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09. Januar 2013

Xi Jinping

Xí Jìnpíng 习近平 (Familienname Xi + nahe + Frieden)
 
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Xí Jìnpíng
 
Fújiàn [福建] im Sommer 1992. Péng Lìyuán [彭丽媛], Chinas bekannteste Volksmusiksängerin, ist hochschwanger. Ihren Mann, den Stadtparteisekretär, sieht sie wegen seiner vielen Dienstreisen nur einmal im Monat, aber rund um den Geburtstermin hat er sich den Kalender frei gehalten. Doch dann nimmt ein Wirbelsturm Kurs auf die südchinesische Provinz. Dörfer müssen evakuiert und Rettungskräfte organisiert werden, und der Parteichef lässt es sich nicht nehmen, persönlich das Einsatzkommando zu übernehmen. Die Arbeit fürs Volk geht eben vor, und Péng Lìyuán bringt ihre Tochter alleine zur Welt.

Die Anekdote, deren Wahrheitsgehalt schwer zu beurteilen ist, wird derzeit in den chinesischen Staatsmedien kolportiert. Denn der vielbeschäftigte Mann der berühmten Sängerin ist Xí Jìnpíng, Chinas designierter Staatschef. ... Seiner Frau soll er schon beim zweiten Date offenbart haben, dass für die Familie nicht viel Zeit bleiben werde.

Die strategisch gestreuten Histörchen aus Xís Privatleben sollen den neuen Staatschef im Volk bekannt und beliebt machen – und darüber hinwegtäuschen, wie wenig die Chinesen und der Rest der Welt darüber wissen, wer in China eigentlich das Sagen hat.“

(Bernhard Bartsch in der Frankfurter Rundschau vom 6. November 2012: Der unbekannte Herr Xi)

Wie die Kommunistische Partei Chinas funktioniert, weiß Xí seit seiner Kindheit. Er gehört zur Prinzengarde, den Nachkommen ehemaliger Parteigrößen. Sein Vater Xí Zhòngxūn (习仲勋) kämpfte in den 1930er und an der Seite Máo Zédōngs (毛泽东), fiel aber während der Kulturrevolution in Ungnade, worauf sein 15-jähriger Sohn das privilegierte Leben im Regierungsviertel aufgeben musste und als Landarbeiter in die Provinz geschickt wurde. Als strammer Jungrevolutionär wurde er trotzdem in die Kommunistische Partei aufgenommen.

Nach Maos Tod 1976 wurde die Familie rehabilitiert und Xí Zhòngxūn zu einem Vertrauten von Dèng Xiǎopíng (邓小平). Er kehrte damit in den inneren Machtzirkel zurück.

Xí Jìnpíng studierte an der Pekinger Tsinghua-Universität (清华大学 Qīnghuá Dàxué) Chemie und begann seine Karriere im Staatsapparat. Er merkte wohl bald, dass es gefährlich sein könnte, auf die alten Seilschaften zu setzen und ging mit 29 Jahren in die Provinz. Es dauerte 25 Jahre dauer, bis er sich wieder in die Hauptstadt zurückgedient hatte.

Zwar antwortete er 2002 auf die Frage eines ausländischen Journalisten, ob er zehn Jahre später Staatschef sein werde, noch salopp: „Wollen Sie mir Angst einjagen?“ Weil er die wenigsten Feinde hatte, war er schließlich der Mann, auf den sich alle Gruppierungen in der Parteiführung einigen konnten.

2009 machte er bei einem Besuch in Mexiko deutlich, dass er sich Einmischungen anderer Länder verbittet. „Einige satte, gelangweilte Ausländer haben nichts Besseres zu tun, als mit dem Finger auf China zu zeigen“, beschwerte er sich. „Erstens exportieren wir keine Revolution, zweitens exportieren wir weder Hunger noch Armut, und drittens bereiten wir euch keinen Ärger, also was wollt ihr?“

Zuhause kam das gut an. Doch trotz solcher nationalistischen Bekenntnisse scheint er Sympathien fürs Ausland zu haben: Seine Tochter Xí Míngzé (习明泽), deren Geburt er 1992 verpasste, studiert nämlich heute unter falschem Namen in Harvard.


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