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09. Dezember 2012

Wabi-Sabi

侘寂 wabi sabi (geschmackvolle Einfachheit + Patina; antikes Aussehen)
 
 
„Der Zen-Mönch Sen no Rikyū [千利休] wollte den Weg des Tees lernen und suchte daher den Teemeister Takeno Jōō [武野 紹鴎] auf. Der Meister befahl Rikyū, den Garten zu säubern. Rikyū machte sich sofort eifrig an die Arbeit. Er rechte den Garten, bis der Boden in perfekter Ordnung war. Als er fertig war, betrachtete er seine Arbeit. Dann schüttelte er den Kirschbaum, so dass ein paar Blüten wie zufällig zu Boden fielen. Der Teemeister Jōō nahm Rikyū daraufhin in seine Schule auf.“

„Wenn ein Objekt oder ein Ausdruck in uns ein Gefühl der tiefen Melancholie und eines spirituellen Sehnens hervorruft, dann kann man sagen, dieses Objekt sei Wabi sabi.“

„Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.“

„Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie.“


Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte: Der bemooste Fels, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel.

Mono no aware (物の哀れ, das Pathos der Dinge) ist ein Begriff, der das Bewusstsein von der Vergänglichkeit aller Dinge (無常 mujō) bedeutet und einen Unterton einer sanften Traurigkeit bei ihrem Vergehen beinhaltet.
 
„Befragt man die Japaner nach der Bedeutung von wabi-sabi, werden die meisten von ihnen den Kopf schütteln, zögern und dann mit der Entschuldigung aufwarten, daß dies äußerst schwierig zu erklären sei. Obgleich nahezu jeder Japaner in Anspruch nehmen wird, die mit wabi-sabi verknüpften 'Empfindungen' zu verstehen - immerhin gilt es nach wie vor als einer der Kernbegriffe japanischer Kultur -, sind doch nur sehr wenige in der Lage, dieses Gefühl in Worte zu fassen.

Warum ist das so? Liegt es daran, daß man - wie manche japanischen Chauvinisten behaupten - die entsprechende genetische Veranlagung benötigt? - Kaum.

Hat es damit zu tun, daß die japanische Sprache oder die Gepflogenheiten ihrer Anwendung zwar geeignet sind, Nuancen einer Stimmung, eines Schwebezustandes oder einer Herzenslogik zu übermitteln, jedoch nicht so gut darin, etwas rational zu erklären? - Vielleicht zu einem gewissen Teil.

Der eigentliche Grund ist jedoch, daß die meisten Japaner ihre wabi-sabi-Erfahrungen niemals anhand intellektueller Begriffe machten, zumal es kaum Bücher oder Lehrkräfte gibt, von denen sie es hätten lernen können. Das ist kein Zufall, sondern eher ein Indiz dafür, daß ein rationales Begreifen des wabi-sabi bis heute bewußt verhindert wurde."
(Leonard Koren: Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer. Japans Philosophie der Bescheidenheit. Tübingen: Ernst Wasmuth, 2011. ISBN: 3-8030-3064-1)

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