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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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09. Dezember 2012

Tschu En-lai

周恩来 Zhōu Ēnlái (Familienname Zhou + Gnade + kommen)

1898 - 1976

zhouenlai
Zhōu Ēnlái mit seiner Frau Dèng Yǐngchāo (邓颖超)
(Foto: Wikimedia)

„Wenn wir unter Freunden früher über Máo sprachen, sagten wir immer Máo Zhǔxí [毛主席] , Vorsitzender Mao. Heute ist das anders. Wir nennen ihn einfach Lǎo Máo [老毛], der alte Mao. Oder nur Máo. Ja, oft auch Lǎo tóuzi [老头子]. Das heißt auch ‚der Alte‘, ist aber schon etwas abschätzig gemeint.
 
Wenn dagegen die Rede auf Zhōu Ēnlái [周恩来] kommt, würden wir nie solche Beiwörter gebrauchen. Er ist für uns Zhōu Zǒnglǐ [周总理] oder nur zǒnglǐ [总理] , also Ministerpräsident Zhōu oder der Ministerpräsident. Wir übernehmen also die offizielle Anrede auch in privaten Gesprächen. Daß er etwa ‚Lao Zhōu‘ [老周] genannt würde, das habe ich nie gehört, das gibt es nicht. Auch der Name allein - Zhōu Ēnlái - klingt zu hart. Das Beiwort zǒnglǐ, Ministerpräsident, drückt Respekt aus. So sagen wir: ‚Zhōu Zǒnglǐ hat das und das gesagt ...‘
 
Wenn aber die Rede auf Mao kommt: ‚Lǎo tóuzi hat das und das getan‘ …“
(Wolfgang Hieber: Chinesen über China. 1983. ISBN 3 430 14575 9)
Zhōu Ēnlái war Premierminister Chinas von 1949 bis zu seinem Tod. Er studierte von 1917 bis 1919 in Japan und machte 1920 zusammen mit 1.500 anderen jungen Chinesen von der Möglichkeit zu einem Werkstudium in Frankreich Gebrauch. Allerdings gibt es keinen Beweis, dass er je Vorlesungen besucht hätte. Zhou war von seiner Familie mit genügend Geld ausgestattet. Dies ermöglichte ihm Aufenthalte in Berlin und Göttingen.
 
Tschu En-Lais Sohn fiel für Deutschland

Der Stern-Reporter Gerd Heidemann, der sich 1985 bei den Hitler-Tagebüchern so unrühmlich hervortat, veröffentlichte 1954 eine schmalzige Story über den chinesischen Ministerpräsidenten, der damals gerade die Delegation seines Landes bei der Genfer Indochinakonferenz anführte:

„Frau Oppermann hat ein gutes Gedächtnis. Sie ist jetzt 72 und ruht sich aus von den Aufregungen, die ein studentischer Pensionsbetrieb in einer Universitätsstadt mit sich bringt.
 
Frau Oppermann, sie wohnt auch heute noch in Göttingen, faltete neulich am Kaffetisch die Morgenzeitung auseinander, und von einem Foto guckte sie da ein Mann an, dessen verbindliches Lächeln sie noch in bester Erinnerung hat. ‚Herrje!“ rief da Frau Oppermann und legte das Marmeladenbrötchen aus der Hand, um die Brille zurechtzurücken. „Herrje, das ist doch der Herr Tschu, mein Herr Tschu...! Nein, so was, und heute ist er Ministerpräsident von China! Herrje! Herrje!‘

In der Tat, der Mann, der Frau Oppermann da aus der Morgenzeitung anblickte, war Herr Tschu En-lai, Ministerpräsident und Außenminister der Volksrepublik China, Herr über 460 Millionen Chinesen, der mächtigste Mann im Reich der Mitte nach Mao Tse-tung, dem Staatspräsidenten. …

Nun war auf einmal wieder alles so lebendig, als hätte es sich erst gestern zugetragen. Frau Oppermann war nicht sparsam mit dem Schatz ihrer Erinnerungen. Schließlich erzählte Frau Oppermann auch noch die Geschichte mit der Kunigunde. Die Gundel Staufenbiel aus Hundshagen im Thüringischen war Stubenädel bei der Frau Oppermann, ein achtzehnjähriges Ding, ein adrettes hübsches Kind, das sich die übermütigen Herrn Studenten, diese Schwerenöter, bisher immer vom Leib gehalten hatte. Bei dem Herrn Tschu aber war es anders. ....

‚Du dummes Mädchen jetzt hast du ein Chinesenkind am Hals!‘ rief Frau Oppermann, als die Kunigunde mit ihrem Baby auf dem Arm aus der Klinik zurückkam. Aber der Vater, der Herr Tschu, der war ganz durcheinander vor Freude. Er wiegte das winzige Paket auf seinen Knien, er tanzte mit ihm durchs Zimmer und immer wieder sagte er, die Gundel würde nun bald seine Frau sein. Bloß sein Studium müsse er noch zu Ende machen, dann gehe es ans Heiraten.
 
Da aber doch ein Stubenmädel mit einem Säugling nicht die rechte Hilfe ist in einer Studentenpension, mußte die Kunigunde Staufenbiel sich mit ihrem Kind fortmachen aus Göttingen, heim nach Hundshagen, zu den Eltern. Der Herr Tschu spendierte seine teuere Reisedecke und ließ es sich nicht nehmen, Mutter und Kind zum Bahnhof zu bringen. Dort nahm man dann Abschied voneinander.

Kunigunde Staufenbiel hat 1933, nach neun Jahren vergeblichen Wartens auf die Einlösung von Tschus Eheversprechcn, den Maurer Ringleb geheiratet. Ihr Sohn Kuno ist am 4. Februar 1945 bei den Kämpfen in Ostpreußen als Panzergrenadier gefallen."
(Der Stern vom 5. September 1954 )

chinesische Politiker

Bo Xilai 薄熙来 - Chiang Ching-kuo 蔣經國 - Chiang Kai-shek 蔣介石  - Deng Xiaoping 邓小平 - Jiang Qing 江青 - Lin Piao 林彪 - Mao Tse-tung 毛泽东 - Tschu En-lai 周恩来 - Xí Jìnpíng 习近平

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