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09. Dezember 2012

Wilde Schwäne

鴻•三代中國女人的故事 Hóng - sāndài Zhōngguó nǚrén de gùshi (Saatgans + drei + Generation + Mitte + Reich + Frau + Mensch + Genitiv + Geschichte)
Originaltitel: Wild Swans: Three Daughters of China
Autorin: Jung Chang (张戎 Zhāng Róng)

 
Meine Urgroßmutter und mein Urgroßvater sahen sich vor ihrer Hochzeit nicht ein einziges Mal. Sich zu verlieben galt geradezu als unanständig und als Schande für die Familie. Dabei hatte das Ideal der romantischen Liebe in China traditionell durchaus einen hohen Stellenwert — nur durften junge Leute gar nicht in eine Situation kommen, in der es dazu kommen konnte. Teils galt es als unanständig, wenn junge Leute sich trafen, teils wurde die Ehe vor allem als Pflicht betrachtet, als eine Vereinbarung zwischen zwei Familien. Mit etwas Glück verliebten sich die Eheleute nach der Heirat ineinander.

Mein Urgroßvater hatte ein sehr behütetes Leben geführt und war mit vierzehn, zum Zeitpunkt der Hochzeit, noch ein Kind. In der Hochzeitsnacht wollte er nicht in das eheliche Schlafgemach gehen, er legte sich im Schlafzimmer seiner Mutter ins Bett und mußte schlafend zu seiner Braut getragen werden. Obwohl er ein sehr unselbständiges Kind war und sich nicht einmal alleine anziehen konnte, wußte er laut Auskunft seiner Frau, wie ‚man Kinder zeugt‘. Meine Großmutter kam binnen eines Jahres nach der Hochzeit zur Welt, am fünften Tag des fünften Monats im Jahr 1909.“

(Jung Chang: Wilde Schwäne. Die Geschichte einer Familie. Drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute. München: Droemersche Verlagsanstalt, 1991 ISBN: 3-426-77078-4)
 
Wilde Schwäne ist ein 1991 erschienenes autobiografisches Werk der chinesischen Schriftstellerin Jung Chang (张戎 Zhāng Róng), in der sie die Geschichte dreier Frauen ihrer Familie zwischen 1909 und 1978 darstellt.
  1. 玉芳 Yùfāng (Jadeduft): Die Großmutter wurde an einen Warlord als Konkubine verkauft.
  2. 寶琴 Bǎoqín (kostbare Zither): Jungs Mutter musste schon in den Flitterwochen erfahren, dass ihr Mann, einer der ersten Anhänger Máo Zédōngs (毛泽东), die Belange der Partei über alles stellte.
  3. 張戎 Zhāng Róng bekam nach der verhängnisvollen Kulturrevolution (文化大革命 wénhuà dàgémìng; 1966 - 1976) ein Stipendium, um in England zu studieren, wo sie seither lebt.
Zhāng Róng hieß ursprünglich Èrhóng (二鴻, zweiter Schwan, wobei 鴻 hóng eigentlich kein Schwan, sondern eine Saatgans ist. Schwan heißt nämlich 天鹅 tiān'é). Doch da der Name wie verblasstes Rot (红 hóng = rot) klang, änderte sie ihren Namen mit 12 Jahren, damit er kriegerischer klang (戎 róng = Waffe).
 
Inhalt
1 „Zwei kleine goldene Lilien“
Die Konkubine eines Provinzgenerals (1909-1933)
2 „Auch klares kaltes Wasser schmeckt süß“
Meine Großmutter heiratet einen mandschurischen Arzt (1933-1938)
3 „Alle sagen, daß Mandschukuo ein glückliches Land ist“
Das Leben unter japanischer Besatzung (1938-1945)
4 „Sklaven, die kein eigenes Land besitzen“
Beherrscht von verschiedenen Herren (1945-1947)
5 „Tochter zu verkaufen für zehn Kilo Reis“
Der Kampf um ein neues China (1947-1948)
6 „Über Liebe sprechen“
Die Heirat zweier Revolutionäre (1948-1949)
7 „Die fünf Bergpässe bezwingen“
Der Lange Marsch meiner Mutter (1949-1950)
8 „Heimkehr in einem bestickten Seidengewand“
Familienleben und Kampf gegen Banditen (1950 –1951)
9 „Wenn ein Mann Macht bekommt, steigen sogar seine Hühner und Hunde zum Himmel auf“
Das Leben an der Seite eines Unbestechlichen (1951-1953)
10 „Durch Leiden wird man ein besserer Kommunist“
Meine Mutter gerät in Verdacht (1953-1956)
11 „Nach der Anti-Rechts-Kampagne macht niemand mehr den Mund auf“
Friedhofsruhe in China (1956-1958)
12 „Eine tüchtige Frau bringt auch ohne Lebensmittel eine Mahlzeit auf den Tisch“
Hungersnot (1958-1962)
13 „Tausendfältige kleine Kostbarkeit“
Eine behütete Kindheit (1958-1964)
14 „Niemand ist dir so nahe wie der Vorsitzende Mao“
Personenkult um Mao (1964-1965)
15 „Zerstört erst einmal alles, der Aufbau kommt dann von allein“
Die Kulturrevolution beginnt (1965-1966)
16 „Schwingt euch zum Himmel auf und durchbohrt die Erde“
Maos Rote Garden (Juni-August 1966)
17 „Willst du, daß unsere Kinder ‚Schwarze‘ werden?“
Die Not meiner Eitern (August - Oktober 1966)
18 „Gewaltig-wunderbare Nachrichten“ Pilgerfahrt nach Beijing
(Oktober - Dezember 1966)
19 „Wenn man jemanden verurteilen will, findet man auch einen Beweis“
Meine Eltern werden gequält (Dezember 1966-1967)
20 „Ich verkaufe meine Seele nicht“
Mein Vater wird verhaftet (1967-1968)
25 „Der betörende Duft von süßem Wind“
Ein neues Leben mit dem „Handbuch für Elektroinstallation“ und Nixons „Six Crises“ (1971-1973)
26 „Die Fürze von Ausländern schnuppern und ihren Geruch lieblich nennen“ Englischstudium nach Maos Vorstellungen (1972-1974)
27 „Wenn dies das Paradies ist, wie sieht dann die Hölle aus?“
Der Tod meines Vaters (1974-1976)
21 „Wenn es schneit, teilt man die Kohlen mit anderen“
Meine Geschwister und meine Freunde (1967-1968)
22 „Gedankenreform durch körperliche Arbeit“
Landverschickung an den Fuß des Himalaja (Januar - Juni 1969)
23 „Je mehr Bücher man liest, desto dümmer wird man“
Ich werde Bäuerin — und „Barfußdoktor“ (Juni 1969-1971)
24 „Bitte nimm meine Entschuldigung an, auch wenn sie ein ganzes Leben zu spät kommt“
Meine Eltern in Lagern (1969-1972)
28 Endlich davonfliegen (1976-1978)
 

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