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29. April 2013

Work-Life-Balance

29. April 2013

Japanisch
ワーク・ライフ・バランス  wāku raifu baransu (englisch: work + life + balance)

Chinesisch
工作与生活的平衡 gōngzuò yǔ shēnghuó de pínghéng (Arbeit + und + Leben + Genitiv + Gleichgewicht)

「常に考える」
tsune ni kangaeru
(immer denken)
Das Firmenmotto „Stets mitdenken!“ steht überall an den Wänden.

„Am auffälligsten ist es, wenn nichts mehr zu hören ist. Ein Gongschlag und die Angestellten strömen aus den Hallen. Bald darauf keine Stimmen, kein Maschinenlärm, Stille, und das schon um 16.45 Uhr. Pünktlicher Feierabend bei Mirai Kōgyō [未来工業; Zukunftsindustrie], einem Mittelständler aus der japanischen Provinz zwischen Tōkyō und Nagoya [名古屋]. ...

Die Firma bricht seit ihren Anfangstagen mit sämtlichen Prinzipien des hierarchischen, bis ins Kleinste durchgetakteten japanischen Arbeitslebens - und hat damit Erfolg. ‚Uns ist es lieber, dass die Mitarbeiter acht Stunden lang mit vollem Einsatz arbeiten‘, sagt Geschäftsführer Katsuhiro Takigawa [瀧川克弘 Takigawa Katsuhiro], der freundlich und routiniert die Entstehung der paradiesischen Arbeitsbedingungen beschreibt. Striktes Überstundenverbot, 140 Tage pauschal frei, zusätzlich bis zu 40 Urlaubstage, keine Einmischung von Managern in Detailarbeit. ...

Der Impuls für so viel Arbeitnehmerfreundlichkeit ging schon von den Mirai-Gründern aus. Die hatten 1965 keine Lust mehr, im Hamsterrad der japanischen Salaryman [サラリーマン sararīman] zu stecken. Sie waren Freunde, spielten in einer Theatergruppe - und dafür musste ja auch Zeit bleiben. …

‚Meine Freunde fragen mich manchmal, ob wir bei Mirai überhaupt richtig arbeiten.‘ Es ist der reine Neid. Denn andernorts endet der Werktag mitunter erst zum letzten Zug um Mitternacht, Anwesenheit bedeutet Engagement. Aber gerade Japaner in Nomuras Alter haben immer weniger Lust, sich für den Arbeitgeber aufzuopfern. Seit einigen Jahren verbreitet sich allmählich der Begriff der Work-Life-Balance. …

‚Es gibt kein Management‘, erklärt Takigawa [瀧川]. Die wenigen Führungskräfte seien dazu da, grobe Zielvorgaben zu machen und das Personal bei Laune zu halten. ‚Der Chef am Tisch hat im Gegensatz zum Mitarbeiter von den Details vor Ort keine Ahnung‘, sagt Takigawa lächelnd. Deshalb sei bei ihnen das sonst verbreitete Mikromanagement verpönt. Mirai-Mitarbeiter dürfen weder an den Vorgesetzten berichten, noch Rücksprache halten oder um Rat fragen. ‚Sonst funktionieren alle nur auf Befehl des Chefs‘, sagt Takigawa. …

Erfolg auch ohne gut geölte japanische Knechtmaschine - warum tun sich andere Unternehmen mit einem Kulturwandel so schwer? ‚Weil sie Angst haben, vom Kunden eins aufs Dach zu kriegen‘, sagt Takigawa. Dass Mirai im Winter einfach mal 20 Tage zumacht, habe manche Kunden anfangs irritiert, sagt einer aus der Verwaltung. Doch weil sie sahen, wie sehr sich die Mitarbeiter einsetzten, um Probleme zu lösen und Kundenwünsche trotzdem prompt zu erfüllen, hätten sie weiter bestellt.“
(Sonja Blaschke in der Financial Times Deutschland vom 22. 11. 2012: Die glücklichste Firma Japans: Schön, hier zu arbeiten)

Die Firma Mirai (in Katakana: ミライ), angesiedelt in der mitteljapanischen Stadt Hashima (羽島), ist in Japan Marktführer bei Plastikkästchen für Lichtschalter. Der Name Mirai (in Kanji: 未来) bedeutet Zukunft.

Die Firma hat durch ihre Arbeitsmethode keinerlei Mitarbeiterfluktuation und erscheint so attraktiv, dass sich Abgesandte der Firma Schaeffler vor Ort erkundigten. Nach eigenen Angaben liegt Mirai beim Beliebtheitsranking der Arbeitgeber auf Platz 15, mitten unter Japans Weltkonzernen.

 

Der Begriff Work-Life Balance spielt in Japan eine zunehmend wichtiger Rolle. Oft versuchen Japaner bei einem ausländischen Unternehmen anzuheuern, weil dort Urlaub von mehr als einer Woche gestattet ist und sich nicht negativ auf die Karriere auswirkt.

Die langen Arbeitszeiten sind auch der Grund, weshalb sich Scheidungen häufen, wenn der Mann pensioniert wird und auf einmal viel Zeit zuhause verbringt. Von ihren Ehefrauen werden sie dann oft als Sperrmüll verspottet.

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