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09. Dezember 2012

Turandot

图兰朵 Túlánduǒ
توراندخت

Carlo Gozzi: 1762
Giacomo Puccini: 1926
Friedrich Schiller:

„Peking im Herbst: Polizisten bewachen die Eingänge der Verbotenen Stadt. Kopf ab, Kopf ab!' hallt es hinter den Mauem.  ‚... Hinrichten! Zerstückeln!‘ – Ein schöner Abend. Der Mond hängt wie ein silbemer Gong über dem Tempel der Kaiserlichen Ahnenverehrung. Im Graben der Himmlischen Harmonie schluchzen die Geigen, und aus dem Innem des geheimnisvollen Bauwerks tritt Turandot, Tochter des Himmels, ins fahle Licht der Scheinwerfer.

Das hat es noch nie gegeben. Eine italienische Oper, die in China spielt, am Originalschauplatz' im Reich der Mitte inszeniert, als Riesenspektakel mit über tausend Mitwirkenden vor und hinter der Bühne, ein Millionenspiel, das neun Tage lang zu sehen ist. Neun Tage, an denen weitgereiste Opernfreunde und die leitenden Angestellten einiger Weltfirmen mit Filiale in Peking zum abenteuerlichen Eintrittspreis von 150 bis zu 1250 Dollar auf einem Plastikstuhl eine Freiluftaufführung von Puccinis Turandot' erleben dürfen, mit anschließendem Gala-Diner für 250 Dollar extra.'“
(Emanuel Eckardt im Stern)

„So ganz hochgestimmt begibt sich ein Sinologe nicht an die Lektüre von Friedrich Schillers ‚Turandot‘, obwohl diese als ‚Prinzessin von China‘ vorgestellt wird und das ganze Stück als ‚ein tragikomisches Märchen nach Gozzi‘ charakterisiert wird.

Turandot ist ein Fräulein Rührmichnichtan, das alle Bewerber um ihre Gunst abweist. Von ihrem Vater ‚Altoum, fabelhafter Kaiser von China‘ ertrotzt sie ein Edikt, daß nur der Prinz sie gewinnen könne, der drei Rätsel löse. Sonst verliere er den Kopf. Das Bühnenbild schon der ersten Szene wirkt recht verheißungsvoll:

‚Vorstadt von Pekin (!). - Prospekt eines Stadttors. Eiserne Stäbe ragen über demselben empor, worauf mehrere geschorne, mit türkischen Schöpfen versehene Köpfe als Masken und so, daß sie als Zierat erscheinen können, symmetrisch aufgepflanzt sind.‘"
(http://www.stumpfeldt.de/hcn/hcn18/dct.html#dct18_1)

Turandot ist ein dankbarer Stoff, der oft vertont wurde. Puccini, der zeitlebens auf Wasservögel, schöne Frauen und gute Operntexte Jagd machte, lernte ihn zufällig in der Bearbeitung Friedrich von Schillers kennen. Es ist das letzte Werk des italienischen Opernmeisters Giacomo Puccini (1858 - 1924), dessen bekannteste Oper wohl „Madame Butterfly“ (蝶々婦人 Chōchō fujin) ist.

Der Oper liegt ein in China angesiedeltes Märchen zugrunde, das eigenartigerweise gar nicht aus China stammt, sondern aus Persien, wo es im 17. Jahrhundert von einem Derwisch Mokles in der Geschichtensammlung „Tausendundein Tag“ (haẓār-o-yek rûz) aufgezeichnet und von französischen Reisenden nach Europa gebracht wurde. Der venezianische Komödiendichter, Carlo Gozzi dramatisierte diese Fabel  und in dieser Gestalt erreichte der Puccini.

Die grausam erscheinende, vom „Eis umgürtete“ Prinzessin Turandot lässt ihre Freier köpfen, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rätselfragen zu lösen. Doch Kalaf,  der kluge Königssohn der Tartaren vermag die Liebe der Prinzessin wieder zu erwecken.

nessun-dorma-chinesisch

Keiner schlafe!

Nessun dorma – keiner schlafe! war die Arie, mit der Paul Potts bei der britischen Casting-Show „Britain's Got Talent“ entdeckt wurde.

Nessun dorma! Nessun dorma!
Tu pure, o Principessa,
Keiner schlafe! Keiner schlafe!
Auch du, Prinzessin, schläfst nicht,
今夜无人入睡!今夜无人入睡!
即使是你,啊,公主
Jīnyè wúrén rùshuì! Jīnyè wúrén rùshuì!
Jíshǐ shì nǐ á gōngzhǔ
 
 

China und Japan auf der europäischen Opernbühne
Land des Lächelns 微笑之國 - Madame Butterfly 蝶々婦人 - Mikado 帝 - Turandot 图兰朵

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