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09. Dezember 2012

Ungleiche Verträge

不平等條約 bùpíngděng tiáoyuē (nicht + gleich + Rang + Vertrag)
 
 
 
„Die Europäer waren nicht von den Chinesen gerufen worden, sondern kamen auf eigene Faust als Gäste ins Land. Aber sie haben diesen Umstand, daß sie Gäste waren, von dem Moment an vergessen, als die das Gefühl bekamen, daß die europäischen Feuerwaffen den chinesischen Verteidigungsmitteln überlegen seien. Sie stellten Forderungen, wo Bitten am Platze gewesen wären, und sie gebrauchten Gewalt, wo es der Überzeugung durch Gründe bedurft hätte. Sie fühlten sich als die kulturell weit Überlegenen, weil sie die Mittel hatten, reichliche Fleischnahrung zu genießen und an ihr tägliches Bad gewöhnt waren. Aber ihre geistigen Interessen erschöpften sich in Whisky, Tennis und Pferderennen, so daß man in China von dieser überlegenen Kultur sehr wenig zu sehen bekam. Die ersten europäischen Abenteurer waren Seeräuber, Schmuggler, gelegentlich auch Kaufleute gewesen.“
(Richard Wilhelm: Ostasien. Werden und Wandel des chinesischen Kulturkreises. 1928)

Die Ungleichen Verträge wurden zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg zwischen den westlichen Fremdmächten und China geschlossen. Sie sahen vielfältige Souveränitätsbeschränkungen vor. Eine Gegenleistung der Vertragspartner war demgegenüber nicht vorgesehen.

Zu den wichtigsten Ungleichen Verträgen gehören:

南京條約
Nánjīng Tiáoyuē
1842
Der Vertrag von Nanking beendete den Ersten Opiumkrieg und sicherte den Engländern das profitable Recht auf Opiumhandel zu. Als zentrale Bestimmung sah er die Öffnung einiger Häfen für den freien Handel mit England vor.
望厦條約
Wàngxià Tiáoyuē
1844
Mit dem Vertrag von Wanghia wurde den Amerikanern das Recht eingeräumt, in den Vertragshäfen Grundstücke für den Bau von Kirchen, Spitälern und Friedhöfen zu erwerben. Außerdem wurde das Verbot für Ausländer beseitigt, die chinesische Sprache zu erlernen.
黄埔條約
Huángpǔ Tiáoyuē
1844
Der Vertrag von Huangpu nahm französische Staatsbürger von der chinesischen Justiz aus. Weiter wurde die Duldung der Tätigkeit katholischer Missionare festgeschrieben.
璦琿條約
Aìhún Tiáoyuē
1858
Im Vertrag von Aigun wurde das linke Ufer des Amur (Амур, 黑龙江 Hēilóngjiāng) Russland zugeschlagen und das Land vom Ussuri-Fluss (乌苏里江 Wūsūlǐjīang) bis zum Meer ‚bis auf weiteres’ als ‚gemeinsam nutzbares Gebiet’ eingestuft. Für andere Staaten war der Flussverkehr gesperrt.
天津條約
Tiānjīn Tiáoyuē
1858
Mit dem Vertrag von Tianjin wurde Ausländern unbeschränkte Freizügigkeit im Umkreis von 50 Kilometern der Vertragshäfen gewährt und der Import von Opium ausdrücklich gestattet. Daneben verpflichtete sich China zur Zahlung einer hohen ‚Kriegsentschädigung’ an Großbritannien und Frankreich.
馬關條約
Mǎguān Tiáoyuē
1859
Der Vertrag von Shimonoseki sah die Abtretung Taiwans, der Halbinsel Liaodong in der Mandschurei an Japan vor. Außerdem sollte China die ‚Souveränität und Autonomie Koreas’ anerkennen. Dazu war schließlich eine Kriegsentschädigung vorgesehen, mehr als die zweifache Summe der Jahreseinkünfte der Qing-Regierung.
北京條約
Běijīng Tiáoyuē
1860
Den ausländischen Flotten wurde in der Pekinger Konvention freier Verkehr auf den chinesischen Flüssen und den chinesischen Bürgern die Auswanderung auf britischen Schiffen gestattet. Schließlich wurden weitere Teile der Mandschurei (東北 Dōngběi, Nordostchina) an Russland und Kowloon ( 九龍 Jiǔlóng) an die Briten abgetreten.
辛丑条约
Xīnchǒu Tiáoyuē
(Xīnchǒu ist das Jahr 1901 im chinesischen Kalender.)
Die chinesische Regierung mussste sich im Boxerprotokoll für die Morde an ausländischen Diplomaten entschuldigen. Außerdem musste China hohe Reparationen zahlen und ein modernes Außenministerium mit Vorrang vor allen anderen Ministerien einrichten. Der Kotau (叩頭 kòutóu) für ausländische Diplomaten wurde abgeschafft und ausländerfeindliche Organisationen bei Todesstrafe verboten.
二十一條
Èrshíyī Tiáo
1915
Die 21 Forderungen verlangten eine japanische Kontrolle der Provinz Shāndōng (山東), der Mandschurei, der Inneren Mongolei (內蒙古 Nèi Měnggǔ), der Südküste Chinas und der Jangtse-Mündung. Außerdem sollte das chinesische Militär japanischen Offizieren zur Ausbildung übergeben werden.

 

aus der Kolonialzeit
Boxeraufstand 義和團起義 - fremde Teufel  洋鬼子 - Für Chinesen und Hunde verboten 狗與華人不得入內 -
Gelbe Gefahr - Hunnenrede - Clemens von Ketteler - Konzessionen 租界 - Opium 鴉片 - Opiumkriege 鴉片戰爭 - The Germans to the Front! - Tsingtau 青島 - Ungleiche Verträge 不平等條約 -  Völker Europas, wahrt eure heiligsten Güter! - Alfred Graf von Waldersee

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