper, von Kratern bedeckt und relativ dunkel. Tatsächlich sehen sie den Asteroiden bemerkenswert ähnlich, was die These unterstützt, dass der Mars seine Monde einst eingefangen hat.
deimos phobos
Deimos Phobos
ダイモス
Daimosu
フォボス
Foabosu
火卫二
Huǒwèièr
火卫一
Huǒwèiyī
(Mars + Satellit + 2) (Mars + Satellit + 1)
(griechisch: Δείμος = Schrecken) (griechisch: Φόβος = Furcht)
  • Deimos, der kleinere der beiden unregelmäßigen Marsmonde könnte ebenfalls ein eingefangener Asteroid oder ein Planetenbruchstück aus der Frühzeit sein. Deimos  wurde benannt nach dem Sohn und Begleiter des griechischen Kriegsgottes Ares (lateinisch: Mars).
  • Phobos umrundet den Mars sehr nahe. Er geht dreimal am Tag im Westen auf und im Osten unter. Seine Umlaufbahn rückt immer näher an die Oberfläche heran. In 50 Millionen Jahre wird er entweder von der Anziehungskraft des Mars zerrissen oder auf den Planeten stürzen. Phobos wurde benannt nach Phobos, dem Sohn und Begleiter des griechischen Kriegsgottes Ares.

Marsmeteorit
japanisch chinesisch
火星隕石
Kasei inseki
火星陨石
Huǒxīng yǔnshí
Mindestens 30 Steinmeteoriten, die auf der Erde gefunden wurden, stammen vom Mars. Einige Forscher glauben, dass der Meteorit, der 1984 in der Antarktis gefunden worden ist, ein Indiz für früheres Leben auf dem Mars sei. Untersuchungen dieses Meteoriten und einiger weiterer, zeigen, dass diese Brocken vom Mars stammen. Sie sind wohl vor Jahrmillionen bei einem Einschlag weggeschleudert worden. Der Meteorit aus der Antarktis schien organische Bestandteile und winzige Fossilien zu enthalten, die wie Bakterien aussahen. Doch dies ist umstritten.

Masse
japanisch chinesisch
質量
shitsuryō
质量
zhìliàng
Die Masse als Eigenschaft eines Körpers ist vom Gewicht zu unterscheiden. Sie ist die Menge der in einem Körper vereinigten Materie. Sie entspricht nicht dem Gewicht, das von der örtlichen Schwerkraft abhängig ist; so betragt z.B. das Gewicht eines Menschen auf dem Mond nur 1/6 seines normalen Gewichts, seine Masse bleibt jedoch unverändert.
 
Umgangssprachlich wird der Begriff „Gewicht“ mit der Einheit „Kilogramm“ verwendet, physikalisch betrachtet ist dies allerdings falsch. Korrekterweise müssten wir von der Gewichtskraft mit der physikalischen Einheit „Newton“ sprechen. Die Gewichtskraft ist jene Kraft, die in Richtung des Erdmittelpunktes, gerichtet ist. Die Masse selbst ist immer gleich groß und nur die Gewichtskraft ist von der Schwerebeschleunigung des jeweiligen Planeten abhängig.
 
Die Masse eines Himmelskörpers lässt sich auch ohne Waage bestimmen, wenn er von einem anderen Objekt auf einer bekannten Bahn umrundet wird.
 
Masse im Vergleich zur Erde
0-merkur 0-venus 0-erde 0-mars 0-jupiter 0-saturn 0-uranus 0-neptun
Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
    1   318      

Merkur
japanisch chinesisch  
水星
Suisei
(Wasser + Stern)
水星
Shuǐxīng
(Wasser + Stern)
merkur
Der Merkur ist der kleinste, sonnennächste und somit auch schnellste Planet im Sonnensystem. Er hat mit einer maximalen Tagestemperatur von rund +430 °C und einer Nachttemperatur von bis zu −170 °C die größten Temperaturschwankungen aller Planeten. Wegen seiner Sonnennähe ist er von der Erde aus schwer zu beobachten.
 
Kopernikus meinte über Merkur seufzend: „Der Planet hat uns mit vielen Rätseln und großer Mühsal gequält, als wir seine Wanderungen erkundeten.“
Als er die Planeten anordnete, machte er sich die Beobachtungen antiker wie zeitgenössischer Astronomen zunutze. Allerdings hatte keiner von ihnen Merkur genau genug beobachtet, um Kopernikus bei der Berechnung seiner Umlaufbahn eine Hilfe zu sein.

Der dänische Astronom Tycho Brahe trug mindestens 85 Beobachtungsdaten über Merkur zusammen. 1629 sagte Kepler einen Merkur-Durchgang für 1631 voraus, doch starb er ein Jahr davor. Der Astronom Gassendi in Paris, der aufgrund Keplers Vorhersage darauf vorbereitet war, den Durchgang zu beobachten, rühmte das Geschehen überschwänglich, als der Transit eintrat. In seinem Bericht betonte Gassendi, er sei überrascht gewesen, wie klein der Planet war, und habe den schwarzen Punkt daher zunächst als Sonnenfleck abgetan. Gassendi hatte erwartet, Merkurs Durchmesser würde ein Fünfzehntel des Sonnendurchmessers betragen, so wie es Ptolemäus 1.500 Jahre früher geschätzt hatte. Stattdessen stellte sich heraus, dass Merkur weniger als ein Hundertstel des scheinbaren Sonnendurchmessers aufwies. Seine wahre Größe entspricht weniger als einem Dreihundertstel des Sonnendurchmessers.
 
Merkur enttäuschte Astronomen, die wissen wollten, wie er aussah. Das ganze 20. Jahrhundert hindurch blieb Merkur ein schwieriges Beobachtungsziel. Selbst das Hubble-Weltraumteleskop vermied einen Blick auf Merkur, wollte man die empfindliche Optik doch nicht auf ein Objekt richten, das der Sonne so gefährlich nahe war.

Meteor
japanisch chinesisch      
流れ星
nagare boshi
流星
liúxīng
bolide meteor_falling_courtesy_nasa

Meteore

(Bild / Animation: Wikimedia / NASA)

Der Schweif eines Kometen besteht aus winzigen Staubkörnern, die zunächst auf seiner Bahn weiterziehen, sich aber langsam von ihm entfernen. So bilden sie schließlich eine Art Staubfahne entlang der Kometenbahn. Wenn die Erde eine solche Kometenbahn kreuzt, können sehr viele Staubteilchen in die Atmosphäre eindringen; für die Betrachter am Erdboden offenbaren sie sich dann als Sternschnuppenschwarm. Die meisten dieser Staubkörner sind nicht einmal erbsengroß. Trotzdem verglühen sie mit einem spektakulären Effekt.
 
Wenn die Erde nahe an einem Kometenkern vorbeizieht, kann der entsprechende Meteorstrom zu einem regelrechten Meteorsturm anschwellen. 1833 erlebten die Bewohner der Ostküste Nordamerikas den vermeintlichen Weltuntergang, währen 1866 Europa an der Reihe war.

Meteorit
japanisch chinesisch
隕石
inseki
陨石
yǔnshí
Als 1492 ein etwa 130 Kilogramm schwerer Stein vom bedeckten Himmel auf ein Weizenfeld unweit der elsässischen Ortschaft Ensisheim fiel, sah der Landesherr, der spätere Kaiser Maximilian, darin ein Zeichen für den göttlichen Schutz vor den heranrückenden Türken; er ordnete daher an, den Feslbrocken in der Dorfkirche aufzubewahren. Weil aber die Dorfbewohner fürchteten, er könne über Nacht wieder in den Himmel zurückkehren, ketteten sie ihn vorsichtshalber an die Kirchenwand.
 
Sucht man nach Angaben über die Anzahl der Kleinkörper, die auf die Erde fallen, so gehen die Zahlen weit auseinander. Da ist die Rede von 11.000 kleinen Meteoriten jährlich und einem täglichen Massenzuwachs der Erde von etwa 6.000 Tonnen durch Meteoritenstaub. Mit wachsender Größe nimmt die Häufigkeit der Einschläge auf der Erde schnell ab.
 
Von der Wahrscheinlichkeit her ist etwa alle 800 bis 1.000 Jahre mit einem Einschlag eines 50 Meter großen Meteoriten zu rechnen. Der Einschlag eines rund 10 Kilometer großen Asteroiden wiederholt sich dagegen nur etwa alle 100 Millionen Jahre. So ein Ungeheuer traf die Erde vor rund 65 Millionen Jahren und führte zum Aussterben der Dinosaurier.
 
Verwirrend sind auch die Begriffe, die mit Meteo- (μετεωρος meteōros = in der Schwebe) beginnen:
  • Solange die millimeter- bis zentimetergroßen Teilchen noch um die Sonne kreisen, bezeichnet man sie als Meteoroide.
  • Die Lichterscheinung, die sie beim Verglühen in der Atmosphäre hervorrufen, nennt man Meteor oder auch Sternschnuppe.
  • Wenn ein Meteoroid beim Durchtritt durch die Erdatmosphäre nicht gänzlich verdampft, so ist das, was auf der Erdoberfläche ankommt, ein Meteorit.
  • Meteorologie ist die Lehre von den physikalischen Vorgängen und Gesetzmäßigkeiten in der Erdatmosphäre. Wir kennen sie als Wetterkunde.
In einigen Fallen haben Meteorite Krater verursacht. Das bekannteste Beispiel ist der Barringer-Krater in Arizona, der einen Durchmesser von fast 1,5 Kilometern hat.

