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09. Dezember 2012

Zehn Ochsenbilder

十牛圖  shíniú tú (zehn + Rind + Bild)

十牛図  jūgyūzu (zehn + Rind + Bild)

„Verlassen in endloser Wildnis schreitet der Hirte dahin durch wucherndes Gras und sucht seinen Ochsen.
Weit fließt der Fluß, fern ragt das Gebirge, und immer tiefer ins Verwachsene läuft der Pfad.
Im Anfänglichen verläuft keine Spur. Wer könnte da suchen?
Beirrt kommt er herein in den tiefen Ort, den dichter Nebel und Geflecht von Ranken erfüllt.“
(Die Suche nach dem Verlorenen Ochsen)

„Der Hirte hat den Ochsen verloren und steht allein auf weiter Flur (1. Bild), aber kann der Mensch sein Selbst verlieren?

Er sucht und erblickt die Spur des Ochsen (2. Bild), es gibt eine Vermittlung, eine Hilfe, bei der auch religiöse Dinge wie Sutren und Tempelklöster eine Rolle spielen können.

Den Spuren nachgehend, findet er den Ochsen (3. Bild), aber noch ist es nur ein fernes, intellektuelles Wissen oder intuitives Fühlen um den Ochsen, er zähmt das Tier mit heißem Bemühen (4. Bild) und weidet es mit sorgfältiger Wachsamkeit (5. Bild).

 

Diese zwei Stufen beinhalten die Übung in der Zen-Halle, die harte, peinvolle Übung bis zum Erfassen der Erleuchtung und die unabdingbare Übung des Erleuchteten. Der Übende erlangt volle Sicherheit, schon schwingt sich der Hirte auf den Rücken des Ochsen und kehrt, die Flöte spielend, triumphierend heim (6. Bild), die Freude des Hirten und der erhobene Kopf des schon nicht mehr nach Gras gierenden Tieres zeigen die erlangte volle Freiheit an.

Beide sind nun eins, der Hirte in seiner Freiheit bedarf nicht mehr des «Ochsen», er vergißt ihn, wie nach dem berühmten Wort Chuang-tzu’s Falle und Netz unnütz werden, wenn der Hase und der Fisch gefangen sind.

So ist der Hirte allein, ohne den Ochsen (7. Bild).

Nun verschwinden beide, Ochs und Hirte, im gründenden und umfassenden Nichts des Kreisrunds (8. Bild). Wenn der Hirte wieder erscheint, sind alle Dinge um ihn so, wie sie sind (9. Bild) – der Alltag des Erleuchteten.

 

Und der Hirte kommt herein in die Stadt und auf den Markt und beschenkt alle ringsum (10. Bild). Der Erleuchtete lebt mit allen seinen Mitmenschen und wie alle seine Mitmenschen, aber die Güte, die er ausstrahlt, rührt von seiner Erleuchtung her.“

(Heinrich Dumoulins Interpretation der Parabel von den zehn Ochsen; Heinrich Dumoulin: Geschichte des Zen-Buddhismus. Band I: Indien und China. Francke-Verlag, Bern 1985. S. 261 ff.)
(Bilder: Wikimedia)

尋牛 見跡 見牛 得牛 牧牛
Suche nach dem Ochsen Erblicken der Spuren Erblicken des Ochsen Einfangen des Ochsen Zähmen des Ochsen
騎牛歸家 忘牛存人 人牛俱忘 返本還源 入鄽垂手
Heimritt auf dem Ochsen Der Ochse ist vergessen, der Mensch bleibt Ochse und Mensch sind vergessen Zum Ursprung zurückgekehrt Betreten des Marktes mit offenen Händen

(Tokuriki Tomikichiro, 1902-1999; Lizenz: Fair Use)

Der Ochse und sein Hirte ist eine Serie von Holzschnitten in der Tradition des Zen-Buddhismus, die den spirituellen Weg eines typischen Zen-Buddhisten beschreiben.

Die zehn Ochsenbilder sind die bekannteste von vielen Darstellungen der Entwicklungsstadien der Erkenntnis beim Zen ist.

Im 12. Jahrhundert war es eine Abfolge von fünf, später acht Bildern, bei denen ein Wasserbüffel immer weißer wird und das letzte Bild einen leeren Kreis darstellt. Später wurden zwei weitere Bilder hinzugefügt, womit sichtbar gemacht werden sollte, dass Zen-Praktizierende nicht außerhalb der irdischen Welt, sondern unter seinen Mitmenschen lebt.

Es existieren verschiedene Versionen und die unterschiedlichsten Deutungen des Inhalts. Schon die Frage, was der Büffel bedeutet, entzweit die Gemüter.

chinesische Gemälde
Allegorie der Essigkoster 嘗醋圖 - Auf einem Gebirgspfad im Frühling 山徑春行圖 - Die Nymphe des Flusses Luo 洛神賦 - Einhundert Pferde 百馬圖 - Ermahnung der Hofdamen 女史箴圖 -  In den Fuchun-Bergen verweilend 富春山居圖 - Leg deine Peitsche nieder! 放下你的鞭子! - Qingming-Rolle 清明上河圖 - Sklave und Löwe 奴隸與獅 - Südreise des Kaisers Kangxi 康熙南巡图 - Traum von der Unsterblichkeit in einer strohgedeckten Hütte 夢仙草堂圖 - Zehn Ochsenbilder 十牛圖 - Zehntausend hässliche Tintenflecken 萬點惡墨 - Zwei Patriarchen in innerer Harmonie 二祖調心圖

japanische Gemälde
Die acht Gesichter am Biwasee 琵琶湖八景 - Die große Welle vor Kanagawa 神奈川沖浪裏 -  Dreiundfünfzig Stationen des Tokaido 東海道五十三次 - Hundert berühmte Ansichten von Edo 名所江戸百景 - Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji 富嶽三十六景

 

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