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08. Dezember 2012

Taoismus

道教 dàojiào  (Weg + Lehre)

tao

„Fast in allen Tempeln (und es gibt sie wie Sand am Meer) beobachte ich ein synkretistisches Chaos, d. h. die vollkommene Vermischung der ‚drei Lehren’: Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus. Der chinesischen Religion ist eine solche Unlogik völlig gleichgültig: In dieser Religion ist im Grunde jeder Beter sein eigener Priester. …

Als wir in die Zelle des Abtes kommen, fällt mir vor allem ein riesiges Schriftzeichen
Fó’ ([佛] Buddha) auf. Den Abt, einen sehr gebildeten daoistischen Mönch, bringt diese Mischung religiöser Symbole durchaus nicht in Verlegenheit. Seelenruhig erklärt er, das Zeichen sei ihm von einem naiven Verehrer (wie man sieht, handelt es sich um einen Liebhaber großer Pinsel und noch größerer Formate) dargebracht worden. …

Im übrigen unterscheiden sich daoistische Tempel kaum von buddhistischen, höchstens dadurch, daß sie noch mehr Standbilder haben und diese Bilder seltsame Namen tragen, wie z. B. ‚Die drei Reinen, ‚Die acht Unsterblichen’, ‚Der finstere Heerführer’. Aber auch bei ihnen kann alles, was man will (also das Übliche: Geld, Gesundheit, Kinder) erbeten werden. Offenbar um allen Geschmäckern gerecht zu werden, ist zwischen den unsterblichen Heiligen auch hier der immer und überall populäre Krieger Guan mit einem verzierten Helm und einem Kettenhemd aufgestellt worden. Schließlich ist, als Zugabe zu dem ganzen Sortiment, noch das Skelett eines Heiligen (aus der Kangxi Zeit, 17. Jh.) zu sehen, das, mit vergoldetem Schädel, in der Meditationspose in einem Glaskasten sitzt. Offensichtlich wird auch diese ‚Ware’ ihre Abnehmer finden.“

(V. M. Alekseev: China im Jahre 1907. Ein Reisetagebuch. 1989)
 
„Daoismus ist auf jeden Fall nicht nur eine Philosophie, wie im Westen häufig angenommen wird, sondern auch eine Religion, und zwar die einzige indigen Chinesische. Die Zahl der Daoisten dürfte trotzdem nicht so hoch sein, wie zu erwarten wäre. Dies liegt daran, dass Daoist nur derjenige ist, der dies gelernt hat, will sagen, ein Daoist ist zugleich ein Priester, ein Spezialist für Daoismus. Wenn man also jemanden fragt, ob er Daoist sei, fragt man quasi ob er Pfarrer oder gar Mönch sei.“
(Ilka Schneider: „Zwischen Geistern und Gigabytes“ Abenteuer Alltag in Taiwan. Oldenburg, 2010. ISBN: 978-3-9811327-3-1)
 
Der Daoismus  wird als Chinas eigene Religion angesehen. Neben Konfuzianismus und Buddhismus ist er eine der „Drei Lehren“, die China maßgeblich prägten. Trotz zum Teil sehr unterschiedlichen Auffassungen konnten sie zu einer Tradition verschmelzen.
 

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