Monat
japanisch chinesisch

tsuki

yuè
Ein Monat ist die Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt. Das japanische und chinesische Schriftzeichen für Monat ist deshalb auch identisch mit dem für Mond. Da wir den Kalender von den Römern übernommen haben, sind auch unsere - oft sinnlosen - Monatsnamen lateinischen Ursprungs. Das es auch anders geht, beweisen die Chinesen und Japaner, die die Monate einfach numeriert haben. Das haben die Römer auch, doch ihre Zählung (septem, octo, novem, decem = sieben, acht, neun, zehn) stimmt heute nicht mehr. So ist der September heute nicht der siebte sondern der neunte Monat.
Januar Februar März April Mai Juni
römischer
Gott
Janus
römisches
Reinigungsfest
Februa
römischer
Kriegsgott
Mars
lateinisch
aperire
(öffnen)
römische
Göttin
Maia
römische
Göttin
Juno
一月 二月 三月 四月 五月 六月
Yī​yuè Èr​yuè Sān​yuè Sì​yuè Wǔ​yuè Liù​yuè
Ichigatsu Nigatsu Sangatsu Shigatsu Gogatsu Rokugatsu
1 + Monat 2 + Monat 3 + Monat 4 + Monat 5 + Monat 6 + Monat
           
Juli August September Oktober November Dezember
Gaius
Julius
Caesar
römischer
Kaiser
Augustus
lateinisch
septem
(sieben)
lateinisch
octo
(acht)
lateinisch
novem
(neun)
lateinisch
decem
(zehn)
七月 八月 九月 十月 十一月 十二月
Qī​yuè Bā​yuè Jiǔ​yuè Shí​yuè Shí​yī​yuè Shí​'èr​yuè
Shichigatsu Hachigatsu Kugatsu Jūgatsu Jūichigatsu Jūnigatsu
7 + Monat 8 + Monat 9 + Monat 10 + Monat 11 + Monat 12 + Monat

Monde
japanisch chinesisch  
衛星
eisei
(Wache + Stern)
卫星
wèi​xīng
(verteidigen + Stern)
 
Spitzfindige behaupten, dass es im Sonnensystem nur einen Mond gebe, und das ist der Trabant, der die Erde umkreist. Genau betrachtet haben sie sogar recht. Natürlich besitzen auch andere Planeten Trabanten. Gegenwärtig sind sind mindestens 166 Monde des Sonnensystems bekannt. Die meisten haben einen Namen, Ganymed, Kallisto, Titan, Deimos... Der Rest trägt eine Kennziffer, die Auskunft gibt, zu welchem Planeten er gehört. Doch keiner heißt Mond. Der Name Mond ist für den Begleiter der Erde reserviert, den man gelegentlich zur Klarstellung auch Erdmond nennt.
 
Im Lauf der Jahrhunderte entdeckten Astronomen Monde um jeden Planeten mit Ausnahme von Merkur und Venus. Die Größe dieser Trabanten reicht von Jupiters riesigem Ganymed bis den kleinen Begleitern des Mars.
 
Besonders in den letzten Jahren haben Raumsonden zum Teil auch Verwunderliches in Erfahrung gebracht. Unter der vereisten Oberfläche des Jupitermondes Europas soll sich ein kilometertiefer Ozean verbergen. Auf dem Jupitermond Io wüten Vulkane, die Rauchwolken 300 Kilometer weit in den Raum hinausblasen. Der Saturnmond Titan besitzt sogar eine etwa eineinhalbmal so dichte Atmosphäre wie die Erde.
 
Offenbar gelangen Planeten auf verschiedene Weise zu ihren Monden. Manche sind vermutlich aus derselben Materiewolke wie der Planet entstanden. Andere bewegen sich entgegengesetzt zur Planetenrotation. Sie wurden wohl durch Gravitation eingefangen. Der Erdmond könnte durch einen Zusammenstoß zwischen der jungen Erde und einem planetengroßen Objekt entstanden sein.
 
mare_crisium io_moon kallisto titan triton deimos
Mond Io Kallisto Titan Triton Deimos
Erde Jupiter Jupiter Saturn Neptun Mars

Mondfinsternis
japanisch chinesisch
月蝕
gesshoku
(Mond + Verfinsterung)
月蚀
yuèshí
(Mond + Verfinsterung)
Tritt der Neumond vor die Sonne, kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Durchquert hingegen der Vollmond den Schatten der Erde, kommt es zu einer Mondfinsternis.
 
Da die Mondbahn etwas gegen die Ekliptik geneigt ist, verfehlt der Mond meist die Sonne und den Erdschatten. Finsternisse finden daher nur dann statt, wenn Sonne und Mond sich in einem der beiden Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik treffen. Das heißt: Sonne, Erde und Mond müssen nicht nur in der gleichen Richtung oder Linie stehen, sondern auch auf gleicher Höhe. Verfinsterungen zwischen Sonne, Mond und Erde treten auf, wenn die drei Himmelskörper auf einer Linie liegen. Dies passiert nur zwei Mal pro Jahr.

Mondphasen
japanisch chinesisch  
月相
gessō
月相
yuèxiāng
 
mondphasen
(Animation: Wikimedia)
 
Das Aussehen des Mondes variiert und durchläuft folgende Mondphasen:
Neumond zunehmender Mond Vollmond abnehmender Mond Halbmond
新月 上弦 満月 下弦 半月
shin getsu jō gen man getsu ka gen han getsu
新月 上弦月 滿月 下弦月
xīn​yuè shàng​xián ​yuè mǎn​yuè xià​xián​ yuè huì
Mond zwischen Sonne und Erde abends sichtbar Erde zwischen Sonne und Mond morgens sichtbar zunehmend oder abnehmend

Mondstaub
japanisch chinesisch    

レゴリス
regorisu
(Regolith)

表岩屑
biǎoyán​xiè
(Oberfläche + Felsen + Fragment)
footprint_armstrong

Armstrongs Fußabdruck im Mondstaub

(Foto: Wikimedia / NASA)

Ein feinkörniges Material namens Regolith (griechisch: ῥῆγμα, regma = Bruch und λἰθος, lithos = Stein), das aus pulverisiertem Gestein besteht, bedeckt die Mondoberfläche - an manchen Stellen bis zu 20 Meter hoch.
 
Der Mond besitzt keine Atmosphäre. Deshalb schlagen ständig Meteoroidenauf der Oberfläche ein und pulverisieren die Gesteine. Der dadurch entstehende Regolith bedeckt die Oberfläche mit einer mehrere Meter dicken Schicht.
 
Die Apollo-Astronauten bekamen den Mondstaub nicht von ihren Raumanzügen. Er kroch in alle Winkel und roch wie Schießpulver. Heute weiß man, dass sich die winzigen Teilchen in der Lunge einnisten können. Auch kann er die Dichtungen eines Raumschiffs verstopfen und Fehlfunktionen auslösen.

Mondstaub entsteht, wenn sandkorngroße Meteoriten auf der Mondoberfläche einschlagen. Die daraus resultierenden Staubteilchen sind - anders als glatte irdische Sandkörner - gezackt und haften deshalb so stark an der Kleidung.

Neptun
japanisch chinesisch  
海王星
Kaiousei
(Meer + König + Stern)
海王星
Hǎiwángxīng
(Meer + König + Stern)
neptun
Neptun verdankt seine Entdeckung der Rechenkunst. Schon bald nach der Entdeckung des Uranus stellten die Astronomen fest, dass die Bahn dieses Planeten allmählich vom berechneten Weg abwich. Durch diese Tatsache kamen sie zu dem Schluss, dass ein bisher nicht entdeckter Planet für die Störungen verantwortlich sein könnte. Für die Menschen war die Entdeckung des Neptun durch die Anwendung der Keplerschen Planetengesetze und des Newtonschen Gravitationsgesetzes ein Triumph der Himmelsmechanik.
 
Neptun ist der achte und äußerste Planet im Sonnensystem. Er wurde 1846 auf Grund von Berechnungen aus Bahnstörungen des Uranus entdeckt. Der Gasplanet ist nach Neptun, dem römischen Gott des Meeres und der Fließgewässer, benannt.
 
Neptun vollendet einen Umlauf um die Sonne in 164 Jahren. Seit seiner Entdeckung 1846 ist noch kein ganzes Neptunjahr vergangen.
 
In vielerlei Hinsicht gleicht seine Atmosphäre der des Uranus. Aber im Unterschied zum Uranus ist es auf dem Neptun stürmisch. Es entstehen und vergehen Stürme. Winde mit bis zu 2.200 Kilometern pro Stunde fegen um den Planeten. Der Neptun ist so weit von der Sonne entfernt, dass er nicht genügend Sonnenwärme bekommt, um diese Winde zu erzeugen. Daher muss er eine interne Wärmequelle haben.

Neptunmonde
japanisch chinesisch    
海王星の衛星
Kaiousei no eisei
(Meereskönig + Stern + Genitiv + Trabant)
海王星卫星
Hǎiwángxīng wèi​xīng
(Meereskönig + Stern +  Trabant)
triton Triton
Vor dem Vorbeiflug der Voyager-Sonde waren nur zwei Neptunmonde bekannt: Triton und Nereide. Triton wurde bereits drei Wochen nach der Entdeckung des Neptun gefunden, Nereide erst 1949. Darüber hinaus entdeckten die Voyager-Kameras weitere Monde, die sich von der Erde aus nicht beobachten lassen, weil sie von Neptun überstrahlt werden.
 
neptunmonde
Alle Trabanten sind dunkle, unregelmäßig geformte Körper mit stark geneigten Bahnen. Sie sind wahrscheinlich nicht zusammen mit Neptun entstanden, sondern später von ihm eingefangen worden.
 
Triton Nereid Naiad Thalassa Despina Galatea Larissa Proteus
トリトン
ネレイド
ナイアド
タラッサ
デスピナ
ガラテア
ラリッサ
プロテウス
海卫一 海卫二 海卫三 海卫四 海卫五 海卫六 海卫七 海卫八
 
Triton hat eine ungewöhnliche Umlaufbahn und ist der einzige große Mond, der Neptun entgegen dessen Rotation umkreist. Das könnte darauf hindeuten, dass er nicht zusammen mit dem Neptun entstanden ist, sondern später von ihm eingefangen wurde. Der Triton ist der kälteste Mond des Sonnensystems. Seine eisbedeckte Oberfläche reflektiert so viel Sonnenlicht, dass dort eine Temperatur von -240 Grad Celsius herrscht.
Nereide hat die exzentrischste Umlaufbahn aller Trabanten des Sonnensystems. Seine Entfernung vom Neptun schwankt zwischen 1,4 Millionen und 9,6 Millionen Kilometern.

Newtonsche Gesetze
japanisch chinesisch
ニュートン力学
Nyūton riki gaku
(Newton + Kraft + Lehre)
牛顿运动定律 
Niúdùn yùndòng dìnglǜ
(Newton + Bewegung + Naturgesetz)
Zwar erklären die drei Keplerschen Gesetze, wie sich die Planeten bewegen, aber sie legen nicht dar, warum sie es tun. Die Antwort gab Newton, der berühmte englische Mathematiker und Physiker. Newton führte in die Wissenschaft von der Bewegung der Planeten Begriffe aus der Mechanik ein, zum Beispiel Kraft und Masse. So begriff er, dass die Kraft, die auf der Erde den Apfel zwingt, in Richtung auf das Zentrum unseres Planeten zu fallen, mit der Kraft identisch ist, die den Mond dazu bringt, um die Erde zu kreisen.
 
