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08. Dezember 2012

Toshiba

東芝 Tōshiba (東京 Tōkyō +芝浦 Shibaura)

株式会社東芝 Kabushiki-gaisha Tōshiba (Toshiba Corporation)

toshiba

„Es war ein eindrucksvolles Bild, das im Juli 1987 in den Femsehnachrichten der ganzen Welt zu sehen war. Im Hintergrund die weißen Säulen des Kapitols, des Symbols der mächtigsten Nation der Welt. Davor acht Abgeordnete des amerikanischen Parlaments mit Äxten und Vorschlaghämmern in der Hand voller Energie auf Radios, Computer und Videogeräte einschlagend. Alles Produkte der Marke Toshiba. Die Welt sollte sehen, wie die Amerikaner in Zukunft mit diesen Japanern und ihren Produkten umzugehen gedachten. In Tokyo fand sich das Bild auf allen Titelseiten. Es hat die Japaner tatsächlich getroffen, aber nicht so sehr, weil sie nun Angst vor den Amerikanern bekommen hätten, sondern weil sie ihnen solche infantilen Reaktionen, solche albernen Kraftmeiereien nicht zugetraut hatten.

Toshiba hatte sich dabei erwischen lassen, als sie zusammen mit einer norwegischen Firma Präzisionsdrehbänke in die Sowjetunion lieferten, die es ermöglichten, Schiffsschrauben für U-Boote herzustellen, die von Sonargeräten nicht aufgespürt werden konnten. Ein klarer Verstoß gegen die sogenannte COCOM-Liste, in der Hochtechnologieprodukte aufgeführt sind, die westliche Industriestaaten vereinbarungsgemäß nicht in den Ostblock liefern dürfen. Doch während von den Norwegern, die den Handel eingefädelt hatten, kaum die Rede war, entlud sich die ganze Wut der Amerikaner über den Japanern. ...
 
Toshiba-Produkte, so sah es ein Gesetzentwurf des Senats vor, sollten fortan nicht mehr in den USA verkauft werden dürfen. ... Schließlich hatten die Japaner dem Westen einen viel größeren Schaden zugefügt: Hundert Milliarden Dollar würde es kosten, um Sonargeräte zu entwickeln, mit denen man die viel leiseren sowjetischen U-Boote wieder aufspüren konnte.“
(Günter Ederer: Das leise Lächeln des Siegers. Was wir von Japan lernen können. 1991. ISBN 3-430-12312-7)

Als sich jedoch der Rauch nach diesem Strohfeuer gelegt hatte, die Toshiba-Manager sich entschuldigt hatten, war wieder alles beim alten. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister, schrieb an den Kongress, dass das Pentagon die Sanktionen ablehnt, da viele Unternehmen, die Aufträge für das Militär ausführen, auf Zulieferteile von Toshiba angewiesen seien.
 
Plötzlich entdeckten Abgeordnete, wie viele Arbeitsplätze in ihrem Wahlkreis von Toshiba abhingen. Die Firma produzierte Mikrowellenherde und Fernsehapparate in Tennessee, Werkzeugmaschinen in Oklahoma, Laptops in Kalifornien, Kopiermaschinenteile in South Dakota. In Japan mußte die Gesellschaft 15.700 Dollar Strafe wegen Verletzung der COCOM-Bestimmungen bezahlen.

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