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08. Dezember 2012

Tendzin Gyatsho

བསྟན་འཛིན་རྒྱ་མཚོ་ bstan 'dzin rgya mtsho

丹增嘉措 Dānzēng Jiācuò
* 1935


Tendzin Gyatsho, der amtierende Dalai Lama
(Foto: Wikimedia)

„Als ich noch nicht einmal drei Jahre alt war, kam ein von der Regierung in Lhasa ausgesandter Suchtrupp zum Kloster Kumbum [Kumbum Champa Ling, Kloster der Hunderttausend Bilder des Buddha Maitreya], um die Reinkarnation des Dalai Lama [ཏཱ་ལའི་བླ་མ་] ausfindig zu machen.

Eine Reihe von Anzeichen hatte sie dorthin geführt. Eines betraf meinen Vorgänger Thupten Gyatso [ཐུབ་བསྟན་རྒྱ་མཚོ་], den XIII. Dalai Lama, der 1933 in seinem siebenundfünfzigsten Lebensjahr gestorben war. Sein einbalsamierter Körper war feierlich auf einen Thron gesetzt worden, sein Gesicht nach Süden gerichtet. Nach einiger Zeit stellte man fest, dass sich der Kopf nach Nordosten gedreht hatte.

Nicht lange danach hatte der Regent von Tibet, selbst ein ranghoher Lama, eine Vision am heiligen See Lhamoi Latso [ལྷ་མོའི་བླ་མཚོ།], im Süden Tibets. Auf der Wasseroberfläche konnte er klar die drei tibetischen Silbenzeichen ah [ཨཱ], ka [ཀ] und ma [མ] erkennen, gefolgt von dem Bild eines dreistöckigen Klosters mit einem türkis- und goldfarbenen Dach, von dem aus ein Pfad zu einem Hügel führte. Schließlich sah er ein kleines Haus mit einer eigenartigen Dachrinne. Er war sicher, dass sich das Silbenzeichen ah auf Amdo [ཨ་མདོ] bezog, die nordöstliche Provinz, und so wurde ein Suchtrupp dorthin entsandt. ...

Als sie nach einigem Suchen in den Nachbardörfern die knorrigen Wacholderäste am Dach meines Elternhauses sahen, wussten sie, dass der neue Dalai Lama nicht mehr weit sein konnte. Ohne den wahren Zweck ihrer Reise bekanntzugeben, baten sie meine Eltern um ein Lager für eine Nacht. Der Führer der Gruppe, Kwetsang Rinpoche, gab vor, ein Diener zu sein, und verbrachte den Abend damit, den Kleinsten im Hause zu beobachten und mit ihm zu spielen. Das Kind erkannte ihn und rief: ‚Sera Lama, Sera Lama!’ Sera hieß das Kloster von Kewtsang Rinpoche.

Am nächsten Tag reiste die Gruppe ab, kehrte aber ein paar Tage später als offizielle Delegation zurück. Diesmal brachten sie eine Reihe von Gegenständen mit, die dem XIII. Dalai Lama gehört hatten, zusammen mit anderen, ähnlichen, die nicht von ihm stammten. Der Kleine konnte sie alle richtig identifizieren, indem er bei den entsprechenden Gegenständen rief: ‚Das gehört mir, das gehört mir!’ Der Suchtrupp war nun weitgehend davon überzeugt, dass er die neue Inkarnation des Dalai Lama gefunden hatte. Bevor man aber eine endgültige Entscheidung treffen konnte, mussten noch andere Kandidaten überprüft werden. Man brauchte aber nicht lange, bis der kleine Junge von Taktser als der neue Dalai Lama anerkannt wurde. Dieser Junge war ich.“
(Tendzin Gyatsho)

Tendzin Gyatsho ist der Name des 14., des aktuellen, Dalai Lama. Er wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser, einem Dorf in der tibetischen Provinz Amdo, als zweiter Sohn einer Bauernfamilie geboren.

Lhamo Döndrub musste zunächst vom Provinzgouverneur durch erhebliche Bestechungs-Summen freigekauft werden, was zweijähriger Verhandlungen bedurfte, und langte mit etwa vier Jahren in Lhasa an, wo er 1940 im Potala-Palast als 14. Dalai Lama inthronisiert wurde.

1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen. 1959 floh er während des Tibetaufstands ins indische Exil nach Dharmśālā (धर्मशाला).

„Bei der Podiumsdiskussion mit den wortgewandten Vertretern der anderen Religionen fällt er auf durch Bescheidenheit. Während der Moslem, der Jude und die Christen alle Antworten zu kennen scheinen, getraut er sich, nach dem Sinn des Glaubens befragt, zu sagen: ‚Ich weiß es nicht. Wichtiger als glauben ist es, zu zweifeln und kritische Fragen zu stellen.‘“
(Erich Follath im Spiegel vom 22. September 2007: Dalai Lama in Deutschland: Hallo! Hierher! Heiligkeit!)

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