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17. Juli 2014

Walled City

九龍城寨 Jiǔ​lóng​ Chéng​zhài​ (Neun + Drachen = Kowloon + Stadt + Dorf, Festung)
九龍砦城 Jiǔ​lóng Zhàichéng (Kowloon + Dorf, Festung + Stadt)
黑暗 Hak Nam (Hēi​'àn; Stadt der Dunkelheit)

„Greg Girard erinnert sich noch gut an den Moment, als er die legendäre ‚Ummauerte Stadt‘ 1985 zum ersten Mal sah. ‚Ich war eines Abends nahe des alten Hongkonger Flughafens auf Motivsuche‘, erzählt der Fotograf. ‚Als ich um eine Ecke bog, türmte sich auf einmal diese mittelalterlich anmutende Festung vor mir auf. Sie wirkte auf seltsame Weise lebendig.‘ Girard hatte schon viel von diesem mysteriösen Ort auf der Halbinsel Kowloon gehört: ‚Hak Nam galt als Schmelztiegel des Verbrechens. Meine Freunde hatten mich mehrfach gewarnt, es sei lebensgefährlich, diesen Ort zu betreten.‘

Girard ignorierte die Warnung; die Neugier war größer. ‚Ich war schockiert und fasziniert zugleich‘, erinnert er sich an seinen ersten Besuch in Hak Nam. ‚Die bis zu 14 Stockwerke hohen Gebäude standen dicht an dicht. Anstelle von Straßen gab es nur sehr enge, von Unrat gesäumte Gänge. Es war dunkel und feucht.‘ Zwischen den Häusern, mehrere Meter über dem Boden, verlief ein Gewirr brüchiger Kabel und rostiger Rohre, in denen Strom und Wasser in beunruhigender Nähe aneinander vorbei flossen - illegal angezapft und abgezweigt von den Hauptleitungen außerhalb der Stadt.“
(Spiegel-Online: Vergessene Stadt Hak Nam - Festung der Dunkelheit)

Kowloon Walled City war ein Stadtteil in Hongkong auf der Halbinsel Kowloon mit lange Zeit ungeklärtem rechtlichen Status. Im Jahr 1987 lebten auf einer Fläche von 0,026 km²,  auf dem Gelände, das kaum größer als ein Fussballfeld war, 33.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte betrug hochgerechnet 1,3 Millionen Einwohner je Quadratkilometer und war die höchste der Welt.

Jahrhunderte lang lebten die Bewohner der ländlichen Gebiete rund um Hongkong, als Clans organisiert, in Dörfern, die sie zum Schutz vor Überfällen mit hohen Mauern umgaben. Als die Briten 1860 daran gingen, die Halbinsel Kowloon zu besetzen, stießen sie auf eine kleine Garnison, deren Besatzung Widerstand leistete. Im Schutz ihrer hohen Mauer fühlte sie sich sicher. Sie ergaben sich erst, als ihnen zugesichert wurde, dass die ummauerte Stadt nicht besetzt werden durfte. Die Briten willigten ein. Als die Briten 1898 die New Territories von China pachteten, handelten mehrere Clans Sonderkonditionen aus. Diese besagten, dass die jeweiligen Oberhäupter innerhalb ihrer Dorfmauern absolute Verfügungsgewalt hätten. Doch die zugesicherte Eigenständigkeit geriet außer Kontrolle, und bald wurden die Walled Cities zu Brutstätten des Verbrechens, in den denen das Gesetz des Stärkeren galt. Erst die Japaner, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls in der Walled City auf Widerstand gestoßen waren, ließen die Mauer einreißen und das Viertel evakuieren. Nach der Rückkehr der Engländer belebte sich die nunmehr mauerlose Walled City, sie wurde das Zentrum von Prostitution, Drogenhandel und Kriminalität. 1984 wurde die letzte dieser Walled Cities aufgelöst, die Bewohner wurden umgesiedelt und die Mauern geschleift. 1987 wurde sie, angeblich aus Gründen des Seuchenschutzes, vollständig abgerissen.

Zwischen den etwa 350 einzelnen Gebäuden gab es anstelle von Straßen nur sehr enge, von Unrat gesäumte Gänge. Die weiter unten liegenden Räume erhielten kaum Tageslicht.

Im heutigen Kowloon Walled City Park finden sich noch einige wenige Reste der einstigen Trutzburg. Ursprünglich lag es noch direkt am Wasser und war den Chinesen als Anlaufstelle für ihre Schiffe überlassen. Durch Landaufschüttungen wanderte das Fleckchen Erde landeinwärts, heute liegt es gut einen Kilometer vom Wasser entfernt. Damit die Polizei sich hier nicht sehen ließ, zahlten die Triaden täglich 60.000 Hongkong-Dollar an diese, und so dauerte es bis Anfang der 1980er Jahre, ehe man beschloss, ernsthaft etwas gegen diesen Schandfleck zu unternehmen. So drängte man im Rahmen der chinesisch-britischen Verhandlungen über die Zukunft Hongkongs darauf, dass auch dieses Problem gelöst würde. Hak Nam, musste einer öffentlichen Parkanlage weichen, die 32.319 Bewohner wurden umquartiert. Widerstand bis zuletzt leisteten die hier ansässigen rund 200 Zahnärzte, die anderswo nicht arbeiten durften, da es ihnen an der Lizenz fehlte, und manch einer von ihnen war führender Kopf einer Triade.

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