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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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02. September 2013

Zenkreis

円相 ensō (Kreis + Äußeres)

„Ensō oder Zenkreise der Erleuchtung sind oft auf Hüllen von Tonträgern und Einbänden von Büchern über die Shakuhachi [尺八 Bambusflöte] zu finden. Sie können eine erstaunliche Ähnlichkeit zur Wurzel der Shakuhachi aufweisen. Ebenso wie der Shakuhachispieler versucht, in einem einzigen Ton die Erleuchtung zu erlangen, vermag dies der Zen-Kalligraph durch einen einzigen Kreis. In ensō werden mehrere Bedeutungen gesehen: Unendlichkeit, das Universum, Erleuchtung etc. ...

Ensō besteht normalerweise aus vier Teilen: dem Kreis, einer Inschrift, einer Signatur und einem hanko ([判子] Namensstempel). Gib ensō bei der Google-Bildersuche ein, dann wirst du zahlreiche Beispiele finden. ...

Ensō sind unvollkommen, wie die Menschen, die sie gezeichnet haben. Sie können mit einem einzigen oder mit mehreren Pinselstrichen gezeichnet werden. Die Farbintensität der Tusche kann variieren oder verblassen, wenn der Kreis vollendet ist. Bei der Farbe und dem Material, auf dem gemalt wird, ist jede Farbe oder Farbkombination erlaubt. Ensō sind manchmal nicht einmal Kreise! Ein berühmter dreieckiger ensō von Fukushima Keidō ([福島慶道] 1933- ) trägt die Inschrift ‚Sogar dies ist ein Kreis’.“
(Philip Horan: Werde zum Buddha in einem Kreis!)

Das Ensō ist ein Zen-buddhistisches Symbol der japanischen Kalligrafie, das für Erleuchtung, das Universum und die Leere stehen kann.

Das Malen des Ensō ist ein Moment, in dem das Bewusstsein frei ist. Viele Zen-Buddhisten glauben, dass sich der Charakter des Künstlers vollständig darin zeigt, wie er das Ensō zeichnet. Demnach soll nur eine vollkommene Person in der Lage sein, ein wahres Ensō zu zeichnen.

enso-Eun enso-Hakuin
Eun (1598 - 1679) war Abt des Daitokuji (大徳寺), der berühmt ist für seine vielen historisch bedeutenden und kunstvollen Bauwerke.

Das Gedicht neben dem Kreis besagt: „Kein Raum in zehn Richtungen, kein Zoll der großen Erde."

Hakuin Ekaku (白隠慧鶴; 1686 - 1769) reformierte die seit Rinzai-Linie des Buddhismus, indem sie für Laien verständlich formulierte.

enso-Jian enso-Natembo

„In der Mitte des Buddhalandes der zehn Richtungen."

Jiun Myōi (慈雲妙意; 1274 – 1345) gründete am Ort seiner früheren Studienhütte den Tempel Kokutai-ji (国泰寺).

Das Gedicht neben dem Kreis besagt: „Wenn der Mond fällt, versuch ihn zu fangen."

Nakahara Nantenbō (1839 – 1925) war ein Reformer, der die Lücke zwischen der älteren und der modernen Zen-Kunst schloss.

enso-Seigan enso-Torei

Reiskuchen von Sengai: „Iss dies und trink eine Tasse Tee."

Sengai Gibon (仙厓義梵; 1750 - 1837) war bekannt für seine kontroversen Lehren und für seine unbeschwerten Gemälde.

In der Mitte das Schriftzeichen „Katsu" (喝), im Zen-Buddhismus der Ausruf, der die Erleuchtung anzeigt.

Tōrei Enji (東嶺圓慈; 1721 – 1792) war Schüler von Hakuin Ekaku.

(John Stevens: Sacred Calligraphy of the East. Boston: Shambala. ISBN: 0-87773-458-5. S. 192ff)


Manche Künstler lassen eine Öffnung im Kreis, was bedeuten kann, dass Fehlbarkeit ein Bestandteil der Existenz ist. Das zugrunde liegende Prinzip ist ein wichtiger Aspekt der japanischen Ästhetik: die Ablehnung der Perfektion (不均斉 fukinsei).

Es gibt auch eine Tradition, ein Bild im Ensō zu malen, wie bei den Zehn Ochsenbildern (十牛圖 Jūgyūzu), wo das achte Bild leer bleibt.

 

Zen 禅, 禪, 선
Koan 公案 - Kreis, Dreieck und Viereck □△○ - Mu 無 - D. T. Suzuki 鈴木大拙 - Teezeremonie 茶道 - Zen in der Kunst des Bogenschießens 弓術における禅 - Zehn Ochsenbilder 十牛圖 - Zengarten 枯山水 - Zenkreis 円相

 

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