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01. Oktober 2013

Seikan-Tunnel

青函トンネル Seikan tonneru (Großstädte in der Nähe der Tunneleingänge: erstes Zeichen von Aomori 青森 - zweites Zeichen von Hakodate 函館, aber anders ausgesprochen)

Eingang zum Seikan-Tunnel
(Foto: Wikimedia)

„Arbeiter stehen schweißtriefend, als Bohrmaschinen sich mit ohrenzerreißendem Lärm durch solides Felsengestein schneiden. Die Temperatur hat ein Durchschnittsmittel von 26° C mit einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent, obwohl nur 240 Meter über der Arbeitsstelle ein heulender Blizzard über das nördliche Meer fegt.

Aber die Männer, die den Seikantunnel graben, unterhalb der Tsugarustraße, die Japans Nordinsel Hokkaidō von Hondō [= 本州 Honshū ], der Hauptinsel, trennt, wissen nicht, daß ein Blizzard tobt, bis sie ihre Schicht beenden und an die Oberfläche zurückkehren. Von weit größerer Wichtigkeit ist für sie der Zustand des ‚Gesteins und Wassers‘, das noch vor ihnen liegt.

Wenn der Seikantunnel 1982 fertiggestellt ist, wird er der längste Tunnel der Welt sein. Mit einer Länge von 53,85 Kilometern wird er zweimal so groß sein wie der längste jetzt existierende Tunnel und sogar noch länger als der Kanaltunnel, der zwischen England und Frankreich im Gespräch steht. Hochgeschwindigkeitszüge sollen in dreizehn Minuten durch den Tunnel flitzen. Damit wird eine Eisenbahnverbindung zwischen Tōkyō und Hokkaidōs Hauptstadt Sapporo [札幌] hergestellt, welche die Reisezeit von beinahe 20 Stunden auf weniger als sechs verkürzt.“
(Japan Illustriert, Vol. 2, Nr. 3, 1979: Tunnelbau unter dem Meeresboden)

Tsugaru-Halbinsel und Tsugaru-Straße

Am Übergang zum Meer liegen zwei Nothaltestellen.
(Karte: Wikimedia)

Der Seikan-Tunnel ist mit einer Länge von 54 Kilometern einer der längsten Tunnel der Erde. Er wurde 1988 eröffnet, verläuft unter der Tsugaru-Straße (津軽海峡 Tsugaru-kaikyō) und verbindet die zwei Inseln Hokkaidō (北海道) und Honshū (本州). Damit wurden alle vier japanischen Hauptinseln durch Zugverbindungen erreichbar.
(Karte: Wikimedia)

überhöhte Darstellung der Tunnelführung im Längsschnitt

Enorme Schwierigkeiten gab es wegen des weichen Meeresbodens und der vielen Verwerfungen, die hauptsächlich aus zerbrochenem Felsen mit Schichten von Vulkanasche und Lava besteht. Beim Bohren bestand die Gefahr von Wassereinbrüchen. Ein größeres Einströmen von Wasser hätte zu einem vollständigen Zusammenbruch des Meeresbodens und zum Überschwemmen des gesamten Tunnels führen können. So wurde Zement und flüssiges Glas 100 Meter hinter einer Betonschutzwand eingespritzt, während die Tunnelarbeit fortschritt.
(Grafik: Wikimedia)

Aufbau des Röhrensystem: Haupt-, Pilot- und Versorgungstunnel. Haupt- und Servicetunnel sind im Abstand von 600 m durch Querschläge (4) miteinander verbunden.

Der unstabile Boden verlangte das Bohren dreier Tunnel: zuerst ein Probetunnel (3), um die Bodenbedingungen und Wasserrisiken zu untersuchen, dann ein Arbeitstunnel (2) zum Transport der Baumaterialien und ein Haupttunnel (1). Sondierungen wurden dreitausend Meter vor der Arbeitswand des Probetunnels gebohrt. Der Probe- und der Arbeitstunnel sind etwa halb so groß wie der 9,6 Meter breite Haupttunnel.
(Grafik: Wikimedia)

 

„Ein bedeutender Einbruch kam im Februar 1969, als zwölf Tonnen Wasser pro Minute in den Tunnel strömten. Tagelang befürchtete man, daß ein Einbruch dieser Größe nicht zu zügeln sein und das Tunnelprojekt ein Ende finden würde. Aber eine enorme Betoneinspritzung dämmte schließlich die Flut, und die Arbeit ging nach einem Rückschlag von sieben Monaten weiter. Dieser Zwischenfall war eigentlich ein verkleideter Segen, da sich die Erfahrung als unschätzbar erwies, als im Mai 1976 der Tunnel wieder von einem sogar noch schlimmeren Einbruch – 40 Tonnen Wasser pro Minute – betroffen wurde. Die Arbeiter konnten mit verhältnismäßiger Leichtigkeit die Kontrolle wiederherstellen und das Graben konnte nach einer nur zweimonatigen Verzögerung fortgesetzt werden.“
(Japan Illustriert, Vol. 2, Nr. 3, 1979: Tunnelbau unter dem Meeresboden)

auf Schienen und Gleisen
Abfahrtsmelodie 発車メロデ - Bahnhof Shinjuku 新宿駅 - chinesische Eisenbahn 中国铁路 - Lhasa-Bahn 青藏铁路 - Pekinger Westbahnhof 北京西客站 - Pusher 押し屋 - Seikan-Tunnel 青函トンネル - Shinkansen 新幹線 - Tan-Sam-Bahn 坦赞铁路 - Transrapid 磁怬浮列车

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