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09. Dezember 2012

Wilhelm (Richard Wilhelm)

衛禮賢 Wèi Lǐxián (verteidigen + Riten + tugendhaft)
1873 - 1930


„Der Deutsche Richard Wilhelm ist ein Westländer, und doch liest er die Bücher unseres Heiligen und versteht den Weg unseres Heiligen.“
(Lao Naixuan 勞乃宣 aus Tangxiang am 11. Mai 1914)

Richard Wilhelm wird der „deutsche Chinese“ (德意志中国人) oder der „Marco Polo des inneren China“ genannt. Er übersetzte die großen philosophischen Werke der Chinesen ins Deutsche, von wo sie in andere europäische Sprachen übertragen wurden.

Wilhelm brach 1899 als Missionar nach China auf. Im deutschen Pachtgebiet Tsingtau (青島 Qīngdǎo) lernte er zunächst Chinesisch und arbeitete als Pfarrer und Pädagoge. Dabei lernte er chinesische Gelehrte kennen, die sein Verständnis der chinesischen Kultur vertieften.

Das Studium der chinesischen Kultur prägte Wilhelm so tief, dass er sich ausschließlich der Sinologie zu widmen begann. 1924 wurde er als Honorarprofessor auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Chinesische Geschichte und Chinesische Philosophie in Frankfurt am Main.
 
Wilhelm war voller Bewunderung für die chinesische Kultur, zog sich immer mehr aus der Missionstätigkeit zurück und konzentrierte sich auf die Sinologie. Die Missionstätigkeit sah er zunehmend kritisch. So sagte er einmal: „Es ist mir ein Trost, daß ich als Missionar keinen Chinesen bekehrt habe“.
 
I Ging. Das Buch der Wandlungen Liä Dsi

„In 64 Hexagrammen baut sich eine geniale Weltformel auf. Diese vollständige Ausgabe basiert auf der berühmten Übersetzung des Sinologen Richard Wilhelm und ist mit einem umfangreichen Anhang versehen, der das ‚I Ging‘ in neue Zusammenhänge stellt und auch die Handhabung des Orakels erleichtert.
‚Man kann es als Orakelbuch benutzen, um in schwierigen Lebenslagen Rat zu bekommen. Man kann es auch nur der Weisheit wegen lieben und benutzen ... Dort steht alles, was gedacht und was gelebt werden kann.‘“ Hermann Hesse

‚„Das wahre Buch vom quellenden Urgrund‘ ist unter den Klassikern des Daoismus sicher das verständlichste. Es erklärt allegorische Geschichten und Parabeln über das Leben.
Freiheit, Gerechtigkeit, Weisheit: ‚Das wahre Buch vom quellenden Urgrund‘, eine der wichtigsten Schriften des Daoismus, behandelt die großen Menschheitsfragen. Seine Sprache ist poetisch und luzide zugleich. Kein Geringerer als Hermann Hesse hat dieses Werk als Ausdruck einer ‚gefestigten, ja geheiligten Kultur des täglichen Lebens‘ gepriesen - zu Recht.“
Konfuzius: Gespräche Laotse: Tao-te-king
„Konfuzius kannte die Schwächen der Menschen: ‚Der Meister sprach: Ich habe noch keinen gesehen, der moralischen Wert liebt ebenso, wie er die Frauenschönheit liebt. ‚Mit seinen poetischen Sentenzen legt Konfuzius nicht nur den Finger in die Wunde, seine Gespräche sind zu einem der einflussreichsten Werke der Weltliteratur geworden. Was für den Einzelnen gilt, wendet er auch an auf Familie, Gesellschaft und Politik: ‚Der Fürst von Schê fragte nach dem Wesen der Regierung. Der Meister sprach: Wenn die Nahen erfreut werden und die Fernen herankommen.'" „Lao-Tse gilt als Begründer des Taoismus. Der Legende nach lebte er im 4. Jahrhundert vor Christus, stand als Reichsarchivar in Staatsdiensten und zog sich im Alter in die Einsamkeit zurück. Hier hielt er auf Wunsch eines Freundes seine Gedanken in einer Schrift fest, der spätere Generationen den Namen ‚Tao Tê King‘ gaben. Dieses ‚Buch von Weg und Tugend‘ ist der einflussreichste und über die Grenzen Chinas hinaus bekannteste Text der chinesischen Philosophie. Der ruhmreiche Namenstitel ist dem Verfasser wohl aus Ehrerbietung verliehen worden:  Lao bedeutet ‚alt‘, ‚ehrwürdig‘, und Tse ‚Meister‘, ‚Philosoph‘.“
 
 
 
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