Newton (1642 1727) beschrieb die universelle Gravitation und die Bewegungsgesetze und legte damit den Grundstein für die klassische Mechanik.
 
1687 erschien Isaac Newtons Werk Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie), in dem Newton drei Grundsätze der Bewegung formuliert. 
  1. lex prima (erstes Gesetz), Trägheitsprinzip oder Inertialgesetz
  2. lex secunda (zweites Gesetz), Aktionsprinzip
  3. lex tertia (drittes Gesetz), Wechselwirkungsprinzip, Gegenwirkungsprinzip, oder Reaktionsprinzip
1846 wurde der Planet Neptun entdeckt, Mathematiker seine Position aus ansonsten unerklärlichen Abweichungen des Planeten Uranus von einer reinen Ellipsenbahn errechnet hatte. 88 Jahre nach der vorhergesagten Wiederkehr des Kometen Halley war dies ein neuerlicher Triumph für die Himmelsmechanik, die sich auf das Newtonsche Gravitationsgesetz stützte.
newtons_cradle

Kugelstoßpendel (Newtonpendel)

Wenn man zwei oder mehr Kugeln pendeln lässt, werden auf der anderen Seite immer genau so viele Kugeln mit der Geschwindigkeit abgestoßen, wie auf der Gegenseite mit dieser Geschwindigkeit aufgeprallt sind, und nicht etwa nur eine Kugel mit höherer Geschwindigkeit. Dabei handelt es sich um elastische Stöße, bei denen die kinetische Energie und der Impuls erhalten bleiben.

Die Vorrichtung geht auf den französischen Physiker Mariotte (1676) zurück.

Animation: Wikimedia


Olympus Mons
japanisch chinesisch  
オリンポス山
Orinposu san
(Olympus + Berg)
奥林帕斯山
Àolínpàsī shān
(Olympus + Berg)
olympus_mons
Der höchste Berg in unserem Sonnensystem ist der Olympus Mons (lateinisch: Berg Olymp) auf dem Mars. der ehemalige Vulkan ist benannt nach dem Sitz der antiken griechischen Götter. Dreimal so hoch wie die Gipfel des Himalaya, erhebt er sich 27 Kilometer über das Umland und bringt es auf einen Durchmesser von rund 624 Kilometer. Er bedeckt dabei eine Fläche, die viermal so groß ist wie Bayern. Wenn wir ihn in den Pazifik fallen lassen könnten, würde er die Inselkette von Hawaii völlig bedecken. Mit 26 Kilometer Gipfelhöhe und einem Durchmesser von fast 600 Kilometer ist er der größte Berg im Sonnensystem.

Die eindrucksvolle Größe des Olympus Mons ist höchstwahrscheinlich eine Folge der fehlenden Plattentektonik. Da es auf dem Mars keine Plattentektonik gibt, konnte der - wahrscheinlich seit langem erloschene - Olympus Mons solche Ausmaße annehmen. Der Monstervulkan könnte Bergsteigern als verlockendes Ziel erscheinen. Sie müssten jedoch feststellen, dass der Aufstieg keine echte  Herausforderung ist. Mit seinen nur leicht ansteigenden Flanken ist der Olympus Mons eher etwas für Wanderer als für Alpinisten.
 
olympus-mons-vergleich
Der Olympus Mons im Vergleich mit irdischen Gebirgen
(Grafik: Wikimedia)

Oortsche Wolke
japanisch chinesisch  
オールトの雲
Ōruto no kumo
(Oort + Genitiv + Wolke)
奥尔特云
Ào‘ěrtè yún
(Oort + Wolke)
oort
Kometen verlieren bei jeder Annäherung an die Sonne einen Teil ihrer Masse. Ein Komet von etwa 10 Kilometer Durchmesser hat sich nach rund 1.000 Umrundungen der Sonne (ca. 10.000 bis 1 Million Jahre) aufgelöst. Da aber immer wieder Kometen erscheinen, müssen sie von irgendwoher nachgeliefert werden. Als Kometenreservoire gelten der Kuipergürtel für die kurzperiodischen Kometen, die für einen Umlauf um die Sonne weniger als 200 Jahre benötigen sowie die Oortsche Wolke für die langperiodischen Kometen mit Umlaufperioden länger als 200 Jahre. Meist ist es ein nahe dem Sonnensystem vorbeiziehender Stern, der die Bahnen von Kometen in der Oortschen Wolke stört und einige davon in das Innere des Sonnensystems katapultiert.
 
Die Oort’sche Wolke wurde 1950 vom niederländischen Astronomen Jan Hendrik Oort als Ursprungsort der langperiodischen Kometen postuliert. Sie liegt weit außerhalb des Kuipergürtels und reicht bis zu einer Entfernung von ein oder zwei Lichtjahren von der Sonne.

Phaeton
japanisch chinesisch
フェートン
Fētongō
(Φαέθων)
法厄同星
Fǎ‘ètóng xīng
(Φαέθων + Stern)
Phaeton (griechisch: der Strahlende) wurde ein hypothetischer Planet genannt, der eine Umlaufbahn zwischen Mars und Jupiter haben sollte. Phaeton ist zum einen der Beiname des Sonnengottes Helios und zum anderen der Name seines Sohnes, der den Sonnenwagen abstürzen ließ.
 
Als Johann Daniel Titius 1766 mit der heute so genannten Titius-Bode-Reihe eine Formel aufstellte, die die Bahnabstandsverhältnisse der Planeten beschreibt, fand er, dass diese Reihe nur dann die Abstände ab Jupiter wiedergeben kann, wenn man zusätzlich noch einen Planeten zwischen Mars und Jupiter einschob. Man fing deshalb an, nach diesem Planeten systematisch zu suchen und 1801 fand man in dem fraglichen Bereich den Asteroiden Ceres. Rasch wurden weitere Asteroiden gefunden. Die Annahme, dass es sich dabei um Bruchstücke eines zerstörten Planeten handelt, erwies sich jedoch als unwahrscheinlich. Zum einen ist die Gesamtmasse aller Objekte des Asteroidengürtels zu klein und zum anderen kann sich aufgrund der Gravitationsstörungen durch Jupiter an dieser Stelle kein größerer Körper bilden.

Planet
japanisch chinesisch
惑星 wakusei
行星
遊星 yūsei
惑星huòxīng
遊星 yóuxīng
行星 xíngxīng
Ein veraltetes Wort für Planet ist Wandelstern. Fast alle Umlaufbahnen der Planeten unseres Sonnensystems liegen auf einer Ebene Bereits in der Antike beobachteten die Astronomen Lichtpunkte, die sich inmitten der Sterne zu bewegen schienen. Sie nannten diese Objekte Planeten, was soviel wie "Wanderer" bedeutet, und sie gaben den einzelnen Objekten die Namen von Gottheiten:
Merkur Venus Mars
Jupiter Saturn
der Götterbote Göttin der Liebe
der Kriegsgott der Göttervater Vater von Jupiter

Planetenmaschine
japanisch chinesisch  
太陽系儀
taiyō keigi
(Sonne + System + Ritual)
太阳系仪
tàiyáng xìyí
(Sonne + System + Ritual)
 
Eine Planetenmaschine ist ein mechanisches Gerät, das den Umlauf der Planeten um die Sonne veranschaulicht. Ursprünglich gab es dafür die Bezeichnung Planetarium. Seit 1713 John Rowley (1665–1728) eine Planetenmaschine für Charles Boyle, den 4. Earl of Orrery, gebaut hatte, werden solche Geräte auch als Orrerys bezeichnet.

Planetenring
japanisch chinesisch  

kan
(Ring)
行星环
xíngxīnghuán
(Planet + Ring)
saturnringe
Planetenringe sind sehr dünn, können aber gleichzeitig sehr breit sein. Alle großen Planeten unseres Sonnensystems haben solche Ringe. Aber nur beim Saturn leuchten sie so hell.
Ein Planetenring ist ein meist scheibenförmiges Ringgebilde um einen Planeten, das aus vielen Milliarden Staub- oder auch Eisteilchen besteht, deren Größe von der eines Sandkorns bis zu der eines Wohnhauses reicht.

Pluto
japanisch chinesisch    
冥王星
Meiousei
(Unterwelt + König + Stern)
冥王星
Mingwangxing
(Unterwelt + König + Stern)
pluto-briefmarke-1991  
Es kann nicht viele Weltraummissionen geben, die durch eine Briefmarke angeregt wurden. Doch als die zehnte Marke einer Serie der US-Post aus dem Jahre 1991 Pluto mit der Unterschrift „Pluto noch nicht erforscht“ zeigte, war das eine direkte Herausforderung an die Wissenschaftler. 2006 wurde mit New Horizons erstmals eine Raumsonde zu Pluto ausgesandt, die 2015 in 9.600 Kilometern Entfernung an Pluto und in 27.000 Kilometern Entfernung an dessen Mond Charon vorbeifliegen soll.
 
Der Zwergplanet (134340) Pluto ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt. Von seiner Entdeckung 1930 bis zur Neudefinition des Begriffs „Planet“ 2006 galt er als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems.
 
Pluto hat fünf bekannte Monde. Charon ist im Vergleich zu Pluto sehr groß. Das System Pluto-Charon wurde deshalb auch als Doppelplanet bezeichnet.
 
Wie kam es dazu, dass der neuentdeckte Planet gerade Pluto genannt wurde? 1930 war der Planet bei seiner Entdeckung einfach als Planet X bezeichnet worden. Nach dem Bekanntwerden seiner Auffindung ging der erste Vorschlag zu seiner Benennung von einer 11-jährigen Engländerin aus, die den Namen Pluto vorschlug, den dann ihr Vater sofort an die Lowell-Sternwarte telegrafierte, wo er als erster einlaufender Vorschlag auch angenommen wurde.. Allerdings ist der Planet nicht nach Disney's Hund benannt. Burney war vielmehr Fan der antiken Mythologie und bezog ihren Namensvorschlag auf den römischen Gott der Unterwelt. Lange wurde der Name Kronos (oder Cronos) favorisiert, auch Minerva, doch im Andenken an Percival Lowell, dessen Initialen die ersten beiden Buchstaben von Pluto bilden, wurde dieser Namensvorschlag angenommen. Das offizielle Symbol soll die Initialen von Lowell darstellen

Polarlicht
japanisch chinesisch  
極光
kyokukō
(Pol + Licht)
极光
jíguāng
(Pol + Licht)
 
Das Polarlicht (Aurora) ist eine Leuchterscheinung, die beim Auftreffen geladener Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre in den Polargebieten hervorgerufen wird. Die vorherrschende grün-blaue Farbe rührt von der Strahlung angeregter Sauerstoffatome her. Aurora-Erscheinungen treten üblicherweise in Höhen von etwa 100 Kilometer auf.
 
