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09. Dezember 2012

Ukiyo-e

浮世絵 Ukiyo-e (Bilder der fließenden Welt)
 
 
„Einem elfjährigen Mädchen zeigte ich einige Kupferstiche, die berühmte europäische Frauenschönheiten darstellten.

‚Sie sind ganz nett’, lautete das Urteil, ‚aber sie sehen ganz so aus wie Männer, und ihre Augen sind ja so ungeheuer ... ihr Mund ist hübsch.’

In der japanischen Physiognomie spielt der Mund eine große Rolle, und die Kleine schien in dieser Hinsicht befriedigt zu sein. Ich zeigte ihr dann in einer amerikanischen Zeitschrift einige Zeichnungen nach dem Leben. Sie fragte: ‚Ist es wahr, daß es Leute gibt wie auf diesen Bildern?’

‚Eine ganze Menge’, sagte ich. ‚Dies sind gewöhnliche Alltagsgesichten, zumeist von Landleuten.’

‚Landleute?! Sie sehen ja aus wie Oni (
[鬼] Dämonen) aus dem Jigoku ([地獄] buddhistische Hölle)!’

‚Nein’, sagte ich, ‚es ist nichts Böses in diesen Gesichtern. Wir haben im Westen weit bösere.’

‚Ihr bloßer Anblick könnte mich töten!’ rief sie. ‚Ich mag das Heft nicht.’

Ich legte ein japanisches Bilderbuch vor sie hin - Tokaido-Ansichten. Sie klatschte freudig in die Hände und schob die kaum zur Hälfte durchblätterte Zeitschrift wie erlöst von sich.“

(Lafcadio Hearn: Nippon. Leben und Erlebnisse im alten Japan 1890 - 1904. 1981. ISBN 3-7701-1256-3)
 
 
 
Das Drucken war in Japan bis zum Ende des 16. Jahrhunderts allein Tempeln und Klöstern vorbehalten. Dann wich der Bürgerkrieg einem unsicheren Frieden und die Künste begannen aufzuleben. Die Kaufleute verfügten nun über mehr Geld für kulturelle Dinge. Sie hatten aber für die traditionelle höfische Kunst wenig Sinn. Sie gaben lieber Gemälde in Auftrag, die schöne Frauen zeigten – der Beginn des Genres, das als Ukiyo-e bekannt wurde.

Die neue Mittelschicht wollte eine Kunst, die nicht das höfische Leben einer vergangenen Epoche widerspiegelte, sondern das Alltagsleben des Bürgertums.
 
 

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