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09. Dezember 2012

Wang Hsi-chih

王羲之 Wáng Xīzhī (Familienname Wáng + Xī aus dem Namen des mythischen Kaisers Fú Xī 伏羲 + Genitivpartikel bzw. ihm, ihr)

書聖 Shūshèng (Heiliger der Kalligrafie)
307 - 379

„Wáng Xīzhī (303-379) wird als der größte aller chinesischen Kalligraphen verehrt. Er war ein General der Östlichen Jin-Dynastie, lebte jedoch die meiste Zeit seines Lebens als gelehrter Eremit an einem Teich, von dem man sagte, sein Wasser sei im Laufe der Jahre völlig schwarz geworden, da der einsame Künstler seinen Mal- und Schreibpinsel so oft darin ausgewaschen habe.

Die Wertschätzung von Wáng Xīzhī beruht auf der Verbindung von strenger Komposition und freiem Strich.“
(Josef Guter: Lexikon zur Geschichte Chinas. Sieben Jahrtausende im Überblick. 2004. ISBN 3-937715-40-1)

wangxizhi yonghejiunian
王羲之觀鵝圖
Wáng Xīzhī guān é tú
永和九年
Yǒng​hé jiǔ nián

Wáng Xīzhī betrachtet die Gänse in einem Pavillon am See, weil er in ihren gewundenen Hälsen eine Anmut der Linie fand, die es ihm wert war, in der Kalligrafie nachgeahmt zu werden.

In jungen Jahren hatte Wáng Xīzhī auch ein Amt inne und wurde von seinem Vorgesetzten gedemütigt. Er kündigte seine Stelle und schwor, nie mehr als Beamter zu arbeiten. Er züchtete Gänse und hatte viele Freunde. In seinem Leben schrieb er tausende Kalligrafien, aber es ist kein einziges Original erhalten.
(Bild: Wikimedia)

Die ersten vier Schriftzeichen des Orchideenpavillon von Wáng Xīzhī: „Im 9. Jahr der Regierung Yǒng​hé “.

Das erste Schriftzeichens (永 yǒng = Ewigkeit) gilt als Grundlage der chinesischen Kalligrafie: „acht Prinzipien des Zeichens Yǒng  (永字八法 Yǒngzì Bāfǎ).

Wie groß die Verehrung für dieses Schriftstück war, beweist die Tatsache, dass der Tang-Kaiser Tàizōng (唐太宗 Táng Tàizōng;  599 - 649) sich mit dem Schriftstück begraben ließ.

《右軍題扇圖》
Yòujūn tí shān tú

「入木三分」
rùmù sānfēn

   

 

Über Wáng Xīzhī sind zahlreiche Anekdoten bekannt. So soll er einmal eine alte Fächerverkäuferin getroffen haben und da er gerade in der Stimmung war, beschriftete er ihre Fächer. Doch statt ihm zu danken war die Frau sehr zornig, weil er ihre Ware beschmiert habe. Wáng erwiderte, sie solle versuchen, die Fächer zu verkaufen. Wie erwartet rissen sich die Leute darum. Am nächsten Tag kam die Fächerverkäuferin zu Wáng und bat ihm, ihre restlichen Fächer zu beschriften. Wáng Xīzhī lächelte jedoch nur und gab keine Antwort.

Sein siebter und jüngster Sohn, Wáng Xiànzhī (王獻之), war der begabteste seiner Söhne. Er begann mit sieben oder acht Jahren und verbrauchte Stapel an Papier, um die einzelnen Pinselstriche zu üben. Erst nach fünf Jahren durfte er dann Schriftzeichen schreiben.

Stilistisch folgte Wáng Xiànzhī seinem Vater. Vater und Sohn gingen als ‚die zwei Wang’ (二王 Èr Wáng) in die Kunstgeschichte ein.

Es ist leicht gute Kalligrafie nachzumalen, aber die Bewegung der Striche ist nicht so leicht nachzuahmen. Wáng Xiànzhī war als Knabe überzeugt, dass er so gut wie sein Vater schreiben könne. Eines Tages nahm er eine Kalligrafie seines Vaters von der Wand und imitierte sie so genau wie er konnte. Dann vertauschte er sein eigenes Werk mit dem seines Vaters. Als dieser heimkam und die Kalligrafie an der Wand sah, murmelte er zu sich selbst: „Ich muss besoffen gewesen sein als ich dieses abscheuliche Zeug geschrieben habe!“

 

Kalligrafie 書法, die Kunst des schönen Schreibens
   Orchideenpavillon 蘭亭序 - Schriftzeichen 漢字 - Sechs Kategorien der chinesischen Schrift 六書 - Wang Xizhi 王羲之 - Zenkreis 円相

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 (Quelle: Wikimedia)

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