Am Anfang steht ein gewaltiger Ausbruch auf der Sonnenoberfläche und ein Sturm elektrischer Teilchen, die über das Magnetfeld der Erde hinwegfegen. Hat das Magnetfeld die entgegengesetzte Ladung wie die Partikel, kommt es zu einer Entladung, bei der die Elektronen in den Sauerstoffatomen der oberen Atmosphäre anregt und die Atome wie in einer Leuchtstoffröhre zum Glühen gebracht werden. Es werden dabei riesige Mengen Elektrizität frei. Hätte die Erde Sicherungen, würden sicher einige davon durchbrennen.
 
polarlicht-alaska
Polarlicht in Alaska
(Foto: Wikimedia)

Protuberanz
japanisch chinesisch  
紅炎 (紅焔)
kōen
日珥
rìěr
protuberanz
Protuberanzen gehören mit zu den eindrucksvollsten Phänomenen, die die Sonne zu bieten hat. Sie sind aber nur bei totalen Sonnenfinsternissen sichtbar.

Protuberanzen bestehen aus bis zu 50.000°C heißem Wasserstoffgas. Sie schweben über der orangerot leuchtenden Chromosphäre der Sonne oder werden mit hohen Geschwindigkeiten von rund -100 km/s gelegentlich 200.000 Kilometer weit hinausgeschleudert und stürzen dann meist auf die Sonnenoberfläche zurück. Manche können ganz in den Weltraum entweichen.
 
Protuberanzen sind heftige Materieströme auf der Sonne, die am Sonnenrand als matt leuchtende Bögen beobachtet werden können.

Ptolemäus
japanisch chinesisch
プトレマイオス
Putoremaiosu
(
Πτολεμαῖος)
托勒密
Tuōlèmì
(
Πτολεμαῖος)
Die Werke des griechischen Astronomen Claudius Ptolemäus; (Κλαύδιος Πτολεμαῖος Klaúdios Ptolemaîos) galten in Europa bis in die frühe Neuzeit als wissenschaftliche Standardwerke. Er verwarf das heliozentrische Weltbild, das erst 1.300 Jahre später durch Kopernikus, Kepler und Galilei in Europa durchgesetzt werden sollte.
 
Ptolemäus fälschte und fingierte Beobachtungen oder übernahm die Daten von Hipparchos, wie sich fast 2.000 Jahre später herausstellte. Seine Fixsternpositionen stammen aus einem bereits 250 Jahre früher zusammengestellten Himmelsatlas, den sein Vorgänger Hipparchos erarbeitet hat. Ptolemäus kennt seitdem jeder. Hipparchos dagegen kennt kaum einer. Es kann sich also lohnen, etwas zu klauen. Sein System war so ausgeklügelt, dass sich damit zahlreiche Vorhersagen über Himmelsereignisse treffen ließen. Am wichtigsten aber war, dass die Erde im Mittelpunkt der Welt blieb.

Roche-Grenze
japanisch chinesisch
ロシュ限界
(Roche + Grenze)
洛希極限
Luòxījíxiàn
(Roche + Grenze)
Im 19. Jahrhundert mutmaßte der Mathematiker Édouard Roche, dass einst womöglich ein Mond dem Saturn zu nahe gekommen sei. Nach Überschreiten einer  bestimmten Grenze könnten die Anziehungskräfte, mit denen Saturn auf diesen Mond wirkte, so groß gewesen sein, dass dieser in Stücke gerissen wurde.
 
Die Roche-Grenze ist die minimale Entfernung, in der ein Mond um einen Planeten kreisen kann, ohne von Gezeitenkräften auseinandergerissen zu werden. So könnte einmal auch die Erde ein Ringsystem zieren. Irgendwann wird das Abwandern des Mondes zum Stillstand kommen. Dann wird die Erde ihren Mond wieder heranziehen. Beim Überschreiten der Rocheschen Grenze wird der Mond dann durch die Gezeitenkräfte zerrissen werden und sich als Ring um die Erde verteilen.
erdringe
So könnte die Erde aussehen, wenn sie den Mond zerrissen hat.
(Grafik: Wikimedia)

Saturn
japanisch chinesisch  
土星
Dosei
Erdstern
土星
Tǔxīng
Erdstern
0-saturn
Als einziger Planet zeigt sich Saturn schon in einem kleinen Teleskop nicht wie die anderen Planeten nur als Scheibe, sondern mit einem freischwebenden Ring.  Der Saturn ist der zweitgrößte Planet des Sonnensystems, der sich von den anderen Planeten durch seine besonders ausgeprägten Ringe abhebt. Für Galilei erschien Saturn wie eine Kugel mit zwei Henkeln. Seine Verwirrung wurde noch größer, als er feststellte, dass diese seltsamen Gebilde neben dem Saturn gelegentlich auch ganz verschwanden. Erst 1656 konnte der holländische Astronom Christian Huygens das seltsame Aussehen des Saturn erklären.

Der um den Planeten freischwebende Ring ist wie der Planet selbst um rund 27 Grad gegen die Bahnebene geneigt. Das führt nun während des Sonnenumlaufs dazu, dass der irdische Beobachter den Saturnring aus verschiedenen Perspektiven sehen kann.
 
Der Saturn ist der entfernteste Planet, der noch mit dem bloßen Auge gesehen werden kann. Der Gasriese zeigt am Äquator eine bauchige Form, denn er dreht sich sehr schnell und hat eine geringe Dichte. Er besteht vor allem aus Wasserstoff und würde in einem Riesenozean auf dem Wasser schwimmen.

Saturnmonde
japanisch
chinesisch
 
土星の衛星
Dosei no eisei
(Holz + Stern + Genitiv + Trabanten)
土星卫星
Tǔxīng wèi​xīng
(Holz + Stern + Trabanten)
 
Der Saturn hat eine große, merkwürdige Mondfamilie. Die Mini-Monde stehen zumeist mit den großen Körpern und besonders den zahlreichen Ringsegmenten in lebhafter Wechselwirkung. Sie umkreisen den Saturn auf relativ engen Bahnen und sind sehr hell, das heißt, sie bestehen wahrscheinlich vorwiegend aus Eis.
 
Die größten Saturnmonde sind:
Titan Enceladus Iapetus Rhea Dione Tethys Mimas Hyperion
titan enceladusstripes iapetus rhea dione tethys mimas hyperion
タイタン
Taitan
エンケラドゥス
Enkradousu
イアペトゥス
Iapetusu
レア
Rea
ディオネ
Dione
テティス
Chichisu
ミマス
Mimasu
ヒペリオン
Hiperion
土卫六
Tǔwèiliù
土卫二
Tǔwèi'èr
土卫八
Tǔwèiba
土卫五
Tǔwèiwu
土卫四
Tǔwèisi
土卫三
Tǔwèisan
土卫一
Tǔwèiyi
土卫七
Tǔwèiqi
Titan ist mit einem Durchmesser von 5150 Kilometern der größte Mond des Saturn und der zweitgrößte Mond im Sonnensystem und der einzige, der über eine dichte Gashülle verfügt. ist der zweite Mond, auf dem es vielleicht Leben geben könnte. Er hat eine Atmosphäre, aus der es sogar regnen kann, allerdings kein Wasser, sondern Methan. Weil der Mond von Wolken eingehüllt ist, wusste man bis vor kurzem nicht, wie es auf dem Mond aussieht. 2005 wurde eine Raumsonde auf den Mond geschossen, die nicht nur Flüsse und Seen entdeckte, sondern auch viele Eisbrocken.
Enceladus zeigt kryovulkanische Aktivitäten, deren sehr hohe Fontänen aus Wassereispartikeln eine dünne Atmosphäre bewirken. Die Fontänen sind die Quelle des E-Rings des Saturn. Im Bereich der vulkanischen Aktivität wird auch flüssiges Wasser vermutet, so dass Enceladus als einer der möglichen Orte im Sonnensystem mit günstigen Bedingungen für die Entstehung von Leben gilt.

Saturnringe
japanisch
chinesisch
 
土星の環
Dosei no tamaki
土星光环
Tǔxīng guānghuán
saturneclipse
Als Galilei 1610 durch sein Teleskop auf den Saturn blickte, glaubte er, Tassenhenkel zu sehen, die von beiden Seiten des Planeten abstanden.  Erst 1659 beschrieb der holländische Astronom Huygens korrekt "einen dünnen, flachen Ring". Der Italiener Cassini entdeckte 1675 eine dunkle Lücke zwischen den beiden Hauptringen, die deshalb heute auch Cassinische Teilung heißt.
 
Die Saturnringe sind das auffälligste Merkmal des Saturn. Sie bestehen aus Eis-, aber auch aus Gesteinsbrocken. Die Partikelgröße variiert zwischen der von Staubkörnern und mehreren Metern.  Das Leuchten der Ringe im Sonnenlicht kommt durch die Eispartikel zustande, aus denen die Ringe bestehen. Die Größe der Teilchen reicht von feinem Kies bis zu Felsblöcken. Heute wissen wir, dass es sieben Hauptringe gibt, die jeweils aus Hunderten oder gar Tausenden schmaler Ringe bestehen. Jeder Ring umkreist den Saturn mit einer anderen Geschwindigkeit. Vom innersten zum äußersten Rand hat das Ringsystem eine Ausdehnung von 282.000 Kilometern. Dabei ist es nur zwischen zehn Meter und weniger als einem Kilometer dick.

Fünf Saturnringe liegen innerhalb der Roche-Grenze. Innerhalb dieser Entfernung von einem Planeten würde jeder Trabant durch die Gezeitenkräfte auseinandergerissen werden. Deshalb gehen Wissenschaftler davon aus, dass sie Überreste eines zerriebenen Mondes, Kometen oder Asteroiden sind.

Shoemaker-Levy
japanisch
chinesisch
 
シューメーカー・レヴィ第9彗星
Shūmēkā-Ruei daikyū suisei
(Shoemaker + Levy + Nr. + 9 + Komet)
苏梅克-列维9号彗星
Sūméikè-Lièwéi  huìxīng
(Shoemaker + Levy + 9 + Nr. + Komet)
 
Shoemaker-Levy 9 (kurz auch SL9) erhielt seinen Namen, weil er der neunte kurzperiodische Komet war, der von Carolyn und Eugene Shoemaker zusammen mit David H. Levy entdeckt wurde.
 
