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Wir begrüßen unsere neue Dozentin für Koreastudien, Frau Shiny Park.

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08. Dezember 2012

Tao-te-king

道德經 Dàodéjīng (Weg + Tugend + klassisches Buch)
Autor: 老子 Lǎozǐ

„Einige Jahrhunderte vor Beginn unserer Zeitrechnung, als China noch nicht China war und sich allerlei Kleinstaaten in dieser Region nur gegenseitig heftig bekriegten, arbeitete am Hof des regierenden Königs von Zhou ein Geschichtsschreiber, dem die Aufgabe unterstand, alle Dokumente, die von offiziellen Stellen eingereicht wurden, getreulich zu kopieren und so die Annalen des Reiches zu führen. Das alles hätte eine Arbeit voller Muße sein können, doch die Zeiten waren chaotisch. ...

Es regnete Erlasse und Widerrufe, Friedensschlüsse und Kriegs- erklärungen und all diese Unterlagen bekam unser Archivar auf seinen Tisch - und ab und zu seufzte er sicherlich laut über das, was er da lesen musste. ...

Eines Tages erbat er jedenfalls seinen Abschied vom Hof des schwachen Königs von Zhou, schwang sich auf einen Wasserbüffel und machte sich auf gen Westen, um sich zurückzuziehen und in seinem Inneren das zu bewahren, was der Welt im Äußeren abhanden gekommen war: den Frieden. So erreichte er nach einiger Zeit den Grenzpaß des Reiches. …

Der Grenzwächter aber, der schon von weitem violette Wolken am Himmel gesehen hatte, erkannte darin das Nahen eines Heiligen und bat den Weisen, doch bitte nicht einfach so wortlos von dannen zu reiten, er möge doch ihm und der Nachwelt Ratschläge geben und Auskunft erteilen, zu welchen Einsichten er gekommen sei. Da seufzte der Weise ein weiteres Mal, nahm sich einen Pinsel und einen Tag Zeit und begann mit seinen Aufzeichnungen, bis ihm nach über fünftausend Schriftzeichen schließlich die Tusche ausging. Er teilte sein Werk in zwei Abschnitte, bestieg seinen Wasserbüffel und empfahl sich.“
(Die wahre Geschichte über Laotse und das TaoTeKing)

(siehe auch Bertolt Brechts Gedicht: Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration)

Lǎozǐ auf dem Weg ins Exil

 

Das Dàodéjīng ist eine Sammlung von Sinnsprüchen, die dem Philosophen Lao-tse (老子 Lǎozǐ) zugeschrieben wird und als Offenbarung des Taoismus gilt.

Der Nutzen des Nichts

三十幅共一轂,
當其無,有車之用。
Sān shí fú gòng yī gǔ,
dàng qí wú yǒu chē zhī yòng.
Dreißig Speichen treffen sich in der Nabe.
Da wo sie nicht sind, ist der Nutzen der Nabe.
埏埴以為器,
當其無,有器之用。
Yán zhí yǐ wéi qì,
dāng qí wú yǒu qì zhī yòng.
Knete Ton und bilde daraus Gefäße.
Da, wo er nicht ist, liegt der Gefäße Gebrauch.
鑿戶牖以為室,
當其無,有室之用。
Zào hù yǒu yǐ wéi shì,
dàng qí wú yǒu shǐ zhī yòng.
Brich in die Wände Fenster und Tür dem Hause.
Durch das Nichts darin wird es ein brauchbares Haus.
故有之以為利,
無之以為用。
Gù yǒu zhī yǐ wéi lì,
wú zhī yǐ wéi yòng.
Also: daß etwas da ist, bedeutet Gewinn.
Aber das Nichts daran macht ihn nutzbar.

 

不貴難得之貨﹐使民不為盜。
Bù guì nán dé zhī huò, shǐ mín bù wéi dào.
„Wenn man schwer zu erlangende Güter nicht schätzt, läßt man das Volk nicht zu Räubern werden.

鄰國相望,雞犬之聲相聞。民至老死不相往來。
Lín guó xiāng wàng jī quǎn zhī shēng xiāng wén mín zhì lǎo sǐ bù xiāng wǎng lái
„Die Nachbargemeinden können einander sehen, Hähne und Hunde einander hören, doch die Leute nähern sich Alter und Tod, ohne jemals zueinander zu kommen.“ (80)

合抱之木生於毫末。 Hé bào zhī mù shēng yú háo mò. Ein nur beidarmig umgreifbarer Baum
erwuchs aus einem haarfeinen Sprössling.
九層之台起於累土。 Jiǔ céng zhī tái qǐ yú lěi tǔ. Ein neunstöckiger Turm
erhob sich aus einem Häufchen Erde.
千里之行始於足下。 Qiān lǐ zhī xíng shǐ yú zú xià. Eine Reise von tausend Meilen
begann mit einem ersten Schritt.
 
Eine zeitliche Einordnung des Dàodéjīng erscheint schwierig, denn im gesamten Text kommt kein einziger Eigenname vor, weder Personen noch Orte werden erwähnt. Dadurch wirkt die Darstellung zeitlos. Tatsächlich kritisiert das Buch wiederholt die konfuzianischen Lieblingsbegriffe (Humanität und Sittlichkeit). Andererseits erwähnt Konfuzius seinerseits Lǎozǐ nirgends, was darauf hinweist, dass das Dàodéjīng erst nach Konfuzius enstanden ist.

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