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31. August 2013

Siegelschrift

篆書 / 篆书 zhuànshū (Siegel + Schrift)

Das Logo der Olympischen Spiele von Peking hatte die Form eines Siegelschriftzeichens. Es hieß „Tanzendes Peking“ (舞动的北京 Wǔdòng de Beíjīng) und zeigte das Schriftzeichen 京 jīng („Hauptstadt“ aus 北京 Beíjīng), das einem tanzenden Sportler nachempfunden war. Die geöffneten Arme sollten die Einladung an die Welt symbolisieren. Es war übrigens das einzige Siegel unter 1.985 Wettbewerbsbeiträgen, unter denen es von Großen Mauern, Drachen und Pandas wimmelte.

Auch bei den Piktogrammen der einzelnen Sportarten wurde dieser Duktus beibehalten. Es ist immer wieder eine Herausforderung, die Piktogramme der Olympischen Spiele neu zu gestalten. Sydney zeigte, dass der Wunsch nach einem eigenen Stil die Erkennbarkeit gefährdet, denn die Dominanz des Bumerangs ließ alle Zeichen ähnlich aussehen.
Die Piktogramme im Stil chinesischer Schriftzeichen hingegen hatte nicht nur einen eigenen Duktus, sie funktionierte auch.

In der Siegelschrift sind die senkrechten und waagrechten Linien gleichmäßig ausgeführt, die Enden laufen leicht spitz aus. Die Siegelschrift wurde in zwei Hauptuntergruppen eingeteilt, die dàzhuàn (大篆), „Große Siegelschrift“ und die xiǎozhuàn (小篆), „Kleine Siegelschrift“.

Beispiele für die größere Siegelschrift wurden auf zylinderförmigen Steinen und auf gravierten Bronzekesseln gefunden. Charakteristisch für die kleinere Siegelschrift sind die gewundenen, drahtartig ausgeführten Linien.

Siegelschrift-100-mal-Shou

100 Varianten des Schriftzeichens 壽 (shòu = Langlebigkeit)

Die Siegelschrift erreichte in der Qin-Dynastie (秦朝 Qíncháo; 221 - 206 v. u. Z.) ihren Höhepunkt. Der Minister Lǐ Sī (李斯) hinterließ der Nachwelt eine Steininschrift am Tàishān (泰山), die als Beispiel der kleineren Siegelschrift gilt.

 Wie auch die Kanzleischrift (隸書) wird die Siegelschrift im täglichen Leben nicht mehr benützt, mit Ausnahme von Siegeln natürlich und für dekorative Zwecke.

pku
Siegel der Peking-Universität mit den stilisierten Schriftzeichen 北京 (Běijīng)

In der Siegelschrift gibt es nur sehr wenige Striche, die Punkte, Haken und die hinaufgehenden Striche fehlen. Die Linien sind einheitlich dick. Zwischen den Strichen wird eine größtmögliche Homogenität und Symmetrie angestrebt. Sie ist schwer zu lesen, hat jedoch gerade dadurch eine gewisse Aura des Mysteriösen.


Kalligrafie 書法, die Kunst des Schreibens

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篆書
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(Quelle: Wikimedia)

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