Seine Bruchstücke tauchten im Sommer 1994 in den Planeten Jupiter ein und begeisterten die Astronomen, die bei diesem Schauspiel Zeuge sein durften. Dieser Crash machte übrigens auch die Rolle Jupiters als Kometenfänger klar. Gäbe es ihn nicht, würden sehr viel mehr Kometen in das innere Sonnensystem gelangen und das Leben auf der Erde gefährden, denn die Erde steht in einer kosmischen Schießbude und Einschläge sind über Jahrmillionen hinweg Teil der Naturgeschichte.
 
shoemaker-levy-9
Die 21 Fragmente von Shoemaker-Levy 9 erstreckten sich über eine Länge von 1,1 Millionen Kilometer.
(Bild: Wikimedia)

Sonne
japanisch
chinesisch
 
太陽
taiyō
(höchstes Yang)
太阳
tàiyáng
(höchstes Yang)
0-sonne
Die Sonne war und ist die Energiequelle für viele physikalische, chemische und biologische Prozesse im Sonnensystem. Astronomisch gesehen ist sie ein ganz normaler Stern, der vor rund fünf Milliarden Jahren im Zentrum einer dichten, gashaltigen Staubscheibe leuchtend ins "Leben" trat.Ihr Schwerefeld prägt allen Planeten, Asteroiden und Kometen des Sonnensystems die verschieden geformten Umlaufbahnen auf.
Sie besteht aus 73 % Wasserstoff, 25 % Helium und 2 % schwereren Elementen, die man spektroskopisch nachweisen kann.
 
Schon die ersten Sonnenbeobachter wie Galilei stellten kurz nach der Entdeckung der Sonnenflecken fest, dass diese Gebilde von Osten nach Westen über die Sonnenscheibe ziehen. Diese Wanderung ist ein Zeichen dafür, dass sich die Sonne um ihre eigene Achse dreht. Die Rotationsgeschwindigkeit ist jedoch nicht für alle Gebiete gleich, da die Sonne kein fester Körper ist.
 
sonnenleben
Lebenszyklus der Sonne
(Grafik: Wikimedia)

Sonnenfinsternis
japanisch chinesisch  
日食
nisshoku
日蝕
nisshoku
日食
rìshí
日蚀
rìshí
korona
Während einer totalen Sonnenfinsternis wird die äußere Sonnenatmosphäre als Korona auch für Beobachter mit bloßem Auge sichtbar.
 
Die totale Sonnenfinsternis verdanken wir einem kosmischen Zufall. Die Sonne, deren Durchmesser 400 Mal größer ist als der des Mondes, ist auch 400 Mal weiter entfernt. Das bedeutet, dass die beiden Himmelskörper gleich groß erscheinen. Bei keinem der etwa 170 Monde im Sonnensystem gibt es etwas Ähnliches.

Darüber hinaus bewegt sich der Mond sich von der Erde weg, wird also in Zukunft kleiner erscheinen. Deshalb umfasst der Zeitraum, in dem totale Sonnenfinsternisse möglich sind, lediglich 5 Prozent der Erdgeschichte.
 
Wenn er bei einer totalen Finsternis die Sonne verdeckt, lassen sich sonnennahe Sterne beobachten. 1919 entdeckte man deshalb die Ablenkung von Sternenlicht durch die Gravitation der Sonne –entsprechend Einsteins Gravitationstheorie.
 
sofi-2012-
Ringförmige Sonnenfinsternis von 2012
(Foto: )

Sonnenflecken
japanisch
chinesisch
 
太陽黒点
taiyō kokuten
(Sonne + schwarz + Punkt)
太阳黑子
tàiyáng hēizǐ
(Sonne + Schwarzes)
 
Der Apotheker Heinrich Schwabe hatte in den 1830er Jahren eigentlich nach einem Planeten noch innerhalb der Merkurbahn gesucht und gehofft, diesen bei einem Vorübergang vor der Sonne zu entdecken. Also musste er die Sonne beobachten und dabei alle dunklen Flecken festhalten. Nach rund 17 Jahren vergeblicher Suche gab er auf, konnte aber zeigen, dass die Fleckenzahl offenbar in etwa elfjährigem Rhythmus an- und abschwoll.
 
Die Sonnenflecken erscheinen dunkel, weil es sich um bis zu 1.500 Grad kältere Regionen in der rund 6.000 Grad heißen Photosphäre handelt. Sie heben sich schwarz in dem heißeren Umfeld ab. Könnte man einen Sonnenfleck aus der Sonnenoberfläche herauslösen und an den Nachthimmel versetzen, so wäre er immer noch heller als der Vollmond.
 
sonnenflecken sonnenflecken-korona
(Bild: Wikimedia)
 
1843 gelang es nachzuweisen, dass die Zahl der Sonnenflecken mit einer 11jährigen Periode schwankt. Dem 11jährigen Sonnenfleckenzyklus sind vermutlich noch längere Perioden überlagert, die mitunter auch mit Klimaveränderungen - wie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts - in Verbindung gebracht werden.
Der englischen Astronom Maunder erkannte, dass die Jahren zwischen 1645 und 1715 eine Zeit stark verringerter Sonnenfleckenaktivität war. Dieses so genannte Maunderminimum fiel mit den kältesten Jahren der Kleinen Eiszeit zusammen. Ähnliches gab es schon früher, denn später stellte man fest, dass dem Maunderminimum das Wolf-Minimum um 1300 und das Spörerminimum im 15. Jahrhundert vorausgingen.
 
themse-zugefroren-1677
Die zugefrorene Themse
(Abraham Hondius, 1677)

Sonnenwind
japanisch
chinesisch
太陽風
taiyōfū
(Sonne + Wind)
太阳风
tàiyángfēng
(Sonne + Wind)
Der Sonnenwind ist ein Strom geladener Teilchen, der von der Sonne ins All strömt. Der Sonnenwind drückt das Erdmagnetfeld auf der sonnenzugewandten Seite zusammen, während er es auf der Nachtseite zu einem langen Schweif auseinanderzieht, so ähnlich, wie ein fahrendes Boot ein Kielwasser erzeugt.
 
So heiß und schnell der Sonnenwind auch ist, er enthält nicht sehr viel Materie. Mit nur ein paar Teilchen pro Kubikzentimeter würde die Stärke der „Brise“, wenn der Sonnenwind die Erde erreicht, nicht einmal eine Föhnfrisur zerzausen. Diese Brise kann dennoch bemerkenswerte Effekte erzielen. Der Sonnenwind kann die Gase, die von Kometenkernen ausströmen, zu einem langen Schweif ausziehen, der stets von der Sonne fortweist. Er verformt die Magnetosphäre der Planeten zu langen tropfenförmigen Gebilden und entfacht brillante Polarlichter, wenn Partikel auf die Atmosphäre treffen.
 
magnetosphaere sonnenwind
Auswirkung des Sonnenwinds auf die Magnetosphäre der Erde
(Animation: Wikimedia)
Emission des Sonnenwindes
(Quelle: Wikimedia)
 
 

Stern von Betlehem
japanisch chinesisch  
ベツレヘムの星
Betsurehemu no hoshi
(Betlehem + Genitiv + Stern)
伯利恒之星
Bólìhéng zhī xīng
(Betlehem + Genitiv + Stern)
giotto-komet
Der Stern von Betlehem oder Stern der Weisen soll nach dem Matthäusevangelium die Drei Weisen zum Geburtsort Jesu in Betlehem geführt haben.
 
„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“

Vers 9 fährt fort:
„Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“

Der Halleysche Komet war zwischen Oktober 12 v. Chr. und Februar 11 v. Chr. sichtbar, der Erde am nächsten war er am 29. Dezember 12 v. Chr. Die Geburt Jesu wird dagegen zwischen 7 und 4 v. Chr. angesetzt.
 
7 v. Chr. kam es in dem Sternbild Fische zu einer seltenen dreifachen Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn. Dabei begegneten sich die beiden Planeten drei Mal im Laufe eines Jahres. Konjunktionen zwischen Jupiter und Saturn treten zwar rund alle 20 Jahre auf, jedoch sind die wenigsten gleich dreifach mit einem so geringem Winkelabstand, dass sie fast wie ein einziger Stern aussehen. Dies ist nur alle 854 Jahre der Fall und war für die babylonische Astronomen ein Jahrtausendereignis. Damals konnten Jupiter mit Saturn und später Venus mit Mars in einer Reihe im Sternbild Fische beobachtet werden. Deshalb vermutet man, dass die Jupiter-Saturn-Konjunktion als der Stern von Betlehem zu betrachten ist. So war der Fisch (ΙΧΘΥΣ ichthys) auch lange ein heimliches Erkennungszeichen der Christen.

Spektroskopie
japanisch
chinesisch
分光法
bunkōhō
(trennen + Strahl + Methode)
光谱学
guāngpǔxué
(Strahl + Tabelle + Lehre)
1814 entdeckte der Optiker  Fraunhofer dunkle Linien im Spektrum der Sonne, ohne allerdings ihren Ursprung erklären zu können. 1859 fanden der Physiker Kirchhoff und der Chemiker Bunsen, dass verschiedene chemische Elemente die Flamme eines Gasbrenners auf charakteristische Weise färben.
Auf diese Wiese wurde das Element Helium durch Untersuchungen des Sonnenlichtes erkannt. Eine Spektrallinie im Sonnenspektrum konnte keiner Substanz zugeordnet werden, so dass auf der Sonne ein unbekanntes Element existieren musste.

spektralanalyse
Zerlegung eines Lichtstrahls durch ein Prisma
(Animation: Wikimedia)

Tag
japanisch
    chinesisch

nichi
(Sonne, Tag)


ten
(Himmel, Tag)



(Sonne, Tag)


tian
(Himmel, Tag)
Unsere Tage sind ein deutlicher Hinweis, wie sehr wir doch mit dem Weltall verbunden sind. Das japanische und chinesische Schriftzeichen für Tag ist deshalb auch identisch mit dem für Sonne.
 
