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09. Dezember 2012

Wanderarbeiter

外来工 wàiláigōng (draußen + kommen + Arbeiter)

民工 mín'gōng (Volk + Arbeiter)


„Als die 21-jährige Näherin Zhang zur Arbeit in der Textilfabrik nahe Peking erschien, wusste sie noch nicht, dass es ihr letzter Arbeitstag dort sein würde. Seit Monaten hatte das Management schon keine Löhne gezahlt. Zhang aber berichtet, sie sei nicht sonderlich nervös gewesen. Sie war erst einen Monat lang dabei.
An diesem Tag kam es zum Streit: ‚Die Kollegen sagten dem Fabrikleiter, dass sie nicht mehr zur Arbeit kämen, wenn sie nicht endlich bezahlt würden’, berichtet Zhang. Und weiter:
‚Der Fabrikleiter sagte, wer gehen wolle, könne gehen. Doch wir hatten nicht einmal Geld für die Busfahrt nach Peking. Wir entschieden uns dennoch zu gehen: Da das Fabriktor normalerweise verschlossen war, musste einer von uns den Schlüssel stehlen. Wir gingen am Abend, als nur ein Wächter vor dem Tor stand, der uns nicht zurückhalten konnte. In diesem Moment spürten wir eine Ahnung von Zufriedenheit - es fühlte sich an wie ein Sieg, obwohl einige von uns um den Lohn von vier Monaten Arbeit geprellt worden waren. Ich hatte Glück, denn ich war nur um einen Monatslohn gebracht worden’ …"

(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,470890,00.html; 11. März 2007)

Die chinesische Regierung toleriert Arbeitsbedingungen, die an die dunkelsten Stunden des Frühkapitalismus erinnern. Der Amnesty-Bericht ‚China: Die menschlichen Kosten des Wirtschaftswunders’ unterstreicht: Die Zahl der Wanderarbeiter, die vom Land in Chinas boomende Städte sowie in die Küstenregionen ziehen, ist seit 1980 von zwei Millionen auf rund 200 Millionen gestiegen. Bis 2015 werden es wohl 300 Millionen Menschen sein. Beobachter sprechen von der ‚größten Migrationsbewegung in Friedenszeiten’.
 
Die Firmen, die Wohnsilos in den Metropolen hochziehen, sparen zwei Drittel an Lohnkosten, wenn sie Arbeiter aus den Billigprovinzen anheuert. Sie braucht sich weder um Rentenversicherungen noch um Wohnungen für die Belegschaft zu kümmern und kann die Männer jederzeit wieder entlassen.
 

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