• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

09. Dezember 2012

Tsingtau

青島 Qīngdǎo (blaugrün + Insel)

膠州 Jiāozhōu (Leim, Gummi + Provinz; deutsch: Kiautschou)
1897 - 1914


Pier von Tsingtau
(Foto: Wikimedia)

„Zugegeben. Etwas spät dran waren sie schon, die Deutschen, mit ihrer Suche nach Kolonien in der weiten Welt. Die besten und die sonnigsten Plätze waren längst vergeben an die eigentlich großen Kolonialmächte, die Briten und die Franzosen. Dass selbst Belgier und Niederländer bei diesem imperialen Spiel mehr zu bestellen hatten als die Deutschen, galt vor der Jahrhundertwende geradezu als nationale Schmach. …

In einer Denkschrift des Auswärtigen Amtes vom 28. November 1896 hieß es, auf Vorwände für die Besetzung einer Position an der chinesischen Küste werde man ‚aller Voraussicht nach nicht allzu lange zu warten haben.’

Elf Monate später hatte man den ersehnten Vorwand. Am 1. November 1897 wurden in der Provinz Shandong zwei deutsche katholische Missionare ermordet. Kaiser Wilhelm II. erfuhr am 6. November davon und - telegraphierte erfreut an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Bernhard von Bülow: ‚Also endlich haben uns die Chinesen den schon von Marschall, Ihrem Vorgänger, so lang ersehnten Grund und Zwischenfall' geboten. Ich beschloß sofort zuzugreifen.’ Der Monarch teilte seinem Chefdiplomaten mit, dass er das Kreuzergeschwader, welches vor Schanghai ankerte, nach Kiautschou in Marsch gesetzt habe. Er fuhr fort: ‚Tausende von deutschen Christen werden aufatmen, wenn sie des Deutschen Kaisers Schiffe in ihrer Nähe wissen werden. Hunderte von deutschen Kaufleuten werden aufjauchzen in dem Bewußtsein, dass endlich das Deutsche Reich festen Fuß in Asien gewonnen hat. Hunderttausende von Chinesen werden erzittern, wenn sie die eiserne Faust des Deutschen Reichs schwer in ihrem ,Nacken fühlen werden’, und das ganze deutsch Volk wird sich freuen, dass seine Regierung ein ‚mannhafte Tat getan.’"

(Bernd Rudolph: Tsingtau, ein kurzes Kapitel Kolonialgeschichte in China - Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin)
Die Voraussetzungen für den Aufbau einer Musterkolonie waren in Tsingtau und dem die Stadt umgebenden Kiautschou (膠州 Jiāozhōu ) äußerst günstig. Das Reichsmarineamt war Verwalter der Kolonie. 160 Millionen Reichsmark in gerade 17 Aufbaujahren machten aus Tsingtau eine moderne und fortschrittliche Modellstadt.
 
Der chinesische Revolutionsführer Sun Yat-sen (孫逸仙 Sūn Yìxiān) besuchte die Stadt, um die Einrichtungen des Schutzgebietes kennenzulernen und sagte: „Tsingtau hat mir ganz außerordentlich gefallen. Es ist die Modellanlage einer Stadt für das zukünftige China.“

Der „Platz an der Sonne“, kostete das Deutsche Reich jährlich Millionensummen. Eine positive Handelsbilanz erreichte das Gebiet nie.

„Fast alles, was mit ungeheuren Kosten - man spricht von 200 bis 300 Millionen - Tsingtau im Namen des deutschen Reiches geschaffen worden, ist ebenso mustergültig wie - zwecklos."
(BZ am Mittag, 1914)
Michaelskathedrale Altarraum der Kathedrale
Die katholische Kathedrale wurde erst 1934 vollendet als Qingdao schon lange keine Kolonie mehr war. Die St. Michaelskathedrale (圣彌格爾主教座堂 Shèng Mígé'ěr Zhǔjiào Zuòtáng) ist Bischofssitz der katholischen Diözese Qingdao (lateinisch: Dioecesis Zimtaovensis).
ehemalige Gouverneursvilla Denkmal für den 5. Mai 1919
Von der deutschen Kolonialzeit sind noch die Gouverneursvilla und einige andere deutsche Kolonialbauten erhalten. Entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages blieb die Kolonie zunächst in japanischer Hand. Dies führte zur Bewegung des 5. Mai 1919.
 

aus der Kolonialzeit
Boxeraufstand 義和團起義 - fremde Teufel  洋鬼子 - Für Chinesen und Hunde verboten 狗與華人不得入內 -
Gelbe Gefahr - Hunnenrede - Clemens von Ketteler - Konzessionen 租界 - Opium 鴉片 - Opiumkriege 鴉片戰爭 - The Germans to the Front! - Tsingtau 青島 - Ungleiche Verträge 不平等條約 -  Völker Europas, wahrt eure heiligsten Güter! - Alfred Graf von Waldersee

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

 

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...