Wir können uns einen Tag als die Zeitdauer vorstellen, die ein Planet für eine vollständige Rotation benötigt. Ein Kalendertag dauert 24 Stunden, aber abhängig davon, welchen Bezugspunkt wir wählen, gibt es in der Astronomie unterschiedliche Tage:
  • den wahren Sonnentag: Zeitdauer von einem Sonnenhöchststand bis zum nächsten
  • den mittleren Sonnentag: Mittel der wahren Sonnentage über ein ganzes Jahr hinweg
  • den siderischen Tag: vollständige Rotation der Erde relativ zu den Fixsternen (23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden)
Ein Blick in die Tabelle offenbart uns, dass Jupiter den kürzesten Tag aller Planeten hat. Gerade einmal 9,9 Stunden benötigt er für eine vollständige Rotation. Das Gegenstück zu Jupiter ist mit 243 Erdtagen, die Venus, die damit die größte Rotationsperiode aller Planeten aufweist. Wenn wir diese 243 Tage mit der Länge eines Venusjahres vergleichen, sehen wir, dass auf der Venus ein einziger Tag länger dauert als ein Venusjahr.
  Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
Tages-
länge
58 Tage 243 Tage 24 Stunden 25 Stunden 10 Stunden 11 Stunden 17 Stunden 16 Stunden
Jahres-
dauer
88 Tage 225 Tage 365 Tage 687 Tage 11,9 Jahre 29,5 Jahre 84,0 Jahre 165 Jahre

Teleskop
japanisch chinesisch
テレスコープ
teresukōpu
(telescope)
望远镜
wàngyuǎnjìng
(blicken + fern + Spiegel)

Der Ausdruck Teleskop ist gebildet aus dem griechischen τῆλε (téle = fern) und σκοπεῖν (skopéin = beobachten).

Mit der Erfindung des Teleskops brach das antike Weltbild zusammen. Auch wenn die Erfindung zunächst geheim gehalten werden sollte, gelang dies nur sehr unvollkommen. Galileo Galilei war nicht der Erfinder - obwohl er anfänglich so getan hat - aber er hat das Teleskop als Instrument in die Astronomie eingeführt. Dies brachte ihm eine Verbesserung seines Gehaltes und eine lebenslange Professur ein. Sein Fernglas lieferte allerdings nur die Vergrößerung eines heutigen Opernglases.

Galieleis Beobachtungen des Mondes waren revolutionär und rief heftige Kontroversen hervor. Nach den antiken Anschauungen, die von der Kirche übernommen wurden, sind alle Himmelskörper perfekt. Galilei aber sah in seinem Teleskop nun Krater, Berge und Täler. Auch die Sonnenflecken passten nicht in das Bild einer makellosen Sonne. Die Flecken wurden deshalb als unentdeckte Himmelkörper betrachtet, die um die Sonne kreisen. Das rief den Widerspruch Galileis hervor, der auf Grund der Bewegung der Sonnenflecken beweisen konnte, dass diese auf der Oberfläche der Sonnen sein mussten.

Einen weiteren Einbruch in das antike System stellte die Entdeckung von vier Jupitermonden dar. Hiermit wurde die Erde mit ihrem Mond vom Thron der Einzigartigkeit heruntergestoßen.

Was der Erde aber noch mehr ihre Einzigartigkeit nahm, nämlich die iPosition im Zentrum des Weltalls, war Galileis Entdeckung der Phasen der Venus. Während die anderen Entdeckungen einem erdzentrierten Weltbild nicht unbedingt entgegenstanden, konnte die Ausbildung von Phasen bei der Venus nur erklärt werden, wenn man das kopernikanische Weltbild voraussetzte.

Woran Galilei durch die Unvollkommenheiten seiner Teleskope scheiterte, war der Anblick des Saturn. Hier konnte er keine schlüssige Erklärung finden und es brauchte noch rund 50 Jahre bis die Saturnringe als Ringe erkannt waren.
 
teleskop-hubble-palau
Gedenkmünze des Inselstaates Palau für 400 Jahre Teleskop (1608 - 2008) mit Darstellung des Hubble Weltraumteleskops
(Bild: Wikimedia)

terrestrisch
japanisch chinesisch
地球の
chikyū no
(Erde + Kugel + Genitiv)
陆生
lùshēng
(Festland + geboren)
Das Wort terrestrisch leitet sich vom lateinischen terra (= Erde) ab. Zu den terrestrischen Planeten zählen die vier inneren, erdähnlichen Planeten, die im Unterschied zu den vier äußeren, den iovianischen oder Gasplaneten, auch Gesteinsplaneten genannt werden. Der Begriff terrestrischer Planet bedeutet lediglich, dass ein Planet im Wesentlichen aus felsartigen und metallischen Materialien aufgebaut ist.
merkur venus blaue murmel mars
Merkur Venus Erde Mars

Theia
japanisch chinesisch    
テイア
Teia
(Theia)
  theia

Darstellung  des Zusammenpralls von Erde und Theia. Theia bewegt sich während eines Umlaufs um die Sonne manchmal langsamer oder schneller als die Erde, was zu einer steten Annäherung führt.

(Animaton: Wikimedia)

Jahrhundertelang stritten sich Wissenschaftler um die Frage, wie denn der Mond dorthin kommt, wo er jetzt ist. Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass der Edmond nach einem seitlichen Zusammenstoß der Proto-Erde mit einem etwa marsgroßen Körper, Theia genannt, entstanden ist. Theía (griechisch: Θεία) war eine Titanin, die die Mondgöttin Selene (Σελήνη) gebar.
 
Theia war vermutlich halb so groß wie die Erde und raste auf sie zu. Der Einschlag veränderte die junge Erde. Materie wurde aus der Erde herausgeschleudert und blieb in der Umlaufbahn. Der Klumpen hatte anfangs eine hohe Eigenrotation, wurde durch die Erde allerdings abgebremst. Im Laufe der Jahrmillionen kühlte er ab und wurde rund.  Dieser Mond bremste die so Erde ab, dass der sich wild drehende Himmelskörper wesentlich ruhigerer wurde.

Titius-Bode-Reihe
japanisch chinesisch
ティティウス・ボーデの法則
Titiusu-Bōde no hōsoku
(Titius + Bode + Genitiv + Naturgesetz)
提丢斯-波得定则
Tídiūsī-Bōdé dìngzé
(Titius + Bode + Naturgesetz)
Die früheren Astronomen und Astrologen kannten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn. Die Welt war so in Ordnung bis einer auf die Idee kam, alle Planeten und ihre Entfernungen einmal aufzuschreiben. Das den Astronomen ein Planet fehlte, haben sie nach der Bode-Entfernung erst festgestellt. Als Herschel 1781 den Uranus entdeckte, festigte sich Bodes Überzeugung von der Richtigkeit seines Gesetzes. Da hätte also ein Planet nach dem Mars sein sollen. Nachdem man gültige Planetengesetze hatte, fiel auf, dass die Planeten nicht so standen, wie man es berechnet hatte. Schlussfolgerung: Da muss noch einer sein! Und schließlich entdeckte man ihn auch und nannte ihn Uranus. Das gleiche Spiel wiederholte sich noch bei Neptun und Pluto. Nach der Lücke im Bode-Diagramm begann eine Jagd nach dem 8. Planeten. Zunächst wurde der größte Asteroid, Ceres, gefunden. Die Entdeckung des Uranus und der ersten Asteroiden 20 Jahre später passte perfekt ins Bild. In der Tat brachte die Titius-Bode-Reihe die Astronomen erst auf die Idee, in dieser Entfernung nach weiteren Himmelskörpern zu suchen. Heute sehen Wissenschaftler den Zusammenhang als einen äußerst bemerkenswerten Zufall an.
 
Die Titius-Bode-Reihe ist eine von Titius empirisch gefundene und von  Bode bekanntgemachte numerische Beziehung, nach der sich die Abstände der meisten Planeten von der Sonne mit einer einfachen mathematischen Formel aus der Nummer ihrer Reihenfolge herleiten lassen.
  0-merkur 0-venus 0-erde 0-mars   0-jupiter 0-saturn
  Merkur Venus Erde Mars Asteroiden Jupiter Saturn
Zahlenreihe für die Planetenpositionen 0 3 6 12 24 48 96
Zu jeder Zahl wird 4 hinzugezählt. 4 7 10 16 28 52 100
Entfernungen nach Bode              
Entfernungen in astronomischen Einheiten
0,4 0,7 1,0 1,5 2,2 - 3,3 5,2 9,5
Da hätte also ein Planet nach dem Mars sein sollen.

Transneptunisches Objekt
japanisch chinesisch
太陽系外縁天体
taiyōkei gaien tentai
海王星外天体
Hǎiwángxīng wài tiāntǐ
Die Entdeckung des Pluto konnte nicht alle Schwankungen in den Bewegungen der Planeten Uranus und Neptun erklären, denn Pluto hat zu wenig Masse. Deshalb setzte Clyde Tombaugh, der Entdecker des Pluto, seine Suche nach einem Planet X fort. 7.000 Stunden lang verglich er 90 Millionen Sterne und kam dann zu dem Schluss, dass es in der Gegend der Ekliptik bis in eine Entfernung von 270 astronomischen Einheiten keinen Planeten von der Größe des Neptun geben könne. Inzwischen können wir durchaus auf einen zehnten Planeten verzichten, denn seit 1977 wissen wir, dass es im Bereich Pluto-Charon eine ganze Reihe ähnlich großer Himmelskörper gibt.
 
Als transneptunisches Objekt (TNO) oder auch seltener Transneptun bezeichnet man Himmelskörper, die sich außerhalb der Umlaufbahn von Neptun, dem äußersten Gasplaneten, um die Sonne bewegen. Die meisten TNO werden im Kuipergürtel vermutet, deswegen wird der Begriff Kuipergürtelobjekt (KBO, von englisch Kuiper Belt Object) auch synonym für transneptunisches Objekt verwendet.

Treibhauseffekt
japanisch chinesisch
温室効果
onshitsu kōka
温室效应
wēnshì xiàoyìng
Durch den Treibhauseffekt von Treibhausgasen einschließlich Wasserdampf in der Atmosphäre ist die Oberflächentemperatur eines Planeten höher, als sie ohne diese strahlungsaktiven Gase wäre. Ohne den Treibhauseffekt läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei  -18 Grad. Der Treibhauseffekt ist ein Schirm, der das Leben auf der Erde vor der Rauheit des Weltalls schützt.
 
Messungen an Eisbohrkernen haben ergeben, dass das Kohlendioxid in den letzten 800.000 Jahren nie mehr als 0,029 Prozent der Atmosphäre ausgemacht hat. Seit Beginn der Industrialisierung ist jedoch dieser Anteil auf 0,0385 Prozent angestiegen. Im schlimmsten Fall könnte es bereits 2030 zu einer Verdopplung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre kommen. Der damit einhergehende Temperaturanstieg würde die größte Klimaveränderung seit 10.000 Jahren bedeuten und die Fähigkeit vieler Ökosysteme, sich an diese Klimaveränderungen anzupassen, überschreiten.
 
