• Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
    Herzlich willkommen am Ostasieninstitut!
  • Schwerpunkt Korea
    Schwerpunkt Korea
  • Schwerpunkt China
    Schwerpunkt China
  • Schwerpunkt Japan
    Schwerpunkt Japan

Institutsleitung
Prof. Dr. Frank Rövekamp

Stellvertr. Leitung / Studienberatung
Christine Liew, M.Litt.
0621-5203-423

Sekretariat
Conny Scheurer
0621-5203-410

_______________________

pdf» Information in English (pdf)
pdf» Partner Universities (pdf)

08. Dezember 2012

Tausendjährige Eier

皮蛋 pídàn (Leder + Eier)
松花蛋 sōnghuādàn (Kiefer + Blüte + Eier)

 

Sieht lecker aus, nicht wahr?
(Foto: Wikimedia-Nutzer Kowloonese)
„Die Haifischflossensuppe [魚翅 yúchì] kann sehr gut sein, und in der Vogelnestersuppe [燕窩 yànwō] konnte ich nie einen besonderen Geschmack entdecken, aber die alten Eier finde ich ein wenig seltsam. Diese Eier werden einem Pökelvorgang unterzogen, der sie hart macht und konserviert, und sie gleichen an Geschmack und Aussehen am ehesten einem merkwürdigen Käse.
 
Sehr alt sind diese Eier nicht, denn das Einpökeln ist in ungefähr einem Monat beendet, und wenn man sie länger als ein Jahr aufhebt, geschieht dies nur, weil man sie vorher nicht verbraucht hat. Ein höheres Alter macht sie keineswegs wertvoller, im Gegenteil, wenn sie zu alt sind, werden sie trocken und können nicht mehr gegessen werden. Die Geschichte vom großen Alter dieser Eier war bloß Seemannsgarn, das dann von Roman- und Abenteurerschriftstellern übernommen wurde, die ein wenig exotisches Lokalkolorit in ihre Bücher bringen wollten, aber zu träg waren, sich über die Tatsachen zu informieren.
 
Ich belegte einst ein Sandwich mit Schnitten solcher Eier, strich Senf darauf und gab es einem sehr heiklen Freund. Er aß es mit Vergnügen, bis die obere Brotschnitte herunterfiel und er sah, womit das Brot belegt war. Wie schon gesagt, mache ich mir nicht sehr viel aus diesen alten Eiern. Der Geschmack ist nicht widerlich, aber immerhin sonderbar. Doch da ich gelernt habe, ohne Überwindung Limburger Käse zu mir zu nehmen, Schnecken, rohe Fische, schottischen Whisky und holländischen Gin, war es nicht allzu schwer, mich mit den eingelegten Eiern abzufinden.“
(Carl Crow: Vierhundert Millionen Kunden. 1937)
Zunächst einmal sind die Tausendjährigen Eier keine tausend Jahre alt, sondern fermentierte rohe Enteneier, die für etwa drei Monate in einem Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser eingelegt wurden. In dieser Zeit verwandelt sich das Eiklar in eine gelatinöse, bernsteinfarbene Masse, das Eigelb bekommt eine quarkige Konsistenz und verfärbt sich grün.

Damit haben sie nur zwei Problemzonen: das Aussehen und den Geschmack! Immerhin sind sie halbwegs geruchsneutral.
 

vermeintliche und echte Delikatessen
Haifischflossen 魚翅 - Hundefleisch 狗肉 - Kugelfisch 河豚 - Pekingente 北京烤鸭 - Schwalbennester 燕窩 - Tausendjährige Eier 皮蛋

logo

Ostasienlexikon
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N
- O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Über uns

Den Kern des Instituts bilden 15 ständige Mitarbeiter. weiterlesen ...

Studium

Das Studium schließt nach acht Semestern mit dem Bachelor of Science ab. weiterlesen ...

Publikationen

Veröffentlichungen und Forschungsbeiträge aus dem Institut  weiterlesen ...

Wort des Tages

Aktuelle chinesische oder japanische Begriffe weiterlesen...

Ostasienlexikon

Schlüsselwörter aus China, Japan, Korea, Mongolei, Hongkong, Macau und Taiwan weiterlesen...

Sprichwörter

„Es gibt da ein chinesisches Sprichwort …“ – Wer kennt sie nicht, diese Einleitung? weiterlesen...