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11. November 2012

Saios Pferd

塞翁が馬  Saiō ga uma  (Saiō + Genitiv + Pferd)


曾我蕭白《塞翁飼馬・簫史吹簫図屏風》, 1758
(Bild: blog.livedoor.jp)

 
Was wollte uns der Zen-Mönch Nakahara Nantenbō (中原南天棒, 1839 – 1925) sagen, als er feststellte, dass das Glück der Menschen wie Saiōs Pferd sei?
 

人間万事塞翁が馬。
Ningen banji Saiō ga uma.
Die zehntausend Angelegenheiten der Menschen sind wie Saiōs Pferd.
 
Wollte er uns ins Bewusstsein rufen, dass das Glück rasch wie ein Pferd davonlaufen kann? – Nein, er verweist vielmehr auf eine alte chinesische Geschichte, die sinnbildlich für die Ironie des Schicksals steht und selbst heute noch als Sprichwort geläufig ist:
 
塞翁失马 — 焉知非福。 /  塞翁失馬 — 焉知非福。
Sài Wēng shī mǎ — yān zhī fēi fú?
(Grenzposten + alter Mann + verlieren + Pferd + wie? + wissen + nicht + Glück)
War es denn nicht ein Glück, dass dem Alten an der Grenze sein Pferd davonlief?
 
Die zugrunde liegende Geschichte geht folgendermaßen:

An der nördlichen Grenze Chinas lebte ein Mann, den die Menschen Sài Wēng (塞翁; Alter Grenzbewohner) nannten. Dessen Pferd riss sich eines Tages los und galoppierte in das Barbarengebiet jenseits der Großen Mauer.

Die Nachbarn besuchten Sài Wēng, um ihr Mitgefühl zu bekunden, aber Sài Wēng überraschte sie, indem er fragte: „Wer weiß, ob das nicht ein Segen ist?“

Monate später kehrte das Pferd mit einer Stute zurück. Damit hatte sich Sài Wēngs Besitz auf einmal verdoppelt. Viele kamen vorbei, um das neue Pferd zu bewundern und ihm zu gratulieren, aber wieder zeigte Sài Wēng keine großen Emotionen. Er sagte: „Wer sagt, dass dies nicht Unglück sein kann?“

Sài Wēngs Sohn ritt stolz mit dem neuen Pferd herum, stürzte dabei und zog sich dabei einen kompizierten Beinbruch zu. Wieder kamen mitfühlende Nachbarn und wieder sagte Sài Wēng so ruhig, wie immer: „Wer sagt, dass dies nicht eine Art Segen ist?“

Ein Jahr später überquerten die Barbaren die Grenze. Alle wehrtauglichen jungen Männer wurden in die Armee berufen, um das Land zu verteidigen. Es gab hohe Verluste auf beiden Seiten. Neun von zehn Männern starben.

Sài Wēngs Sohn aber wurde nicht eingezogen, da sein Bein verkrüppelt war. Daher blieb ihm das schreckliche Schicksal erspart und seine Familie überlebte den Krieg vollständig.
 


Es gibt da ein chinesisches Sprichwort.
  Dem Volke dienen 为人民服务 - Der Himmel ist hoch, der Kaiser fern. 天高皇帝远。 - Die Wahrheit in den Tatsachen suchen 實事求是 - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. 一画胜千言。- Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.  千里之行,始於足下。 - Einmal sehen ist besser als hundertmal hören. 百聞不如一見。 - Frauen tragen die Hälfte des Himmels. 女人能顶半边天。 - Rebellion ist gerechtfertigt. 造反有理。 - Saios Pferd 塞翁が馬 - Tyrannei ist schlimmer als ein Tiger. 苛政猛於虎。

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