Ein exzessiver Treibhauseffekt hat auf der Venus die Temperatur auf über 450 Grad Celsius ansteigen lassen, und Wolken aus Schwefelsäure hüllen den Planeten ein. Auf dem Mars, der eineinhalbmal so weit von der Sonne entfernt ist wie die Erde, liegt die mittlere Temperatur bei minus 55 Grad Celsius. Dort hilft kein Treibhauseffekt, weil die Marsatmosphäre nur ein Hundertstel so dicht ist wie die der Erde.

Tunguska-Ereignis
japanisch chinesisch    
ツングースカ大爆発
Tsungūsuka dai bakuhatsu
通古斯大爆炸
Tōng​gǔ​sī Dà​bào​zhà
tunguska  
Bei einer rätselhaften Explosion im Jahr 1908 wurden in Sibirien Bäume wie Streichhölzer umgeknickt. Forscher erreichten die Stelle erst 1927, und selbst zu diesem späten Zeitpunkt wurden ihre Beobachtungen zunächst falsch gedeutet. Meteoritentrümmer wurden keine geborgen, wohl aber sollte eine spätere Expedition mikroskopisch kleine Teilchen mit einem hohen Iridiumgehalt finden, der für Meteoriten und interplanetaren Staub typisch ist.
Noch 75 Kilometer entfernt wurde ein Mann von seinem Hocker gefegt, aber die Weltöffentlichkeit nahm den Einschlag erst Jahrzehnte später zur Kenntnis, als ein Forscherteam die Region erkundete und die unzähligen abgeknickten Bäume entdeckte, die kreisförmig von der Einschlagstelle weg zeigten.
 
Das Tunguska-Ereignis war ein Ereignis, das am 30. Juni 1908 in Sibirien in der Nähe des Flusses Steinige Tunguska stattfand, der heutigen Region Krasnojarsk. Dabei gab es eine oder mehrere sehr große Explosionen, deren Ursache bisher nicht geklärt wurde. Als wahrscheinlichste Ursache wird der Eintritt eines Asteroiden oder eines Kometen in die Erdatmosphäre angenommen. 

Umlaufbahn
japanisch chinesisch
軌道
kidō
轨道
guǐ​dào
Die Umlaufbahn (oder Orbit) hat eines Planeten im Idealfall die Form einer Ellipse. Da ständig Kräfte von außerhalb wirken, muss die Bahnform jedoch keine exakte Ellipse sein. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Umlaufzeit um die Sonne.
orbit-merkur orbit-venus orbit-mars orbit-jupiter orbit-saturn orbit-uranus orbit-neptun
Merkur Venus Mars Jupiter Saturn Uranus Neptun
Je näher ein Planet an der Sonne ist, desto höher ist auch seine Umlaufgeschwindigkeit. Je weiter er von der Sonne entfernt ist, desto länger dauert sein Umlauf. Durch ihre eigene Geschwindigkeit, die ihnen die Tendenz gibt, sich von der Sonne zu entfernen, gleichen die Planeten die Anziehungskraft der Sonne genau aus, die bestrebt ist, sie auf sich niederstürzen zu lassen. Daher nimmt ihre Umlaufgeschwindigkeit proportional zur Entfernung von der Sonne ab.

Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun
47,9 km/s
35,0 km/s
29,8 km/s
24,1 km/s
13,1 km/s
9,7 km/s
6,8 km/s
5,4 km/s
88 Tage 225 Tage 365 Tage 687 Tage 11,9 Jahre 29,5 Jahre 84,0 Jahre 165 Jahre

Und sie bewegt sich doch.
japanisch chinesisch  
それでも地球は動く。
Sore demo chikyū wa igoku.
(italienisch: „Eppur si muove“)
(Original lateinisch:
Tamensi movetur!")
它的确动了。
Tā díquè dòngle.
(italienisch: „Eppur si muove“)

(Original lateinisch:
Tamensi movetur!")
galilei
„Und sie [die Erde] bewegt sich doch“ soll Galileo Galilei auf seinem Sterbebett oder beim Verlassen des Gerichtssaals gemurmelt haben. Dieser Ausspruch ist historisch nicht belegt, wurde jedoch schon zu seinen Lebzeiten verbreitet. Gedacht hat er es aber sicher.
 
Um seine Richter milde zu stimmen, hat Galilei ein langes Schuldbekenntnis verfasst, in dem er zugibt, dass „ich die Meinung vertreten und geglaubt habe, dass die Sonne Mittelpunkt der Welt und unbeweglich ist, und dass die Erde nicht Mittelpunkt ist und sich bewegt“. Darüber hinaus verflucht er „jeden irgendwie gearteten Irrtum, Ketzerei oder Sektierei, die der Heiligen Kirche entgegen ist“.

Das Gericht aus Kardinälen lässt tatsächlich Milde walten. Es verurteilt den Wissenschaftler nicht zum Tod auf dem Scheiterhaufen (wie sonst üblich bei Ketzerprozessen), sondern „nur“ zu Haft „für einen Zeitraum, der nach Unserem Ermessen festgesetzt wird“.

Uranus
japanisch chinesisch  
天王星
Tennousei
(Stern des Himmelskönigs)
天王星
Tiānwángxīng
(Stern des Himmelskönigs)
uranus
Seit prähistorischen Zeiten kannten die Menschen lediglich die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. 1781 entdeckte der deutsch-britische Musiker Herschel mit einem selbst hergestellten Spiegelteleskop ein Objekt, das ihm durch sein flächenhaftes Aussehen auffiel. Er dachte zunächst an einen Kometen und nannte es nach dem englischen König Georgium sidus (Georgsgestirn). Nachdem festgestellt war, dass es wie die bekannten Planeten auf einer nahezu kreisförmigen Bahn lief, wurde es Uranus (nach dem griechischen Himmelsgott Uranos) genannt. Mit dieser Entdeckung war der Umfang des Sonnensystems auf das Doppelte angewachsen.
 
Uranus war der erste Planet, der mit einem Teleskop entdeckt wurde. Damit erweiterte Herschel das bekannte Sonnensystem gleich um das Doppelte.
 
Das Seltsame ist die Neigung seiner Rotationsachse gegen die Bahnebene. Sie beträgt 98 Grad, sodass Uranus praktisch auf seiner Bahn liegt und wie ein Rad um die Sonne läuft. Dieser Zustand ist in unserem Sonnensystem einzigartig.
 
Das Element Uran wurde nach dem Planeten Uranus benannt, der acht Jahre zuvor entdeckt worden war. Eine besondere Bedeutung erhielt dies nach der Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938.

Uranusmonde
japanisch chinesisch
天王星の衛星
Tennousei no eisei
(Stern des Himmelskönigs + Genitiv + Satellit)
天王星的卫星
Tiānwángxīng de wèi​xīng
(Stern des Himmelskönigs+ Genitiv + Satellit)
Während die Namen anderer Körper im Sonnensystem der klassischen Mythologie entliehen sind, verdanken die Uranus-Monde ihre Namen Gestalten aus Werken der englischen Literatur. Die Monde Oberon, Titania und Puck etwa sind nach Elfen aus Shakespeares Stück „Ein Sommernachtstraum" benannt, während die Monde Ariel und Umbriel ihren Namen aus Alexander Popes Gedicht „Der Lockenraub" haben.
 
Die größten Uranusmonde sind:
ariel_moon umbriel_moon titania oberon miranda
Ariel Umbriel Titania Oberon Miranda
アリエル
Arieru
ウンブリエル
Unburieru
チタニア
Chitania
オベロン
Oberon
ミランダ
Miranda
天卫一
Tiānwèiyī
天卫二
Tiānwèi‘èr
天卫三
Tiānwèisan
天卫四
Tiānwèisi
天卫五
Tiānwèiwu
(Uranus + 1)
(Uranus + 2) (Uranus + 3) (Uranus + 4) (Uranus + 5)
Der hellste der 27 bekannten Monde des Planeten Uranus ist Ariel. Er ist zu einem großen Teil mit Einschlagskratern bedeckt, aber er weist auch lange und tiefe Täler auf.  Sie könnten daher rühren, dass sich einst Eis an der Oberfläche ergoss.
Umbriel wurde 1851 zusammen mit Ariel vom britischen Astronomen Lassell entdeckt. Der Mond erhielt den Namen nach dem düsteren Geist in Alexander Popes Versepos Der Lockenraub. Der Name lehnt sich an das lateinische Wort umbra (= Schatten) an.

Venus
japanisch chinesisch  
金星
Kinsei
(Metallstern)
金星
Jīnxīng
(Metallstern)
venus
Venus ähnelt unserer Vorstellung von der Hölle. Unter Schwefelsäurewolken ist die Oberfläche heiß genug, um Blei zu schmelzen. Die Atmosphäre ist 90 Mal dichter als die der Erde. Dabei ist die Venus doch der Schwesterplanet der Erde. Sie ist der Planet, der der Erdbahn am nächsten kommt. Sie hat fast die gleiche Größe wie die Erde, unterscheidet sich aber vor allem hinsichtlich ihrer Atmosphäre. Sie ist der Sonne näher und deshalb heißer. So verlor sie ihr Wasser an den Weltraum, während der Treibhauseffekt die Temperaturen steigen ließ. In der obersten Schicht der Atmosphäre spaltete das UV-Licht der Sonne Wassermoleküle in Wasserstoff- und Sauerstoff auf. Diese leichten Gase entwichen in den Weltraum. Ohne Regenwasser konnte aber das von den Vulkanen ausgestoßene Kohlendioxid nicht ausgewaschen werden.
 
Kein anderes Gestirn strahlt am Morgenhimmel lange vor Sonnenaufgang und am Abendhimmel lange nach Sonnenuntergang so hell wie die Venus. Sie kann heller werden als alle anderen Himmelsobjekte, außer Sonne und Mond. Sie kann sogar Schatten werfen.
Nach dem Mond ist sie das hellste natürliche Objekt am Sternenhimmel. Da die Venus morgens oder abends am besten sichtbar ist, wird sie sowohl Morgenstern als auch Abendstern genannt.
 
Da ihre Bahn in geringerem Abstand um die Sonne verläuft als die Erdbahn, zeigt die Venus Phasen wie der Erdmond. Das kommentierte Galilei wie folgt: „Die Mutter der Liebe [Venus] ahmt die Gestalten der Mondgöttin nach.“ Galilei führte die Phasengestalt der Venus als Beweis für das heliozentrische Weltbild des Kopernikus an.
japanisch chinesisch  
明星
myōjō
太白星
tàibáixīng
venus-mond

Vulkan
japanisch chinesisch

バルカン
Barukan
(vulcan)

祝融星
Zhùróngxīng
(Feuergott + Stern)
Vulkan ist der Name eines vermuteten Planeten innerhalb der Merkurbahn, der früher angenommen wurde, um die Bahn des Merkur zu erklären. Später konnte dies durch die allgemeine Relativitätstheorie erklärt werden, wodurch die Vulkan-Hypothese hinfällig wurde.
 
Ende des 17. Jahrhunderts waren die Anziehungskräfte zwischen Sonne und den Planeten durch die Massenanziehung ersetzt worden, die Newton 1687 einführte. Der Ort eines jeden Himmelskörpers ließ sich nun für jede Stunde jedes Tages exakt berechnen, und wenn beobachtete Bewegungen von den vorhergesagten Bewegungen abwichen, so waren die himmlischen Mächte womöglich gezwungen, einen neuen Planeten preiszugeben, der die Abweichung erklärte.

Derselbe Astronom, der die Existenz Neptuns am äußeren Rand des Sonnensystems zutreffend vorhersagte, Leverrier, verkündete 1859 Urbain, dass der sonnennächste Punkt der Umlaufbahn des Merkurs sich, anders als es die Newton'sche Mechanik verlangte, nicht immer exakt am selben Ort der Bahn befinde. Leverrier vermutete, dies hänge mit der Anziehungskraft eines anderen Planeten zwischen Merkur und der Sonne zusammen. Leverrier nannte diesen Vulcanus, nach dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst.

Die Astronomen suchten Vulcanus während totaler Sonnenfinsternisse und manche grübelten selbst 1915 noch darüber nach, wo sich Vulcanus versteckt halten mochte; im gleichen Jahr verkündete Einstein, die Gültigkeit der Newton'schen Mechanik ende dort, wo die Gravitation am stärksten sei. In unmittelbarer Nähe der Sonne, so Einstein, werde der Raum selbst durch ein starkes Gravitationsfeld gekrümmt, und jedes Mal, wenn Merkur auf seiner Wanderung in diese Region gelange, beschleunige er stärker, als es die Newton'schen Gesetze vorhersagten.
Nach Einsteins Erklärungen fiel Vulcanus vom Himmel wie einst Ikarus, während Merkur neuen Ruhm erlangte, weil er unser Verständnis des Kosmos vorangebracht hatte.

Weltraumwetter
japanisch chinesisch
宇宙天気
uchū tenki
(Weltraum + Wetter)
太空天气
tàikōng tiānqì
(Weltraum + Wetter)

Unter Weltraumwetter versteht man den Sonnenwind und die kosmische Strahlung der Milchstraße. Durch diese Einflüsse gelangen Teilchen und Strahlung in das Umfeld der Erde und beeinflussen damit die irdische Magnetosphäre und Atmosphäre. Auch beim Weltraumwetter können Stürme auftreten. Das ist dann der Fall, wenn die Sonne eine erhöhte Aktivität zeigt, was an der Zahl der Sonnenflecken abgelesen werden kann.

Dann kommt es auf der Sonnenoberfläche zu gewaltigen Materie- und Strahlungsausbrüchen. Diese „rütteln" so an der Magnetosphäre der Erde wie Sturmböen an Bäumen. Die Folge sind starke Polarlichter bis in unsere Breiten, der Zusammenbruch des Kurzwellenfunkverkehrs, Spannungsspitzen auf langen Überlandleitungen - was zu Sicherheitsabschaltungen führen kann. Nicht zuletzt können Kommunikationssatelliten schwer beschädigt werden.

Als Nachweismittel gilt die Dicke der Jahresringe von Bäumen, die infolge von Klimaveränderungen schwankt. Sie belegen auch die so genannte Kleine Eiszeit zwischen 1645 und 1715. So war 1683 bis 1689 die Themse im Winter so fest zugefroren, dass Frost-Jahrmärkte auf dem Eis abgehalten werden konnten. Nach den Sonnenbeobachtungen scheint die Sonne damals fast gar keine Flecken gezeigt zu haben. Anders verhielt sich die Sonne zwischen 1100 und 1250. Damals war die Sonne besonders aktiv, sodass in Norwegen Wein angebaut werden konnte und Grönland wirklich „grün" war.

Woche
japanisch chinesisch

shū
星期
xīngqī
Die Sieben-Tage-Woche wurde bereits von den alten Babyloniern eingeführt. Nach alterTradition sind die Wochentage den sieben klassischen „Planeten" zugeordnet, zu denen damals auch noch Sonne und Mond gezählt wurden.

Die Länge einer Woche lässt sich am Mondlauf gut ablesen. Jeweils nach etwa sieben Tagen wechselt die Mondphase von Neumond zum Ersten Viertel, dann zum Vollmond und schließlich zum Letzten Viertel, um nach vier Wochen wieder bei Neumond zu beginnen.
 
Die Woche ist in fast allen Kulturen eine gebräuchliche Zeiteinheit von sieben Tagen. In Japan und Korea bezeichnet man die Wochentage und die fünf im Altertum bekannten Planeten nach den traditonellen chinesischen fünf Elementen:
Feuer Wasser Holz Metall Erde
0-mars 0-merkur 0-jupiter 0-venus 0-saturn
火星 水星 木星 金星 土星
Huǒxīng Shuǐxīng Mùxīng Jīnxīng Tǔxīng
Kasei Suisei Mokusei Kinsei Dosei
Feuer-Stern Wasser- Stern Holz-Stern Metall-Stern Erd-Stern
Mars Merkur Jupiter Venus Saturn

Das in China nicht mehr gebräuchliche Schriftzeichen 曜 (yào / japanisch: yō) bezieht sich auf die Benennung der sieben Himmelskörper (Sonne, Mond und Planeten), die man in China nicht mehr gebrauchte.

mond 0-mars 0-merkur 0-jupiter 0-venus 0-saturn 0-sonne
Mond Mars Merkur Jupiter Venus Saturn Sonne
月曜日 火曜日 水曜日 木曜日 金曜日 土曜日 日曜日
getsuyōbi kayōbi suiyōbi mokuyōbi kin'yōbi doyōbi nichiyōbi
Mond-Tag Feuer-Tag Wasser-Tag Holz-Tag Metall-Tag Erd-Tag Sonnen-Tag
Mond-Tag Mars-Tag Merkur-Tag Jupiter-Tag Venus-Tag Saturn-Tag Sonnen-Tag
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag

Zwergplanet
japanisch chinesisch chinesisch
準惑星
jun wakusei
矮行星
ǎixíngxīng

侏儒行星
zhūrú xíngxīng

Schon lange galt der äußerste Planet, Pluto, als höchst umstritten. Nicht nur seine geringe Größe, auch seine atypische Bahn um die Sonne und die unzähligen Objekte, die sich auf ähnlichen Bahnen befinden, zeichneten ihn als einen Exoten gegenüber den anderen acht Planeten aus. Doch lange Zeit konnte man Pluto zumindest eins zugutehalten: Von allen Objekten in den äußeren Bereichen des Sonnensystems war er immer noch das größte Objekt.
2003 gelang es erstmals, mit dem transneptunischen Objekt Eris ein Objekt zu entdecken, das knapp größer war als. Pluto. Und spätestens jetzt bedurfte es einer exakten Definition für Planeten.
2006 fand in Prag die internationale Fachtagung der IAU statt. Der Konflikt um die Neudefinition wurde durch die Tatsache verschärft, dass Pluto, der einzige jemals von einem US-Amerikaner entdeckte Planet, seinen Status als Planet verlieren könnte. Um die Sonderrolle von Pluto hervorzuheben, wurde eine neue Kategorie, die Zwergplaneten, eingeführt. Diese stellen eine Zwischengruppe zwischen Planeten und den anderen Kleinkörpern dar.
 
Zwergplaneten sind Objekte, die sich auf einer Bahn um die Sonne befinden, über eine ausreichende Masse verfügen, um durch ihre Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden, die Umgebungen ihrer Bahnen nicht bereinigt haben und keine Monde sind.
 
Ceres Pluto Eris Makemake Quaoar Sedna
セレス
Seresu
冥王星
Meiousei
エリス
Erisu
マケマケ
Makemake
クワオアー セドナ
Sedona
谷神星 
Gǔshénxīng
(Getreide + Göttin + Stern)
冥王星
Mingwangxing
(Unterwelt + König + Stern)
阋神星
Xìshénxīng
(Streit + Göttin + Stern)
鸟神星
Niǎoshénxīng
(Vogel + Gott + Stern)
创神星
Chuàngshénxīng
(Schöpfung + Gott + Stern)
小行星90377
xiǎo xíngxīng
90377
(klein + Planet)
    • (1) Ceres ist mit einem Äquatordurchmesser von 975 Kilometern das größte Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel. Er wurde am 1. Januar 1801 als erster Kleinplanet entdeckt und galt lange als 8. Planet. Benannt ist er nach der römischen Göttin des Ackerbaus.
    • Pluto ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt. Von seiner Entdeckung 1930 bis zur Neudefinition des Begriffs „Planet“ 2006 galt er als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems.
    • (136199) Eris ist der massereichste bekannte Zwergplanet. Der Zwergplanet ist nach Eris benannt, der griechischen Göttin der Zwietracht und des Streits. Nach seiner Entdeckung 2005 bezeichneten die Medien dieses Objekt zunächst als „zehnten Planeten“. Die Internationale Astronomische Union (IAU) verabschiedete allerdings 2006 eine neue Planetendefinition, nach der Eris, genauso wie auch Pluto, als Zwergplanet klassifiziert werden musste.
    • (136472) Makemake wurde 2005 entdeckt und bekam vom Entdeckerteam die Arbeitsbezeichnung „Easterbunny“ (Osterhase). Die Entdeckung von Makemake wurde selben Tag bekannt gegeben wie Haumea und Eris.
    • (50000) Quaoar [ˈkwɑːwɑr] ist der Name eines Objekts im Kuipergürtel. Der Name Quaoar entstammt dem Schöpfungsmythos der nordamerikanischen Tongva-Indianer, die in der Gegend um Los Angeles leben Die Entdeckung von Quaoar schwächte Plutos Status als Planet, zumal Astronomen weitere Objekte von Quaoars Größe im Kuipergürtel vermuten.
    • (90377) Sedna ist ein transneptunisches Objekt Wegen seines kalten und entfernten Wesens benannten die Entdecker das Objekt nach Sedna, der Meeresgöttin der Inuit, die der Sage nach in den kalten Tiefen des Atlantischen Ozeans lebt.

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